30 Jahre sind genug: Häggenschwiler Gemeindepräsident will sich seinem Hund und seinen Enkeln widmen

Hans-Peter Eisenring ist nur noch bis Dezember 2020 Gemeindepräsident von Häggenschwil.

Miguel Lo Bartolo
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Unter Hans-Peter Eisenring kaufte die Gemeinde verschiedene Liegenschaften, darunter die «Krone». Bild: Ralph Ribi (13. April 2016)

Unter Hans-Peter Eisenring kaufte die Gemeinde verschiedene Liegenschaften, darunter die «Krone». Bild: Ralph Ribi (13. April 2016)

«Es ist wie beim Fussball: Manchmal kann ein neuer Trainer guttun.» Auf seine bald 30 Jahre als Gemeindepräsident blickt Hans-Peter Eisenring mit Freude zurück. Gestern gab er seinen Rücktritt bekannt. Über seine Nachfolge sorge sich der 63-Jährige nicht. Er könne auf zahlreiche Meilensteine zurückblicken und an einem Punkt aufhören, an dem es seiner Gemeinde gut ginge.

Nach gut 20 Jahren im Dienste der Gemeinde Lütisburg übernimmt Eisenring 2010 das Amt des Gemeindepräsidenten in Häggenschwil, welches er noch bis 31. Dezember 2020 innehaben wird. Immer wieder sorgte er während seiner Amtszeit in Häggenschwil für Schlagzeilen. Ob mit effizienter Steuersenkungspolitik, der Privatisierung der Oberstufe oder mit seiner impulsiven Kauflaune: Eisenring weiss, wie man polarisiert. Das Wohl der Häggenschwiler sei ihm aber bei allen Entscheidungen am Herzen gelegen.

«In kleinen Gemeinden kann man etwas bewirken»

Eisenring arbeitet während 14 Jahren als Gemeindeschreiber in Niederbüren, bevor er für das Amt des Gemeindepräsidenten in Lütisburg kandidiert. Schon damals habe er gemerkt, dass er in kleinen Gemeinden wirklich etwas bewirken könne.

«In grossen Gemeinden brauchen sich nur die Parteien oder das Parlament querzustellen und schon ist alle Arbeit schwierig. Vielleicht ist dann jede Aufopferung umsonst.»

In Lütisburg und Häggenschwil sei das Prozedere angenehmer. «Ich realisiere Dinge gerne, statt nur darüber zu sprechen.» Hier habe er mit seinen Ideen Erfolg. Bei einem guten Gespräch liessen sich die Anwohner meist vom seinem Vorhaben überzeugen. Der unkomplizierte Umgang untereinander sei nicht zuletzt dafür verantwortlich, dass sein Herz schon immer für Kleingemeinden geschlagen habe. «Gerade deshalb habe ich auch nie ein höheres politisches Amt angestrebt.»

Oft auf eigene Faust gehandelt

Mit dem Kauf der Liegenschaft der ehemaligen Gastwirtschaft Krone hatte sich der Gemeinderat von Häggenschwil den Ruf eines einkaufsfreudigen Gremiums geschaffen. Obwohl die Gemeinde laut Eisenring nur strategisch wichtige Liegenschaften erworben hatte, fühlten sich einige Bürger übergangen. Im Falle der «Krone» wurden sie nämlich erst nach Abschluss des Vertrags über den Kauf in Kenntnis gesetzt. Daraufhin forderten sie eine Kürzung der Kreditkompetenzen.

Mittlerweile konnte Eisenring das Vertrauen der meisten Häggenschwiler zurückgewinnen.

«Die Zeit hat gezeigt, dass die Investitionen des Gemeinderats Früchte tragen.»

Viele Pläne für die Zukunft

Eisenring geniesst seine verbleibende Zeit als Gemeindevorsteher, freut sich aber auch auf die Zeit danach. «Es wird mir schwer fallen, mein tolles Team zu verlassen.» Es habe keinen Tag gegeben, an dem er nicht gerne zur Arbeit gegangen sei. Ihn tröstet die Zuversicht, Häggenschwil in fähige Hände übergeben zu können.

Nach seinem Rücktritt wolle er vermehrt Freiwilligenarbeit leisten und, wo es gewünscht wird, weiterhin beratend zur Seite stehen. Seinen privaten Verpflichtungen möchte er auch nachkommen. Eisenring lacht und sagt:

«Mit fünf Enkelkindern und einem Hund dürfte ich genug beschäftigt sein.»

Insgesamt übergibt der 63-Jährige eine finanziell gutgestellte Gemeinde. In seinem Amt habe er viele Höhen und nur wenigen Tiefen durchlebt. «Dass ich selbst über meinen Rücktritt bestimmen darf, ist ein Privileg.»

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