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Ein Platz für Sternenkinder am Kantonsspital St.Gallen

Eltern, die ihr Kind früh während der Schwangerschaft verlieren, hatten bisher keinen Ort für ihre Trauer. Dies soll sich nun ändern. Am Kantonsspital St.Gallen ist ein Gedenkort für Sternenkinder geplant.
Christoph Renn
Der Gedenkort ist bei der Frauenklinik östlich des Hochhauses 04 geplant. (Bild: Michel Canonica/Benjamin Manser)

Der Gedenkort ist bei der Frauenklinik östlich des Hochhauses 04 geplant. (Bild: Michel Canonica/Benjamin Manser)


Der Verlust eines Kindes stürzt die Eltern in eine tiefe Krise. Egal, in welcher Phase der Schwangerschaft. Jährlich verlieren im Kantonsspital St. Gallen 30 bis 35 Frauen ihr Kind noch vor der 22. Schwangerschaftswoche. Diese Föten werden Sternenkinder genannt (siehe Zweittext). Für die Eltern gibt es am Kantonsspital St. Gallen aber keinen Ort, den Verlust verarbeiten zu können. Auch die Angehörigen können ihre Trauer an keinem Platz verarbeiten.

Dies soll sich nun ändern: Es ist ein Gedenkort für Sternenkinder auf dem Areal des Kantonsspitals mit Nähe zur Frauenklinik und zum Neubau des Ostschweizer Kinderspitals geplant. Das entsprechende Baugesuch liegt noch bis morgen Mittwoch öffentlich im Amtshaus auf. Für Eltern, die ihr Kind schon früh verloren haben, plant das Kantonsspital einen rund 40 Quadratmeter grossen Platz zur Trauer. «Dieser wird mit Kies aufgefüllt», sagt Urs Buschor, Leiter Bau und Raum beim Kantonsspital. Rundherum werde er mit Sitzgelegenheiten eingemauert. Bäume und Büsche werden die Gedenkstätte zieren. «In der Mitte platzieren wir einen Findlingsbrunnen.»

Auf Initiative der Frauenklinik

Der Gedenkort für Sternenkinder wird auf der Ostseite des Hauses 06, der Frauenklinik, errichtet. «Dort gibt keinen Verkehrslärm», sagt Buschor. Die Lage sei abseits der Hauptwege ohne viel Bewegung oder Einsicht aus den Bettenzimmern. Dies seien zwei wichtige Kriterien bei der Standortwahl gewesen. Er ist über den Park auf der Südseite der Frauenklinik erreichbar. «Und er ist mit dem Rollstuhl zugänglich», ergänzt Buschor.

Gibt es keine Einsprachen, beginnen die Bauarbeiten bereits in der ersten Septemberwoche. «Wir wollen den Platz in zwei bis drei Monaten fertigstellen», sagt Buschor. Der Gedenkort für die Sternenkinder kostet rund 200000 Franken. Dort soll dann jährlich eine Feier für die Angehörigen gestaltet werden. «Wir haben bereits in der Vergangenheit mehrmals jährlich einen Anlass für Angehörige von Sternenkinder organisiert», sagt Buschor. Diese hätten aber jeweils auf einem Friedhof stattgefunden. Mit dem neuen Gedenkort für Sternenkinder könne ihr kurzes Dasein noch stärker gewürdigt werden.

Der neue Ort der stillen Trauer wird auf Initiative der Frauenklinik und der Spitalseelsorge gebaut. Der Gedenkort ist aber nicht nur für Angehörige von Sternenkinder gedacht. «Er ist frei zugänglich und soll am Kantonsspital St. Gallen eine Insel der Besinnung werden», sagt Buschor.

Bundesrat nimmt sich der Sternenkinder an

Die Trauer um Sternenkinder ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus der Spitäler aber auch der Politik gerückt. So gibt es ähnliche Gedenkstätten unter anderem in Herisau oder im thurgauischen Steckborn. Zudem ist das Thema auch auf der politischen Agenda des Bundesrates. Dieser schlägt vor, dass Eltern ihre Fehlgeborenen staatlich anerkennen lassen und beim Zivilstandesamt eintragen können. Dies ist bisher nicht möglich.

Sie gelten noch nicht als Menschen

Ein Fötus vor der 22. Schwangerschaftswoche oder unter 500 Gramm gilt noch nicht als Mensch. Engels- oder Sternenkinder – wie sie auch genannt werden – können von den Eltern nicht beim Zivilstandsamt gemeldet werden. Diesen Sternenkindern werden von Gesetzes wegen keine Zivilstandsurkunden ausgestellt. Lange behandelten Spitäler Fehlgeburten wie Operationsabfälle. In den vergangenen Jahren hat sich dies jedoch in vielen Spitälern geändert. So gibt es auch Gemeinschaftsgräber für Sternenkinder. (ren)

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