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Ein neues Busdepot für St.Gallen: Eine ziemlich lange Liste offener Fragen

Die Stadt kann ein Vorprojekt für ein Betriebszentrum für die Technischen Betriebe erarbeiten lassen. Das Parlament hat den dafür nötigen Kredit von 2,5 Millionen Franken am Dienstagabend bewilligt.
Reto Voneschen
Das Areal an der Ecke Zürcher Strasse (unten im Bild) und Rechenstrasse, auf dem die Stadt ein neues Busdepot, einen Werkhof für die Stadtwerke und Büros für die Administration der Technischen Betriebe erstellen will. (Bild: Benjamin Manser - 26. Oktober 2018)

Das Areal an der Ecke Zürcher Strasse (unten im Bild) und Rechenstrasse, auf dem die Stadt ein neues Busdepot, einen Werkhof für die Stadtwerke und Büros für die Administration der Technischen Betriebe erstellen will. (Bild: Benjamin Manser - 26. Oktober 2018)

St.Gallen will an der Rechenstrasse einen 80 bis 120 Millionen Franken teuren Neubau für die Technischen Betriebe erstellen. Kernstück ist ein neues Busdepot. Weiter soll es hier Platz für den Werkhof der Stadtwerke sowie die Büros verschiedener administrativer Bereiche der Technischen Betriebe geben.

So will der Stadtrat die heutigen Standorte der Dienststellen vor allem an der Steinachstrasse freispielen. Hier soll mit dem Auszug der Verwaltung an bester Lage ein Entwicklungsgebiet für Med-Tech- und IT-Unternehmen entstehen.

SVP legt sich quer: Stadtrat soll mehr Infos liefern

Am Dienstag hatte das Parlament über einen Kredit von 2,5 Millionen Franken zur Entwicklung eines Vorprojektes zu entscheiden. Die Vorlage wurde von der grossen Mehrheit freundlich bis sehr freundlich aufgenommen. Einzig die SVP legte sich quer: Sie wollte das Geschäft zurückweisen. Nicht, weil sie im Grundsatz gegen den Neubau eines Betriebszentrums ist, sondern weil für sie in der aktuellen Vorlage viele Fragen offen sind.

Blick vom potenziellen Bauplatz für die Technischen Betriebe in Richtung Zürcher Strasse. Die alten Häuser müssten dem Bauprojekt weichen. (Bild: Benjamin Manser - 16. Februar 2017)

Blick vom potenziellen Bauplatz für die Technischen Betriebe in Richtung Zürcher Strasse. Die alten Häuser müssten dem Bauprojekt weichen. (Bild: Benjamin Manser - 16. Februar 2017)

Der Stadtrat müsse aufzeigen, wieso die Projektierung so viel mehr koste als bei früheren Plänen, die eine Erweiterung des Depots an der Steinachstrasse vorsahen, forderte Jürg Brunner (SVP) für seine Fraktion. Weiter solle er alternative Standorte vorschlagen oder begründen, wieso die Verwaltung auf dem Wohnbauland an der Rechenstrasse im Grünen zwischen Freizeitangeboten und Schulen Vorrang habe.

Weiter verlangte der SVP-Rückweisungsantrag Rechenschaft darüber, was die Stadt mit ihren teils langjährigen Mietern an der Rechenstrasse zu tun gedenke. Darüber verliere die Projektierungsvorlage nämlich kein Wort, kritisierte SVP-Fraktionspräsidentin Karin Winter-Dubs. Das sei nicht korrekt: Immerhin gehe es dabei um Familien und Menschen.

Alle anderen möglichen Standorte verworfen

Die Rückweisung bringe nichts, hielt Stadtrat Peter Jans dagegen. Das neue Projekt koste mehr, weil es eben nicht mehr nur der Ausbau eines bestehenden Depots, sondern eine umfangreichere Planung mit strategischen Zielen sei. Und selbstverständlich werde man vor Baubeginn Mieterinnen und Mieter bei der Suche nach Lösungen unterstützen, versicherte Jans.

Eines der alten Häuser im Areal Zürcher- und Rechenstrasse. (Bild: Benjamin Manser - 16. Februar 2017)

Eines der alten Häuser im Areal Zürcher- und Rechenstrasse. (Bild: Benjamin Manser - 16. Februar 2017)

Einen anderen Standort gebe es auch nicht; das habe man einlässlich geprüft, versicherte Stadtrat Jans. Das Areal fürs Bauprojekt müsse eine gewisse Grösse haben. Und das Busdepot dürfe nicht zu weit weg vom Hauptbahnhof sein, um unökonomische Leerfahrten zu minimieren. Die Rechenstrasse liege im möglichen Perimeter. Eine Auslagerung des Depots an die Peripherie im Westen oder Osten mache keinen Sinn.

Alle Fraktionen haben Fragen und Forderungen

Von den anderen Parlamentsfraktionen wurden die Pläne des Stadtrats im Grundsatz freundlich aufgenommen. Es seien viele Fragen offen, das sei bei einem Projekt dieser Grössenordnung aber nur natürlich. Und es sei ja genau Aufgabe der Vorprojektierung, diese offenen Fragen zu beantworten, hielten Doris Königer (SP) für die SP/Ju­so/PFG-Fraktion, Daniel Stauffacher (CVP) für EVP/CVP, Stefan Keller für die FDP, Franziska Ryser (Junge Grüne) für Grüne/Junge Grüne sowie Jacqueline Gasser für die Grünliberalen fest.

Jede Fraktionssprecherin, jeder Fraktionssprecher leistete dann einen eigenen Beitrag zur Verlängerung des Fragenkatalogs. Quer durchs Parlament wurde das Freispielen der VBSG- und Stadtwerke-Liegenschaften an der Steinachstrasse als Chance hervorgehoben.

Die Entwicklung dieser Areale müsse zügig und parallel zum Neubau-Projekt an der Rechenstrasse vorangetrieben werden. Der Stadtrat müsse Gestaltungswillen zeigen. Und, so forderte die FDP, die Areale müssten der Privatwirtschaft zur Verfügung stehen, nicht Verwaltung oder staatsnahen Betrieben.

Kein architektonischer «Prunkpalast»

Einig war sich das Parlament auch, dass an der Rechenstrasse kein architektonischer «Prunkpalast» entstehen soll. Gefragt sei eine qualitativ hochstehende Zweckbaute, die bezüglich Energieeffizienz, Ökologie und Platz­ausnutzung ein Vorzeigeprojekt sein müsse.

Der Rückweisungsantrag der SVP wurde mit sieben Ja gegen 52 Nein abgelehnt. Den Kredit von 2,5 Millionen Franken zur Entwicklung des Vorprojekts hiess das Parlament dann mit 52 Ja und sieben Nein gut. SP-Parlamentarier Peter Olibet und Stadträtin Maria Pappa befanden sich beim Geschäft im Ausstand.

Blick ins heutige Busdepot der Verkehrsbetriebe St.Gallen (Bild: Michel Canonica -9. November 2018)

Blick ins heutige Busdepot der Verkehrsbetriebe St.Gallen (Bild: Michel Canonica -9. November 2018)

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