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An der Wittenbacher Bürgerversammlung gibt ein Rinnsal zu reden

Die Wittenbacher stimmten an der Bürgerversammlung allen Anträgen zu. Allerdings erst nach teilweise intensiven Diskussionen. Die Offenlegung des Bruggwaldparkbachs bot Gesprächsstoff.
Adrian Lemmenmeier
Der Bruggwaldparkbach führt selten Wasser. Dennoch wird er umgeleitet und offengelegt. (Bild: Urs Bucher)

Der Bruggwaldparkbach führt selten Wasser. Dennoch wird er umgeleitet und offengelegt. (Bild: Urs Bucher)

Diesen Vorschlag nickte die Mehrheit an der Wittenbacher Bürgerversammlung wohl am dankbarsten ab: «Ich beantrage, die Diskussion zu beendet und zur Abstimmung überzugehen.» Gestellt hatte ihn ein Bürger nach einem längeren Schlagabtausch zwischen Gemeindepräsident Fredi Widmer und Gegnern der Vorlage zur Offenlegung des Bruggwaldparkbachs. Diese kritisierten, die Offenlegung sei unnötig, ungerecht und der Gemeinderat handle auf Druck von «Spekulanten».

Zuvor verlief die Bürgerversammlung gemächlich. Fredi Widmer dankte den 152 Anwesenden (2,57 Prozent der Stimmberechtigten) für die Teilnahme, kommentierte das Bild auf der Jahresrechnung (Schloss Dottenwil) und verlas die Traktanden.

2,3 Millionen im Plus

Die Rechnung der Gemeinde schloss bei einem Aufwand von 47,3 und einem Ertrag von 49,6 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von 2,3 Millionen. Das entspricht einer Besserstellung gegenüber dem Budget von 1,46 Millionen, wie Fredi Widmer ausführte. Aufgrund dieses Resultats stelle sich automatisch die Frage nach der Höhe des Steuerfusses, der an der vergangenen Bürgerversammlung auf 139 Prozent gesenkt worden war. «Die Gemeinde wird den Steuerfuss selbstredend prüfen», sagte Widmer. Allerdings erst, wenn die Auswirkungen von der geplanten Unternehmenssteuerreform und der Anpassungen des nationalen Finanzausgleichs abschätzbar seien. Die Bürger genehmigten die Rechnung von Gemeindehaushalt, Alterszentrum Kappelhof und Elektrizitätsversorgung ohne Gegenstimmen mit drei Enthaltungen.

Das zweite Traktandum betraf den Bruggwaldparkbach. Der Gemeinderat beantragte, den Bach, der derzeit mehrheitlich durch ein Rohr läuft und selten Wasser führt, umzulegen und offenzulegen. Denn dieser könne bei einem «300-Jahr-Ereignis» das ganze Quartier fluten. Einige Anwohner sprachen sich gegen das Projekt aus. Manche zweifelten, dass es sinnvoll sei, einen trockenen Bach für 792000 Franken offenzulegen. Andere fanden es unfair, dass sich nur die Grundeigentümer an den Kosten beteiligen sollen. «Schliesslich fliesst das Wasser auch auf andere Grundstücke, wenn es zu einer Überschwemmung kommt.» Zwei Redner warfen der Gemeinde vor, sie verlege das Bächlein unter Druck von Investoren, die im Bruggwaldpark drei Mehrfamilienhäuser planen. Angesprochen war das Projekt der PMTS Immobilen aus St. Gallen. «Wir vermuten, dass die Gemeinde das Bächlein verlegt, damit der Gewässerabstand auf dieser Parzelle grösser wird», sagte etwa Christian Keller. «Unter starkem Einfluss der Spekulationsgesellschaft», doppelte Emil Isoz nach. Denn somit habe die Firma mehr Platz, um zu bauen.

Fredi Widmer wies die Kritik zurück. Die Gemeinde habe vor diesem Bauprojekt damit begonnen, die Offenlegung des Bruggwaldparkbaches zu planen. Ausserdem sei auf der Parzelle das maximale Bauvolumen bereits ausgenutzt, stellte Widmer nach der Versammlung klar. Schliesslich ergriff Michel Klein von der IG Denkmal das Wort. Er sei ob der vielen Argumente etwas überfordert und schlage vor, den Entscheid zu verschieben. Aber die Gemeinde stimmte ab: Nur sechs Bürger waren gegen die Bachoffenlegung. Nach einer kurzen allgemeinen Umfrage lud Fredi Widmer zum Apéro.

Im August beginnt der Bau des Schulhauses

An der Bürgerversammlung der Primarschulgemeinde stellte Präsidentin Ruth Keller die sogenannten Beeboots vor. Das sind kleine Roboter, mit denen die Kinder in der Unterstufe spielend die Grundlagen von Informatik und Robotik kennen lernen sollen. «Das ist letztlich eine gute Voraussetzung für den Arbeitsmarkt», sagte Keller.

Die Jahresrechnung (Besserstellung von 477000 Franken) und der Antrag der GPK wurden ohne Diskussion gutgeheissen. Vor der allgemeinen Umfrage informierte Keller über die laufenden Bauprojekte. Die neuen Räume des Kindergartens Kronbühl seien im Bau. Für das Schulhaus Sonnenrain ist der Spatenstich auf August geplant. (al)

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