«Ein grosses, latentes Verlustrisiko»: Die SVP Gossau-Arnegg macht sich Sorgen um die Sana Fürstenland AG

Stadtparlamentarier Andreas Oberholzer stellt dem Stadtrat kritische Fragen zur finanziellen Lage der Sana Fürstenland AG.

Michel Burtscher
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Visualisierung des geplanten neuen Pflegeheims der Sana Fürstenland AG in Gossau.

Visualisierung des geplanten neuen Pflegeheims der Sana Fürstenland AG in Gossau.

PD

Die Sana Fürstenland AG gibt weiterhin zu reden. Mitte März wurde bekannt, dass das kantonale Baudepartement einen Rekurs gegen das Neubauprojekt gutheisst und zwei Sondernutzungspläne sowie einen Teilstrassenplan aufhebt. Der Neubau eines Alterszentrums auf dem Andreasareal rückt damit in weite Ferne. Nun nimmt sich SVP-Stadtparlamentarier Andreas Oberholzer dem Thema mit einem Vorstoss an.

Andreas Oberholzer, SVP Gossau-Arnegg

Andreas Oberholzer, SVP Gossau-Arnegg

PD

In einer Einfachen Anfrage stellt er dem Stadtrat mehrere Fragen zu den Finanzen der Sana Fürstenland AG. Grundlage dafür ist deren Geschäftsbericht 2019 mit Finanzbericht und Jahresrechnung. Oberholzer wählt deutliche Worte: «Diese Zahlen zeigen eine finanzielle Situation der Gesellschaft, welche besorgniserregend ist und ein grosses, latentes Verlustrisiko für die Stadt Gossau darstellt», schreibt er in seinem Vorstoss.

Projektkosten von 3,26 Millionen Franken

Zuerst geht es um die Projektkosten für den Neubau des Alterszentrums. Oberholzer verweist auf eine Stelle im Dokument, in dem der Verwaltungsrat der Sana Fürstenland AG zitiert wird, wonach die aktivierten Kosten von rund 3,26 Millionen Franken werthaltig seien. Er will wissen, auf welche Grundlagen die Verantwortlichen diese Ansicht stützen und wie sie die Situation unter Berücksichtigung der neuesten Entwicklungen beurteilen.

Die nächste Frage behandelt das sogenannte Delkredere. Darunter wird eine Wertberichtigung für voraussichtliche, mutmassliche Ausfälle von Forderungen verstanden. Oberholzer weist darauf hin, dass in der Bilanz mit rund 84000 Franken der gleiche Betrag wie im Vorjahr ausgewiesen werde. Ihn interessiert, welche «latenten Forderungsrisiken» hier zurückgestellt werden. Weiter will er wissen, nun bei der Position «Immaterielle Güter», welche Software für knapp 200000 Franken angeschafft wurde.

Welche Auswirkungen hat die Coronakrise?

Mit Ausrufezeichen äussert sich Oberholzer zum Thema Baurechtsvertrag. In den Dokumenten werde erwähnt, dass «die Sana Fürstenland AG bereits einen Baurechtsvertrag über 80Jahre (!), gültig ab 1.Januar 2017, abgeschlossen hat». Er fragt den Stadtrat, wie der Sana-Verwaltungsrat die Unterzeichnung eines solchen Vertrages und die damit jährlich anfallen Baurechtszinsen von 130000 Franken rechtfertigt, obwohl bis zum heutigen Zeitpunkt noch keine rechtsgültige Baubewilligung vorliege.

Zuletzt kommt Oberholzer auf die Coronakrise zu sprechen. Er weist darauf hin, dass es im Anhang beim Kapitel «Ereignisse nach dem Bilanzstichtag» keine Bemerkung dazu gebe. Der Politiker will darum wissen, ob die bundesrätlich verordneten Massnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus tatsächlich keine finanziellen Auswirkungen auf die Sana Fürstenland AG hätten. Und falls doch, wie diese aussehen und wieso sie nicht erwähnt sind.