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Ein letztes Rendez-vous Ostschweizer Kunstschaffender

Eine neunjährige Ära geht zu Ende: Mit der Ausstellung von Barbara Signer und Natalie Price Hafslund schliesst die Reihe Rendez-vous Ostschweizer Kunstschaffender im Rorschacher Kornhaus. Eine Skulptur wird die Vernissage nicht überleben.
Jolanda Riedener
Barbara Signer (links) und Natalie Price arbeiten an der Ausstellung Astral Sleaze. (Bild: Bilder: Jolanda Riedener)

Barbara Signer (links) und Natalie Price arbeiten an der Ausstellung Astral Sleaze. (Bild: Bilder: Jolanda Riedener)

Die Ausstellung Astral Sleaze wird das letzte Zusammentreffen dieser Art von Künstlern im Rorschacher Kornhaus sein. Seit neun Jahren veranstalten Elisabeth und Thomas Krucker zweimal pro Jahr eine Ausstellung im Projektraum. Unter dem Titel Rendez-vous Ostschweizer Kunstschaffender lud das Rorschacher Paar in dieser Zeit Künstlerinnen und Künstler zu unterschiedlichen Themen ein und bereicherte das Kunstangebot in der Hafenstadt massgeblich. Auch die Vernetzung der Kunstschaffenden lag Kruckers am Herzen – 75 Künstlern konnten sie eine Plattform bieten und durch Vernetzungsarbeit für Ausstellungen gewinnen. Rund 9000 Gäste besuchten die Ausstellungen über neun Jahre im Projektraum: «Viele kamen jeweils von weiter her», sagt Elisabeth Krucker.

Eiskalte Kunstwerke

In einer Woche, am 2. Juni, findet die Vernissage von Astral Sleaze statt. Derzeit arbeiten die 35-jährige Barbara Signer – Tochter des renommierten Künstlers Roman Signer – und die 31-jährige Londonerin Natalie Price Hafslund an der Fertigstellung. Insbesondere ihre Skulpturen aus Glacé und Sorbet fordern die Künstlerinnen. «Wir arbeiten dazu in einem Kühlraum in Rorschach», sagt Signer. Wer die Glacé-Skulpturen live sehen möchte, muss allerdings die Vernissage besuchen. Denn danach wird nur eine verlaufene, flüssige Masse übrig bleiben.

Kennengelernt haben sich Signer und Price in Los Angeles während der Mountain School of Art und arbeiteten zusammen in der südkalifornischen Wüste Joshua Tree. Dort sind auch Videoaufnahmen entstanden, die Teil der Installation im Kornhaus darstellen.

Paranormales und Schleimiges

In ihrer Ausstellung befassen sich die Künstlerinnen mit dem Aufeinandertreffen der Begriffe «Astral» und «Sleaze». «Das Zusammenspiel dieser gegensätzlichen Begriffe ist ein Gefühl, das wir ausdrücken wollen», sagt Signer. Unter Astral verstehen sie eine Existenz ausserhalb des Körpers, das Paranormale oder Überirdische. Sleaze hingegen meint das Physische, Irdische, was aber auch etwas Schleimiges, Unangenehmes sein könne. Eine imaginäre und physische Seite gebe es bei vielen Dingen, auch im Alltag. Zum Beispiel im Verlangen, ein Glacé zu essen oder jemandem in die Augen zu schauen, auch das löse physische und imaginäre Reaktionen aus. «Die Aussicht vom Projektraum auf den See ist einmalig», sagt Price. In ihrer Londoner Heimat lebt sie in einem Hausboot auf der Themse.

Abschied ist auch Neuanfang

Die Rendez-vous-Organisatoren Krucker – beide 76-jährig – wollen in Zukunft etwas kürzertreten und verlassen den Projektraum im Kornhaus. Da es sich beim Raum um ein Provisorium handelt, sei die Lancierung der Ausstellung jeweils mit hohem Aufwand verbunden gewesen. Noch ist unklar, wie das Kornhaus künftig genutzt wird. «Wir hoffen, mit dem Projekt einen Stein ins Rollen gebracht zu haben, und, dass die Vision eines Kulturraums in Rorschach in den kommenden Jahren realisiert wird», sagt Elisabeth Krucker. Ganz vom künstlerischen Parkett verabschieden will sich das Ehepaar aber nicht. Im Gegenteil: Ein Nachfolgeprojekt im öffentlichen Raum, namentlich an der Seeuferpromenade, sei bereits aufgegleist. Auch weiterhin wollen sie mit Ostschweizer Kunstschaffenden zusammenarbeiten.

Hinweis

Vernissage: 2. Juni, 11 Uhr, Einführung mit Gabrielle Schaad, Matinée: 10. Juni, 11 Uhr, mit Textcollage von Ralf Bruggmann, Finissage: 17. Juni, 11 Uhr mit Künstlerapéro und Rundgang

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