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Ein kurzes Gastspiel: Peter Guler verlässt die Gossauer Stadtwerke

Peter Guler, Geschäftsführer der Stadtwerke Gossau, hat kurz vor Ende der Probezeit gekündigt. Bis seine Nachfolge geregelt ist, führt Stadträtin Claudia Martin die eingeleitete Reorganisation fort.
Daniel Wirth

«Der Stadtrat bedauert den Weggang von Peter Guler ausserordentlich, dankt ihm für sein Engagement zum Wohle der Stadtwerke Gossau und wünscht ihm auf seinem privaten und beruflichen Weg alles Gute.» Der Wortlaut des am Donnerstag von der Stadtverwaltung verschickten Communiqués klingt nicht nach einem Streit. Stadträtin Claudia Martin, Vorsteherin des Departementes Versorgung und Sicherheit, sagt auf Anfrage:

«Die Kündigung Peter Gulers hat den Stadtrat überrascht.»

Peter Guler

Peter Guler

Der 52-jährige Maschinen- und Wirtschaftsingenieur sei pflichtbewusst gewesen und habe einen sehr guten Job gemacht, lobt die Stadträtin den Stadtwerkegeschäftsführer, der nach nur drei Monaten heute bereits seinen letzten Arbeitstag hat. Guler selber möchte sich nicht dazu äussern, weshalb er in der Probezeit gekündigt hat. Claudia Martin sagt es so: Guler habe sich seinen Aufgabenbereich anders vorgestellt.

Quasi mit dem Amtsantritt Gulers Anfang Juli wurde eine Reorganisation der Stadtwerke auf den Weg gebracht. Bevor Guler seine Stelle antrat, hatte Urs Peter, Leiter der Zentralen Dienste, die Geschäfte der Stadtwerke interimistisch ein Quartal lang geführt. Denn der vormalige Geschäftsführer Markus Baer hatte den Betrieb nach zweieinhalb Jahren Ende März verlassen. Der Weggang Gulers habe keinen Einfluss auf die eingeleitete Reorganisation, heisst es im Communiqué der Stadtverwaltung.

Urs Peter übernimmt operative Leitung ad interim

Bis eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger Gulers, der vom Hochbauamt des Kantons St. Gallen zur Stadt Gossau gewechselt war, gefunden wird, springt erneut Urs Peter in die Bresche und leitet ab dem 1.Oktober das operative Tagesgeschäft der Stadtwerke. Um sicherzustellen, dass die umfassende Reorganisation erfolgreich fortgesetzt werden könne, werde Stadträtin Claudia Martin die Stadtwerke in den nächsten Monaten «intensiv begleiten», heisst es im Communiqué der Stadtverwaltung.

Claudia Martin, Stadträtin Gossau

Claudia Martin, Stadträtin Gossau

Claudia Martin ist seit Anfang dieses Jahres in der Gossauer Exekutive. Die Stadträtin hat als Vorsteherin des Departementes Versorgung und Sicherheit ein 50-Prozent-Pensum. Die 40-jährige SVP-Politikerin ist auch Mitglied des St. Galler Kantonsparlamentes und arbeitet in Teilzeit als Berufsschullehrerin am Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen. Claudia Martin sagt, sie könne die «engmaschige Begleitung» der Reorganisation der Stadtwerke im Rahmen ihres Pensums bewältigen.

Bei den Stadtwerken in Gossau arbeiten rund 30 Frauen und Männer, inklusive Lehrlingen. Es brauche jetzt Kontinuität, sagt Martin. Im Zug der Reorganisation der Stadtwerke wurde die Geschäftsleitung von fünf auf drei Personen verkleinert. Bis zum Sommer waren die Stadtwerke in vier Abteilungen geteilt: «Netze und Infrastruktur», «Netzdienste», «Markt und Energie» sowie «Zentrale Dienste». Heute sind es drei Abteilungen: «Netze und Infrastruktur» und «Netze» wurden zusammengelegt.

Ausserdem wurden die Stabsstellen «Glasfasernetz» und «Energienetz», die bis zum Sommer direkt der Geschäftsleitung angegliedert waren, in die Abteilung «Markt und Energie» integriert. Dieser Abteilung stand Geschäftsführer Peter Guler direkt vor. Die Neustrukturierung der Abteilung «Markt und Energie» hat damit zu tun, dass die Stadtwerke Gossau in Zukunft stärker am Markt auftreten werden.

Mehr Spielraum am Markt ermöglichen

2016 wollte der Stadtrat die Stadtwerke zu einem rechtlich selbstständigen Unternehmen machen. Das Stadtparlament lehnte die Vorlage 2017 ab und beauftragte den Stadtrat, anderweitig zu ermöglichen, dass die Stadtwerke flexibler am Energiemarkt agieren können. Der Stadtrat legte dem Stadtparlament im März dieses Jahres einen neuen Vorschlag vor, der vom Parlament einstimmig angenommen worden ist: Die Stadtwerke werden heute als unselbstständiges öffentlich-rechtliches Unternehmen geführt.

Dafür brauchte es eine Änderung der Gemeindeordnung, der die Stimmberechtigen Gossauerinnen und Gossauer am 10. Juni dieses Jahres zustimmten. Neu kann der Stadtrat unabhängig vom Budget Energie beschaffen. Die Kompetenz dafür delegiert der Stadtrat an die Stadtwerke, verbunden mit einer umfassenden Risikoüberwachung, wie es damals in der Abstimmungsvorlage hiess.

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