Bald geht es in die USA: Der Roboter von zehn Gossauer Schülern ist fast fertig

Er kann Scheiben befestigen und Bälle einlochen: In nur sechs Wochen haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Friedberg in Gossau einen eigenen Roboter gebaut. Schon bald reisen sie nach Kalifornien.

Nina Rudnicki
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Die Schüler arbeiten an ihrem Roboter. (Bild: Nina Rudnicki)

Die Schüler arbeiten an ihrem Roboter. (Bild: Nina Rudnicki)

Eigentlich wollten sie sonntags immer frei machen. Es ist anders gekommen: In den vergangenen sechs Wochen haben die zehn Schüler des Gymnasiums Friedberg jeden Tag an ihrem Roboter getüftelt. Fünf bis acht Stunden pro Tag haben sich die Jugendlichen dafür bei der Robofact AG in Gossau getroffen. Sie alle belegen das Schwerpunktfach Physik und Anwendungen der Mathematik. «Noch nie ist die Zeit so schnell vorbeigegangen», sagt die 19-jährige Carole Lieberherr. Ihre Kollegen stimmen ein: «Es hat mega Spass gemacht, zusammen mit Freunden an so einem Projekt zu arbeiten.» Dann zeigen sie auf die Kaffeemaschine: «Die haben wir aber schon gebraucht.»

Wenige Tage bleiben dem Team Monte Pacis Robotics noch, um an der Feineinstellung des Roboters zu arbeiten. Ende Februar wird der Roboter abgeholt und nach Kalifornien transportiert. Die Schüler reisen am 25. März ebenfalls in die USA. Dort nehmen sie an der «First Robotics Competition» teil.

Der Wettbewerb wurde 1992 gegründet, um das Interesse von Jugendlichen für Wissenschaft und Technologie zu fördern. Seither treten jedes Jahr Schüler aus der ganzen Welt mit selbstgebauten Robotern gegeneinander an.

Eine Mischung aus Roboter und Käfer

In der Werkstatt hängen die Konstruktionspläne des Robobabaybeetle. So haben die Schüler ihren Roboter genannt, weil er aussieht wie eine Mischung aus Roboter und Käfer. Auf einem Tisch steht ein Joystick. Er ist noch nicht mit dem Roboter verbunden. Am Wettkampf werden die Jugendlichen den Roboter dann aber mit dem Joystick steuern.

Ferngesteuert muss der Roboter eine Scheibe auf einer Halterung befestigen. Anschliessend muss er Bälle in die Halterung befördern und zum Startpunkt zurückkehren. Vorführen lässt sich das bereits. Ein Schüler greift nach einem Schraubenzieher und beugt sich zum Roboter hinunter. Je nachdem an welchem Ventil er schraubt, führt der Roboter eine andere Bewegung aus. Diese funktionieren über Luftdruck.

«Alles klappt bereits. Jetzt müssen wir nur noch etwas üben.»

Reibungslos funktioniert hat nicht immer alles. Ursprünglich sollte der Roboter durch einen Hebemechanismus auf ein Podest hinaufgelangen. Da aber das Gewicht zu schwer war, klappte das nicht. Die Schüler haben sich daher für eine originelle Lösung entschieden: Der Roboter kippt nun zunächst sein Vorderteil auf den Podest und zieht danach den hinteren Teil nach.

Auf den Wettbewerb freuen sich die Schüler. «Klar wollen wir gut abschneiden, aber in erster Linie zählt für uns der olympische Gedanke», sagt Julian Lehmann. Vor allem aber sei es eine Chance, zusammen eine solche Erfahrung sammeln zu können. Einig sind sich auch alle darin, dass diese Erfahrung ihnen später nützen wird. Sie alle träumen von einem Beruf im technischen Bereich.

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