Ein Happy End für die Märlistation in St.Gallen: Nach Verzögerungen ist sie endlich eröffnet

Nach etlichen Verzögerungen ist es nun so weit: Die umgebaute Telefonkabine ist seit gestern eröffnet.

Christoph Renn
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Hokuspokus: Stadträtin Maria Pappa und die Initiantinnen Katy Rohner und Anja Weiss-Gehrer (von links) eröffnen die Märlistation vor den Augen der Kinder mit einem Zauberspruch.

Hokuspokus: Stadträtin Maria Pappa und die Initiantinnen Katy Rohner und Anja Weiss-Gehrer (von links) eröffnen die Märlistation vor den Augen der Kinder mit einem Zauberspruch.

Bilder: Urs Bucher

Kinder rennen aufgeregt vor dem Café Blumenmarkt herum. Gespannt bleiben sie vor einer Telefonkabine stehen. Es ist nicht irgendeine Kabine: Sie ist mit Blätterranken geschmückt, im Inneren lädt eine kleine Bank zum Verweilen ein. Aus einem Lautsprecher sind Märli zu hören. Nur die Türe ist verschlossen. Aus einem guten Grund. «Die Märlistation ist für Kinder, deshalb hat sie auf der Seite einen Eingang in Kindergrösse», sagt Katy Rohner. Sie ist eine der Ini­tiantinnen des ersten «Spielpunktes» in der Stadt St. Gallen. Ist Die Kabine besetzt, erleuchtet ein heller Stern an der Spitze der Kabine.

Gestern konnte die Märlistation beim Blumenmarktplatz feierlich eröffnet werden. Ganz zur Freude der kleinen Besucher, welche die umgebaute Telefonzelle sofort in Beschlag genommen haben. Und auch zur Freude des Stadtrates, der gleich zu dritt Präsenz zeigte und von verschiedenen Dienststellenleitern und dem Chef der Standortförderung persönlich begleitet wurde. «Märli haben eine Faszination für Klein und Gross», sagt Stadträtin Maria Pappa. Und anscheinend auch eine grosse Anziehungskraft für Politiker.

Die Heldinnen in dieser Geschichte

Bei der Projektleiterin Katy Rohner war die Freude und die Erleichterung spürbar. «Bis zur Eröffnung hat es viel Geduld und Durchhaltewille gebraucht», sagt sie. Begonnen hat alles im Frühling 2018, als sich drei Frauen mit der Idee zusammengetan haben. «Unser Ziel war und ist es, das Stadtzentrum zu beleben und familienfreundlicher zu machen», sagt Rohner. Deshalb haben sie sich zur Mitarbeit am Projekt «Forum Zukunft Innenstadt» gemeldet.

Für Katy Rohner, Anja Weiss-Gehrer und Cornelia Benz-Fuhrimann gab es in den kommenden Monaten viele Hürden zu überwinden. «Zuerst dachten wir, dass die Stadt Ideen sucht, diese jedoch selber umsetzt.» Doch dem war nicht so: Die Initiantinnen mussten sich nebst Konzept auch um die Finanzierung kümmern. «Ich bewundere den Einsatz des Projektteams», sagt Stadträtin Maria Pappa. Sie seien die Heldinnen in dieser Geschichte.

Die Märlistation ist das erste Bauprojekt, das sich aus dem «Forum Zukunft Innenstadt» ergeben hat. «Deshalb wussten wir am Anfang nicht, inwiefern wir das Projekt unterstützen sollen oder müssen», sagt Pappa. Der Stadtrat habe sich entschieden, bei solchen Ideen die Führung nicht zu übernehmen. «Wir waren aber sofort bereit, den Initiantinnen beratend zur Seite zu stehen, und unterstützen das Projekt finanziell.»

Baubewilligung für die Märlistation nötig

Den grössten Teil des Geldes für den 30000-Franken-Bau haben die drei Frauen selber gesammelt. Als das Geld der Sponsoren gesichert war, standen noch das Baugesuch und das ganze Baubewilligungsverfahren an. «Wir wussten nicht, welch grossen Aufwand die Märlistation mit sich bringt», sagt Katy Rohner. Erst der Kontakt mit Ivan Furlan, Dienststellenleiter des Amts für Baubewilligungen, hat die nötige Klärung geschaffen. Nun dürften sie ein geglücktes Projekt den Kindern übergeben. Zudem sei die Arbeit mit dem Café Blumenmarkt optimal, dessen Mitarbeiter die Station öffnen und am Abend wieder schliessen.

Rohner hält fest, dass die Märlistation ein erstes Etappenziel ist. «Wir sind daran, den Verein Spielpunkt zu gründen.» An Ideen für weitere Projekte in der Innenstadt mangelt es nicht. So sei unter anderem ein Computerspiel an einer Hausfassade, ein Memory-Spiel mit Bratwurst oder eine klingende Treppe angedacht. Und ab jetzt könne es schneller vorwärtsgehen. Denn nun wüssten sie besser, wie es läuft.

Öffnungszeiten: Mo bis Sa 7 bis 19 Uhr und am So 9 bis 18 Uhr.

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