«Ein Ort, an dem tout Saint-Gall willkommen ist»: Was Gäste nach dem Ende der Ära Peter Schildknecht vom Lokremise-Restaurant erwarten können  

Die Peter Schildknecht Gastronomie AG betreibt das Restaurant in der Lokremise noch bis Ende Jahr. Die Nachfolge ist bereits geregelt.

Christoph Renn
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Das Lokal in der Lokremise beim Bahnhof erhält Anfang 2021 neue Pächter.

Das Lokal in der Lokremise beim Bahnhof erhält Anfang 2021 neue Pächter.

Bild: Archiv/Ralph Ribi

Französisches Flair soll im kommenden Jahr Gäste in das Restaurant in der Lokremise locken. So zumindest sieht es das Konzept «Paris, chez LOK» vor. Hinter der Idee stehen Mehmet Daku, Samuel Vörös und Marcel Walker, die sich bereits mit anderen Restaurants in der Stadt einen Namen gemacht haben. Sie lösen im Restaurant in der Lokremise einen anderen bekannten Namen ab: Der Pachtvertrag für das Restaurant mit der «PSG – Peter Schildknecht Gastronomie AG» läuft Ende des Jahres 2020 aus.

Mirjam Hadorn, Geschäftsführerin stellt klar, dass der Pachtvertrag mit der «Peter Schildknecht Gastronomie AG» nicht wegen Unstimmigkeiten aufgelöst wird. Sie erklärt:

«Da es sich bei der Lokremise-Gastronomie um einen öffentlichen Auftrag handelt, war die Stiftung Lokremise verpflichtet, die Gastronomie neu auszuschreiben.»

Und Hadorn ergänzt, dass die Firma «PSG – Gastronomie AG» an der Ausschreibung nicht mehr beteiligt war.

Mirjam Hadorn.

Mirjam Hadorn.

Beat Belser

Grosses Interesse an dem Pachtvertrag

Das Interesse an einem Pachtvertrag für das Restaurant war gross. Am Ende durften fünf Bewerber ihr Konzept vorstellen. «Wir hatten 52 sachverständige Kontakte und zwölf nähere Evaluationen, bevor sich die besten Konzepte herauskristallisiert haben», sagt Hadorn. Die Herausforderung für die Nachfolger von PSG sei gross gewesen. So musste im Konzept die Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren im spartenübergreifenden Kulturzentrum Lokremise thematisiert werden. «Zudem gibt es in der Lokremise ein sehr breites Publikum», sagt Hadorn.

Die neuen Pächter seien also gefordert gewesen, ein Konzept zu präsentieren, das eine breite Sparte an Wünschen abdecke. «Das war die wichtigste Anforderung an die Bewerber.» Zudem sei die Ausschreibung dazu genutzt worden, um innovative Konzepte und tragfähige Geschäftsideen für ein bunt gemischtes Publikum zu suchen.

Das Konzept mit dem Arbeitstitel «Paris, chez LOK» hat den Zuschlag von der Stiftung Lokremise erhalten. Das Angebot reiche vom Gipfeli zum Frühstück über einen feinen Apéro bis hin zu einem opulenten Abendessen. Das Konzept habe den Stiftungsrat der Stiftung Lokremise in jeder Hinsicht überzeugt. «Mit dem französischen Brasserie-Angebot, das lokale Anbieter miteinbezieht, schaffen sie einen Ort, an dem ‹tout Saint-Gall› willkommen ist», sagt Hadorn.

Drei bekannte Namen

Die drei Gastronomen Mehmet Daku, Samuel Vörös und Marcel Walker lösen die «PSG – Peter Schildknecht Gastronomie» ab. Sie sind in der St.Galler Gastronomieszene bekannte Gesichter und führen gleich mehrere Gaststätten in der Stadt. Marcel Walker hat sich als Ökonom, Kulturveranstalter und Künstleragent in der Stadt St.Gallen einen Namen gemacht. Zudem ist er Vizepräsident der FDP Appenzell Ausserrhoden und Kantonsrat. Im Herbst 2007 hat er gemeinsam mit Florian Rieser das Restaurant Lagerhaus eröffnet. Weiter ist er Mitträger des im vergangenen Jahr eröffneten «Brauwerks» beim Bahnhof und des Restaurants Zur Werkstatt. Der zweite im Bunde ist Samuel Vörös. Er ist in der Stadt aufgewachsen und kennt die Gastronomie von der Pike auf. So absolvierte er nach seiner Kochlehre die Hotelfachschule Luzern. Wie Marcel Walker ist auch er Teil des «Lagerhauses» und des «Brauwerks». Zudem ist er in verschiedenen Projekten in Luzern tätig. Mehmet Daku ist seit Oktober 2014 Betriebsleiter im Restaurant Lagerhaus. Er hat zwischenzeitlich an der Konzeption des «Brauwerks» und «Zur Werkstatt» mitgewirkt und die Betriebe nach der Eröffnung operativ begleitet. Mehmet Daku ist gelernter Koch. (ren)

Die Details sind noch nicht geklärt

Die Verträge mit den neuen Pächtern sind bereits unterzeichnet. Die Detailplanung steht jedoch noch an. Die neuen Pächter lassen durchblicken, dass sie in Bezug auf das kulinarische Angebot schon eine sehr genaue Vorstellung haben. Wie genau die Menus im neuen Restaurant in der Lokremise daherkommen werden, verraten sie jedoch noch nicht.

Noch nicht geklärt sei hingegen, wie das Interieur der neuen Gaststätte aussehen werde. Die neuen Pächter sind bekannt dafür, dass sie in ihren Restaurants einen klaren Schwerpunkt legen. So steht im «Lagerhaus», das die drei Gastronomen ebenfalls betreiben, Fleisch im Zentrum. Im «Brauwerk» hingegen haben sie das Konzept rund um das Bier entwickelt.

Auch in einer Lokremise-Brasserie spielt das Bier eine wichtige Rolle. Das neue Restaurant soll laut Mirjam Hadorn aber keine Konkurrenz zum bestehenden Angebot in der Stadt sein, sondern Einzigartiges und Neues bieten.

Für wie viele Jahre sich die neuen Pächter verpflichtet haben, bleibt offen. Es dürfte jedoch im selben zeitlichen Rahmen wie beim Vorgänger liegen. Die «PSG Gastronomie AG» hatte einen Pachtvertrag für fünf Jahre, der einmal verlängert wurde. Bis Ende Jahr wird das Restaurant Lokal nach dem heutigen Betriebskonzept der «PSG Gastronomie AG» geführt. «Peter Schildknecht und sein Team haben in den Anfangsjahren der Lokremise wertvolle Aufbauarbeiten geleistet», sagt Mirjam Hadorn. Sie hätten den Betrieb des Restaurants aufgebaut, etabliert und während zehn Jahren erfolgreich geführt. Doch nun sei die Zeit reif für ein neues Konzept und die Verwandlung in eine Brasserie.

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