Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein neues Dorfzentrum für Tübach: Bald fahren die Bagger auf

Nach jahrelanger Planung und Widerstand aus der Bevölkerung steht der Spatenstich
für die Zentrumswiese Tübach kurz bevor. Im Frühling 2021 sollen die letzten Wohnungen bezugsbereit sein.
Jolanda Riedener
So sieht das Tübacher Dorfzentrum aktuell aus. Auf dem Grundstück unterhalb der Kirche sind sieben Wohnhäuser geplant. (Bild: Tino Dietsche 14. März 2019)

So sieht das Tübacher Dorfzentrum aktuell aus. Auf dem Grundstück unterhalb der Kirche sind sieben Wohnhäuser geplant. (Bild: Tino Dietsche 14. März 2019)

An die Visiere haben sich die Tübacherinnen und Tübacher mittlerweile gewöhnt, beinahe gehören sie schon zum Dorfbild. Zur Überbauung der Zentrumswiese hat die Erbgemeinschaft Josuran vor sieben Jahren eine Studie in Auftrag gegeben hat. In knapp drei Wochen steht nun der Spatenstich an. Wie die Gemeinde Tübach mitteilt, hat eine Partei Rechtsmittel ergriffen, als das Projekt bis Ende Februar beim kantonalen Baudepartement auflag. In der Zwischenzeit wurde der Rekurs aber zurückgezogen. Damit steht dem Baustart nichts mehr im Weg und Tübachs neues Dorfzentrum nimmt bald Gestalt an.

Elias Zürcher, Vorsitzender Geschäftsleitung der Fortimo AG, freut sich: «Es ist immer ein erfreulicher Meilenstein, für ein derartiges Projekt die Baubewilligung zu erhalten.» Die Firma Fortimo ist Eigentümerin von sechs der sieben geplanten Wohnhäuser und für die Vermarktung der ganzen Überbauung zuständig. Manchmal gehe die Bewilligungsphase relativ schnell und manchmal etwas langsamer. Nicht selten verzögere sich der Prozess aufgrund von Einsprachen. «Das muss aber nicht negativ sein. Es ist bisweilen auch gut, dass Nachbaranliegen im Ausführungsprojekt berücksichtigt werden können, bestenfalls zum Vorteil aller Beteiligten», so Zürcher.

Unterschriftensammlung und Einsprachen

Einsprachen blieben in Tübach nicht aus. Die Gemeinde erliess einen Gestaltungsplan: Damit sollten die öffentlichen Interessen bei der Überbauung im Dorfzentrum berücksichtigt werden.

Gegen die Pläne der Eigentümer und der Gemeinde machten einige Tübacherinnen und Tübacher mobil. Besonders aktiv waren Annette und Thomas Aepli. 2015 sammelten sie Unterschriften gegen die 12000 Quadratmeter grosse Überbauung mit 76 Wohnungen. Fünf Prozent der Stimmberechtigten unterschrieben und retournierten das Flugblatt damals, um gegen den Gestaltungsplan zu opponieren. Neben dem Bevölkerungszuwachs störten sich die Gegner an den geplanten Flachdächern, die in diesem Ausmass nicht zum ländlichen Tübach passen würden.

Auch die katholische Kirche hat Rekurs beim kantonalen Baudepartement eingereicht. Während zweier Jahren blieb er hängig. Auch sie kritisierte die Flachdächer und die Grösse der Überbauung. Schliesslich beurteilte der Kanton das Vorgehen der Bauherrschaft mit Projektwettbewerb und kompetenten Preisrichtern als vorbildlich.
Gegen einen Fussweg, der durch ihr Gartenareal führen sollte, wehrte sich die Kirchgemeinde hingegen erfolgreich. Eine Aussprache mit dem Gemeinderat sowie Vertretern der Investorin und Grundeigentümerin Fortimo brachte 2017 schliesslich eine Einigung: Der lange Baukörper in Kirchennähe wird in der Länge auf 57 Meter reduziert.

Das juristische Seilziehen nahm schliesslich ein Ende. Das kantonale Baudepartement genehmigte den Gestaltungsplan und retournierte ihn an die Gemeinde. «Dies hat einige Zeit in Anspruch genommen», schreibt der Gemeinderat im Januar dieses Jahres.

In drei Wochen beginnen die Bauarbeiten

Der offizielle Spatenstich mit geladenen Gästen ist gemäss Elias Zürcher von der Firma Fortimo inzwischen auf den 4. April angesetzt. Die sieben Wohnhäuser entstehen auf der Wiese zwischen Schulstrasse, Ruhebergstrasse, Kirchstrasse und katholischer Kirche. Sie sind mit einer Tiefgarage verbunden und verfügen über Begegnungszonen und eine Spielwiese. Die Gebäude werden in Etappen realisiert und ohne Unterbruch vollzogen. Der gestaffelte Bezug der Wohnungen erfolgt gemäss Zürcher voraussichtlich im Winter/Frühling 2020/21. In vier Häusern sind 31 Eigentumswohnungen geplant, 14 haben potenzielle Käufer reserviert. Für die 45 Mietwohnungen in den übrigen drei Häusern gibt es 17 Interessenten.

Im Haus 1, gegenüber der Kirche, sind 530 Quadratmeter für Gewerbeflächen im Erdgeschoss vorgesehen. Der Gemeinderat beabsichtigt, möglicherweise das Lokal zu kaufen. «Hier bietet sich eine öffentliche Nutzung an», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. Konkretes gebe es dazu aber noch nicht. Vorstellbar wäre allenfalls einmal ein Lebensmittelgeschäft.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.