Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wer wird Nachfolger von Röbi Raths? In Thal buhlen noch drei Kandidaten um Stimmen

Die drei verbleibenden Gemeindepräsidiums-Kandidaten greifen einander auf dem Wahlpodium kaum an - ein Streitpunkt ist aber der Kauf des Christareals für 9,5 Millionen Franken. Und der ausgeschiedene CVP-Kandidat Felix Bischofberger wirft Fragen auf.
Jolanda Riedener
Felix Wüst (von links), Michael Fitzi und Werner Reifler zeigen sich vor dem zweiten Wahlgang nochmals von ihrer besten Seite. Bild: Jolanda Riedener

Felix Wüst (von links), Michael Fitzi und Werner Reifler zeigen sich vor dem zweiten Wahlgang nochmals von ihrer besten Seite. Bild: Jolanda Riedener

Felix Wüst (FDP), Michael Fitzi (SVP) und Werner Reifler (CVP) haben sich auf der Bühne des Gasthauses Ochsen positioniert. Einer von ihnen wird das Thaler Gemeindepräsidium ab kommendem Jahr übernehmen. Vor dem zweiten Wahlgang am 17. November stellen sie sich am Mittwoch den Fragen von Moderator Roger Hochreutener (CVP), Gemeindepräsident von Eggersriet, und des Publikums.

In der Aufwärmrunde stellt Michael Fitzi bereits klar: Er sei gegen den Kauf des Christareals, worüber die Bürger ebenfalls am 17. November abstimmen. Felix Wüst nutzt die Gelegenheit, um ein Gerücht zu dementieren: «Ich plane keine Weltreise. Meine Frau geht für drei Monate nach Australien, um Englisch zu lernen.» Werner Reifler, der im ersten Wahlgang die meisten Stimmen holte, betont seine Verwurzelung mit der Gemeinde: «Mir liegt viel an meiner Heimat.»

Grosse Chance oder rausgeschmissenes Geld?

Moderator Hochreutener gestaltet den Abend im Stil einer Bürgerversammlung: «Im nächsten Jahr wird jemand von den dreien die Gemeindeversammlung leiten.» Beim Thema Finanzen kommt das Areal der Cristal Karton AG erneut zur Sprache: Wie man denn sparen würde, wenn das Thaler Eigenkapital einmal bei null ankommt. Fitzi würde sich auf nachhaltige Investitionen beschränken, nicht wie dies beim Christareal der Fall sei. Dieses sei mit 9,5 Millionen Franken viel zu teuer.

Wüst bleibt mit seiner Antwort eher vage: «Gibt es Projekte, die man allenfalls herausschieben kann?» Die Infrastruktur dürfe man jedenfalls nicht reduzieren, denn die Gemeinde müsse attraktiv bleiben. Verschiedene Lösungen zeigt Reifler auf: Steuersubstrat erhöhen, Investitionen stoppen – allerdings nicht bei Bächen oder Verkehr, das sei zu gefährlich – einzelne Investitionen müssten dann überprüft werden. Er sehe im Gegensatz zu Fitzi das Christareal aber auch als Chance, die Haushaltskasse aufzubessern.

Wie viel darf Kinderbetreuung kosten?

Thal gibt derzeit 50000 Franken für Tagesstrukturen und schulergänzende Massnahmen aus. «Reicht das?», will Hochreutener wissen. Fitzi würde erst schauen, ob das Bedürfnis vorhanden sei. Falls ja, würde er ausbauen. Anders sieht das Wüst. Die Kinderbetreuung sei ein entscheidender Faktor für Familien, in die Gemeinde zu ziehen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie könne ausserdem durch solche Angebote verbessert werden. Als aktiver Gemeinderat weiss Reifler, dass der Rat bereits dabei sei, das Angebot auszubauen. Um mehr Betreuungsangebote zu realisieren, brauche es aber eine Mindestanzahl Kinder.

Alle drei Kandidaten haben Erfahrung in der Personalführung. «Welchen Führungsstil pflegen Sie als Gemeindepräsident?» Felix Wüst will die einzelnen Verwaltungsabteilungen in Teams organisieren, deren Leiter sollen in regem Austausch mit dem Präsidenten sein. «Alle sollten eine Schulung zur Personalführung machen», sagt er. Eine Schulung sei für Werner Reifler nicht nötig. «Offen und direkt kommunizieren und zu seinem Wort stehen», so führe er. Michael Fitzi pflege einen offenen Führungsstil. Man brauche auch gute Leute, die einen dabei unterstützen.

Welches Herzensanliegen sie verwirklichen wollten, falls sie gewählt werden, fragt Hochreutener. Fitzi nennt mehrere: Wärmeverbund und Entlastung der Peripherie zum Beispiel. Wüst will wieder ein Restaurant in Buechen. Reifler will die Töberstrasse sicher machen und die Gemeinde weiterhin auf erfolgreichem Kurs führen.

Zweiter CVP-Kandidat stiftet Verwirrung

Ein grosses Fragezeichen löst ein Flyer des «Komitee pro Felix Bischofberger» aus. «Tritt Bischofberger doch wieder an?», lautet eine Wortmeldung aus dem Publikum. Diese Woche hat das Komitee in einem Schreiben dazu aufgerufen, Felix Bischofberger trotzdem zu wählen. Die Kandidaten auf dem Podium wissen nichts davon. Werner Reifler sagt, die Situation sei für seinen Parteikollegen natürlich unglücklich, dieser kandidierte aber nicht mehr für den zweiten Wahlgang.

Reifler erreichte im ersten Wahlgang 24 Stimmen mehr als Bischofberger, worauf sich die CVP für ein Einerticket entschieden hatte. Bischofberger akzeptierte den Parteientscheid und zog sich zurück. CVP-Präsident Cornel Rüst sagt nach dem Podium, Bischofberger habe sich gegenüber der Partei von diesem Schreiben distanziert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.