Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Glosse

Ein Missverständnis mit Folgen: Gärtnerei ersetzt vermeintlich gestohlene Eibenbäumchen

Ein dreister Diebstahl beklagte ein Liegenschaftsverwalter. Drei Eibenbäumchen wurden aus dem Garten gestohlen. Nun stellt sich heraus: Es war ein Missverständnis. Der Grund: Fehlende Kommunikation.
Jolanda Riedener
Drei Eibenbäumchen fehlten, deshalb hat die Verwaltung Anzeige erstattet. Nun ist klar: Alles war ein Missverständnis. (Bild: Jolanda Riedener)

Drei Eibenbäumchen fehlten, deshalb hat die Verwaltung Anzeige erstattet. Nun ist klar: Alles war ein Missverständnis. (Bild: Jolanda Riedener)

«Es ist kaum zu glauben»: Drei im Herbst gepflanzte Eibenbäumchen waren über Nacht verschwunden. Toni Angehrn, Liegenschaftsverwalter einer Rorschacher Siedlung in der Nähe des Mühletobelbachs, traute seinen Augen nicht. Zwischen den restlichen Pflanzen blieben drei Löcher übrig, gemacht von Menschenhand. Ein Vorfall, der nicht nur bei den Betroffenen Kopfschütteln auslöst. Wer klaut Eibenbäumchen? Aus einem privaten Garten? In Rorschach? Und buddelt diese noch selber aus? Ein besonders dreistes Vorgehen, das sich kaum nachvollziehen lässt.

Obwohl: Es ist schon ganz Anderes geklaut worden. Die Hemmschwelle sinkt bedauerlicherweise – auch in unserer Region. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, kommt weg. So haben Langfinger vor gut zwei Jahren einem Thaler Winzer 300 Sandsteine gestohlen, die dieser für die Reparatur von Trockenmauern gebraucht hätte. In Wattwil haben Diebe aus einem Einfamilienhaus drei Viehglocken mitgehen lassen und ein Rorschacher Restaurant hatte mehrere entwendete Olivenbäume zu ersetzen.

Auch Eibenbäumchen werden nicht verschont, könnte man deshalb naheliegend vermuten. Die schmucken Pflanzen machen sich gut im eigenen Garten, schliesslich steht die Gartensaison bevor.

Gartenbauer haben alle Hände voll zu tun

Auch die Rorschacher Gärtnereien haben diese Tage alle Hände voll zu tun. Denn jetzt kommt die Zeit, in der die Abende und Wochenenden wieder draussen verbracht werden. Wenn Besuch kommt zum Grillplausch, soll der Garten schön aussehen. In einem gewissen Übereifer haben wohl jene Rorschacher Gärtner gehandelt, welche die beschädigten Eibenbäumchen am Langmoosweg ersetzen wollten. Bescheid gesagt hatten sie niemandem.

So war für die Verantwortlichen der Liegenschaft klar: Hier waren Verbrecher am Werk. Auch beim städtischen Bauamt wusste niemand von einer erfolgten Neubepflanzung. Zumal die Eiben erst im Herbst als Ersatz in die Erde gesetzt wurden, nach der Fertigstellung der Bachoffenlegung in unmittelbarer Umgebung. Solche Dreistigkeit sollte nicht unbestraft bleiben, eine Anzeige gegen Unbekannt war das Mindeste. Auch die Hausbewohner habe der Liegenschaftsverwalter informiert. Es sei ihm wichtig gewesen, dass die Öffentlichkeit von dieser Unverfrorenheit erfahre, sagt er.

Es haperte bei der Kommunikation

Nicht schlecht staunte Toni Angehrn schliesslich, als sich der Chef einer Rorschacher Gartenbaufirma am Telefon erklärte: Es handle sich um ein Missverständnis. Die Bäumlein waren abgestorben und man habe sie rasch ersetzen wollen. «Ich war der Meinung, die Bauleitung würde Sie informieren und die Bauleitung meinte, ich würde Sie informieren», sagt der Mann am Telefon. Für den Liegenschaftsverwalter war die Sache damit erledigt. Im Nachhinein könne er nun darüber lachen. Was die betroffene Gartenfirma und Bauleitung betrifft, so ist ihnen hoffentlich klar geworden, wie wichtig Kommunikation ist. Auch in der Handwerkerbranche.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.