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Schlagkräftiges Team: Wittenbacherinnen an der Softball-EM

Erstmals schickt die Schweiz ein Juniorinnenteam an eine Softball-EM. Mit dabei sind auch vier Frauen aus Wittenbach, wo seit fast 20 Jahren die echte Form von Brennball gespielt wird. Und ein besonderer Glücksbringer.
Corinne Allenspach
Stolz, das Nationaltrikot tragen zu dürfen: Josianne Entner, Kimberly und Michelle Zehnder sowie Sophie Klement (von links). (Bild: Michel Canonica)

Stolz, das Nationaltrikot tragen zu dürfen: Josianne Entner, Kimberly und Michelle Zehnder sowie Sophie Klement (von links). (Bild: Michel Canonica)

Der Name ist trügerisch. Die weibliche Variante des traditionell männerdominierten Baseballs heisst Softball. Doch weich ist der Ball nicht. Im Gegenteil, er hinterlässt stattliche blaue Flecken. Davon kann Josianne Entner ein Lied singen. Die 17-Jährige krempelt ihre weissen Hosen hoch und rollt die kniehohen roten Socken runter. «Meine Beine sind überall blau», sagt die Flawilerin und lacht. Zusammen mit den Wittenbacher Geschwistern Kimberly und Michelle Zehnder sowie Sophie Klement aus Flawil wird sie die Schweiz ab Montag an der U22-Softball-Europameisterschaft in der Slowakei vertreten. Die Freude darauf ist riesig, wie die strahlenden Gesichter der vier jungen Frauen verraten. Sie sind die einzigen Teilnehmerinnen aus der Ostschweiz. Das hat seinen Grund. «Die nächstgelegene Softballmannschaft ist in Zürich», sagt Kimberly Zehnder. Ein weiter Weg, um seinen Traumsport ausüben zu können.

Das dachte man sich auch in Wittenbach, wo seit 1999 Baseball gespielt wird. Vor kurzem wurde innerhalb der Vikings die erste Softballmannschaft für Frauen gegründet: die Wittenbach Panthers. Aktuell zählt das Team rund 15 Frauen zwischen 13 und 35 Jahren, trainiert werden sie von Kimberly Zehnder. «Wir wollten die guten Spielerinnen in der Ostschweiz behalten und ihnen etwas bieten, damit sie nicht aufhören zu spielen», sagt die 21-Jährige. Für sie und ihre 17-jährige Schwester Michelle gehört Baseball zum Leben. Dank Mutter Chris, einer gebürtigen Amerikanerin, die seit 2002 Trainerin bei den Vikings ist, kamen sie bereits als kleine Mädchen in Kontakt mit Baseball. Kimberly spielte in verschiedenen Baseballteams, 2017 sogar in der obersten Liga in Holland. In der Slowakei wird ihr jetzt eine besondere Ehre zuteil: Sie ist Captain des Schweizer Nationalteams.

Kondition und Teamgeist fördern

Was Kimberly Zehnder am Softball besonders gefällt: «Bei uns kann jeder mitmachen, egal wie schnell man ist.» Zudem sei es eine der wenigen Mannschaftssportarten für Frauen. Über sportliche Ziele für die EM habe man noch nicht wirklich gesprochen: «Viele Spielerinnen haben noch keine internationale Erfahrung.» Ziel sei es sicher, das Beste zu geben, Spass zu haben und als Mannschaft zu wachsen. Schön wäre es, die erste Runde zu überstehen. Gespielt wird am Montag gegen Polen und Ungarn, morgen Dienstag gegen Tschechien. Was ist es für ein Gefühl, das Schweizer Trikot zu tragen? «Cool», tönt es unisono, und Sophie Klement präzisiert: «Man ist total stolz, so rumzulaufen.»

Stolz dürfen die jungen Frauen definitiv sein. Die Vorbereitung auf die EM war intensiv. Zweimal pro Woche Training im eigenen Team, einmal pro Monat in Zürich oder Basel mit dem Nationalteam. Parallel halten sich alle persönlich fit mit Konditionstraining. Michelle Zehnder trainierte zudem in den USA mit einer Privattrainerin. Genauso wichtig sei es, den Teamgeist zu fördern. Und wie machen sie das? Die vier grinsen: Mit einem Teamchat, in dem es meist um andere Dinge als Sport geht.

Vieles muss selber bezahlt werden

In der Schweiz lässt sich mit Softball kein Geld verdienen, im Gegenteil. «Vieles müssen wir selber bezahlen», sagen die Frauen. Von der Ausrüstung bis zu den Reisekosten. Letztere können für die Europameisterschaft grösstenteils gedeckt werden dank Crowdfunding. Mit im Gepäck der vier Panthers ist auch ein besonderer Glücksbringer: Ein laminiertes Bild ihrer Mitspielerin Amy, die für die EM-Teilnahme eine Woche zu jung ist. Sie gucke so herzig auf dem Foto, sind sich die Natispielerinnen einig. «Wenn wir nervös sind, schauen wir einfach das Foto an, das bringt uns Glück.

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