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Bürgersprechstunden werden in der Region Rorschach seltener angeboten

Sprechstunden sind bei Gemeindepräsidenten ein gängiges Instrument zum Austausch mit der Bevölkerung. Manche verzichten seit Jahren darauf. Andere greifen auf andere Formen der Kommunikation zurück.
Jolanda Riedener
Geschlossene Türen gibt es selten: Die Gemeindeoberhäupter stehen für Gespräche unter vier Augen bereit, die Rahmenbedingungen unterscheiden sich hingegen. (Bild: Urs Bucher)

Geschlossene Türen gibt es selten: Die Gemeindeoberhäupter stehen für Gespräche unter vier Augen bereit, die Rahmenbedingungen unterscheiden sich hingegen. (Bild: Urs Bucher)

In den Gemeinden der Region sind Bürgersprechstunden ein nützliches Instrument: Vorgegebene Zeiten ermöglichen ein spontanes oder geplantes Treffen unter vier Augen im Rathaus. Einige Gemeinden verzichten allerdings ganz auf fixe Gesprächszeiten. In Rheineck etwa gibt es seit vielen Jahren keine Bürgersprechstunden mehr. Auch, weil diese schlecht besucht wurden. «Ich stehe jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung. Die Bürger können einen Termin abmachen oder einfach vorbeikommen», sagt Stadtpräsident Hans Pfäffli.

Auch Thals Gemeindepräsident Robert Raths verzichtet seit jeher auf Bürgersprechstunden. «Meine Türe steht immer offen», sagt Raths, sein Büro befindet sich darum auch im Erdgeschoss. Der langjährige Präsident von Thal mag den direkten Kontakt zu seinen Bürgern.

«In diesem Amt steht man in der Öffentlichkeit und ich suche den Kontakt zur Bevölkerung»,

sagt Raths. Der Gemeinderat setze deshalb auch auf Informationsanlässe, um die Gemeinde direkt zu anstehenden Projekten zu informieren. Ein direktes Gespräch sei ihm denn auch lieber als E-Mails.

Statt Gespräch gesucht den Rechtsweg beschritten

Kürzlich musste die Gemeinde Thal eine Klage zur Kenntnis nehmen: Ein Bürger vermutete, dass die Gemeinde den Strom nicht korrekt einkauft und klagte beim Kanton, wie der «Rheintaler» schreibt. Die Anklagekammer kam nach der Prüfung der Sachlage zum Schluss, dass kein Anhaltspunkt für ein strafbares Verhalten der Gemeindebehörde vorliegt. «Wir bedauern, dass die Bewohner mit ihren Anliegen nicht direkt zu uns kommen. Ob eine Klage der richtige Weg ist, sich über ein Thema zu informieren, stellen wir in Frage», wird Raths zitiert. Man begrüsse es zwar, wenn die Bürger das Vorgehen und die Beschlüsse des Rates kritisch hinterfragen. Allerdings müsse man Aufwand und Ertrag abwägen. Bei diesem Vorfall handle es sich eher um eine Ausnahme. Bisher sei Raths mit dem direkten Umgang gut gefahren.

Beat Hirs, Gemeindepräsident in Rorschacherberg verzichtet ebenfalls auf fixe Sprechstunden. «Man kann jederzeit mit mir einen Termin für ein Gespräch abmachen», sagt Hirs. Er sei bei Fragen auch telefonisch oder per E-Mail für die Rorschacherberger da. «Selbstverständlich bin ich auch abends für ein persönliches Treffen bereit, das gehört zum Job», sagt Hirs.

«Baustellen» am Dorfrundgang behandeln

Auch Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller bietet keine Sprechstunden an. Wer mit ihm etwas bereden will, könne sich bei seiner Sekretärin einen Termin geben lassen, so Müller.

Michael Götte, Gemeindepräsident in Tübach steht der Bevölkerung ebenfalls jederzeit zur Verfügung. «Jeder, der ein Anliegen hat, kann sich bei der Verwaltung melden und einen Termin vereinbaren», sagt Götte. Innerhalb von 24 Stunden liesse sich je nach Dringlichkeit in der Regel ein Termin finden. Die Tübacherinnen und Tübach müssen jedoch selbst aktiv werden. Ein Anlass, der sich bewährt habe, ist der jährliche Dorfrundgang, der heute Abend stattfindet. Vorab können dem Gemeinderat «Baustellen» oder Diskussionspunkte mitgeteilt werden, diese werden dann beim Rundgang durchs Dorf besprochen.

Manchmal hilft der Ratsschreiber aus

Nach wie vor bieten die Gemeinden Untereggen, Steinach, Horn und Goldach entsprechende Zeitfenster für die Anliegen der Bürger an. In Steinach und Horn werden die Termine vorab im Gemeindeblatt publiziert. Die Sprechstunden werden aber unterschiedlich genutzt. «Das Interesse hat eher abgenommen», sagt Horns Gemeindepräsident Thomas Fehr. Natürlich seien auch Treffen ausserhalb dieses Rahmens möglich. Die Horner Bürger würden ihre Anliegen am liebsten per E-Mail deponieren. Oft sei auch der Gemeinderatsschreiber Anlaufperson, da Fehr nur im 20-Prozent-Pensum beschäftigt ist.

Auch Untereggens Gemeindepräsident Norbert Rüttimann übt sein Amt Teilzeit aus. Am Montag und Donnerstagnachmittag ist Rüttimann im Gemeindehaus präsent, wo er nach Anmeldung auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung steht.

Präsidenten via Blog näher kennenlernen

Etwa alle zwei Monate bietet Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach, Sprechstunden an. «Selbstverständlich sind Treffen immer möglich», sagt Gemperli. Es handle sich bei den Sprechstunden aber um ein Gefäss, das er gerne anbiete. «Es geht auch um die Botschaft. Die Bürger sollen diese Möglichkeit haben», sagt Gemperli. Die Sprechstunden werden zwar nach wie vor genutzt, jedoch komme es auch vor, dass gar niemand komme. Wie gut sie genutzt werde, das sei aber zweitrangig. «Es geht auch darum, Gesprächsbereitschaft zu zeigen und die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen», sagt Gemperli.

Er hat aber noch ein weiteres Instrument, das zum Austausch mit der Bevölkerung einlädt: Auf seinem Blog schreibt der Goldacher über Erlebnisse aus dem Alltag, veröffentlicht Stellungsnahmen oder verfasst, was ihn gerade bewegt. Ursprünglich war der Blog dazu gedacht, dass die Golacher ihren neuen Präsidenten besser kennen lernen.

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