Die Kantonsratswahlen kommen näher: Im Wahlkreis Rorschach rücken sich Anwärter nochmals ins beste Licht

Mit Bodenseewärme heizen, Berufslehren stärken oder das Spital umnutzen – Ideen haben die Kandidaten genug.

Jolanda Riedener
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Die Kandidaten in der ersten Reihe präsentieren sich einzeln auf der Bühne im «Treppenhaus»: Jonas Streule (EVP, von links), Beni Müggler (Grüne), Sabina Revoli (SVP), Gregor Thurnherr (CVP), Ajete Maliqi (SP), Andreas Eigenmann (GLP) und Felix Kuster (FDP).

Die Kandidaten in der ersten Reihe präsentieren sich einzeln auf der Bühne im «Treppenhaus»: Jonas Streule (EVP, von links), Beni Müggler (Grüne), Sabina Revoli (SVP), Gregor Thurnherr (CVP), Ajete Maliqi (SP), Andreas Eigenmann (GLP) und Felix Kuster (FDP).

Bild: Jolanda Riedener

Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis Rorschach treten zum Schlussspurt an: In neun Tagen ist Wahltag. Am Mittwochabend haben sieben Kantonsratskandidaten sich und ihre Partei dem Publikum im Rorschacher «Treppenhaus» präsentiert. Wer sein Kurzreferat zuerst hält, losen Georg Lanter und Laszlo Nagy aus. Beide sind Vorstandsmitglieder im Verein Rorschach Plus, der den Anlass organisiert.

Den Anfang macht der Jüngste: Jonas Streule (EVP) betont, wie wichtig das duale Bildungssystem ist. Der HSG-Student habe davon profitiert und dank seiner landwirtschaftlichen Ausbildung wisse er, wie man einen Pfahl in die Erde schlägt: «Meine Wahlplakate hielten dem Sturm stand.» Sicherheit und Justiz sei eines seiner Hauptanliegen. Gerade deshalb hält er Karin Keller-Sutter für «die beste Bundesrätin, die Bern je hatte». Weiter suche seine Partei immer den Dialog und das Gespräch mit allen.

Weniger Bürokratie, dafür mehr Firmen und Velowege

Unter dem Motto «sackstark» bewirbt sich Felix Kuster, Präsident der FDP-Kreispartei. Im Kantonsrat würde er die Umsetzung des Autobahnanschlusses samt flankierenden Massnahmen angehen. Ausserdem würde er das Spital Rorschach umnutzen – «wir können die Zahlen nicht ignorieren». Die Vergabekriterien des Lotteriefonds gelte es zu prüfen. Wie Streule würde auch er die Berufslehre fördern und sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie einsetzen: «Gut ausgebildetes Personal liegt brach.» Dieses könnte anstelle von Migranten eingesetzt werden.

Beim Brennpunkt Spital Rorschach steigt auch Sabina Revoli, Präsidentin der SVP-Kreispartei, ein: «Die Angst spielt mit, niemand will das Spital verlieren. Deshalb gilt es, Lösungen zu suchen.» Sie wünscht sich weniger Bürokratie und Regulierungen in der Wirtschaft. Auch über eine nachhaltige Umweltpolitik spricht Revoli ausführlich: Sie sieht die Schweiz als Vorreiterin für erneuerbare Technologien.

Für die CVP ist Gregor Thurnherr am Start: In der Politik treibe ihn an, gemeinsam etwas zu bewegen – so geschehen beim Seeuferweg. «Die Stadt am See ist meine Vision.» Die CVP habe sich früh dafür eingesetzt.

Faire Löhne, Seewärme und Pop-up

«Vor 15 Jahren habe ich mit meinem Sohn die schnellsten Schlittelwege gebaut. Ob meine Enkel noch Schnee in Rorschach erleben werden?», fragt Beni Müggler von den Grünen. Das Potenzial von Seewärme gelte es, erneut zu prüfen. Geländewagen mit Vierradantrieb sollten besteuert und die Velowege ausgebaut werden.

Andreas Eigenmann von der GLP will die Region für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Einwohner attraktiv gestalten. Erreichen will er das mit einem tiefen Steuerfuss und einer guten Infrastruktur. «So könnten Firmen oder Start-ups angesiedelt werden.»

Ajete Maliqis Geschichte ist der Grund, weshalb sie in die Politik einstieg. Sie ist im Kosovo aufgewachsen und habe schwierige erste Jahre in der Schweiz erlebt. In Rorschach engagierte sie sich zum Beispiel fürs Projet Urbain. Bei der SP ist sie, «weil die Partei nicht über Migranten, sondern mit ihnen spreche.» Neben fairen Löhnen und Mieten will sie Frauen und Familien stärken.