Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Goldacher wird zum Hollywood-Star: «Jetzt werde ich ernster genommen»

Der Goldacher Philip Andrew Trümpi ist vor fünf Jahren seinen Träumen gefolgt und nach New York gereist, um Schauspieler zu werden. Derzeit lebt er in London, ist in einem Oscar-nominierten Film zu sehen und hat seine erste grössere Rolle in einer Serie.
Martin Rechsteiner
Der Goldacher Philip Andrew Trümpi (r.) in seiner Rolle als Musikproduzent Reinhold Mack im Kinofilm «Bohemian Rhapsody». Dahinter steht Freddie Mercury, gespielt von Rami Malek. Bild: zVg

Der Goldacher Philip Andrew Trümpi (r.) in seiner Rolle als Musikproduzent Reinhold Mack im Kinofilm «Bohemian Rhapsody». Dahinter steht Freddie Mercury, gespielt von Rami Malek. Bild: zVg

Der Weg war steinig. Mehrere Male war Jungschauspieler Philip Andrew Trümpi kurz davor, den Bettel hinzuschmeissen. «Klar. Warum sollten die ausgerechnet mich nehmen?», fragte sich der Goldacher damals, der für die Schauspielerei sein Wirtschaftsstudium abgebrochen und nach über hundert Bewerbungen immer noch keine Rolle an Land gezogen hatte. Doch inzwischen hat sich sein Durchhaltewille ausgezahlt. Mehrfach.

Philip Andrew Trümpi, Sie spielen im Kinofilm «Bohemian Rhapsody» mit. Wie haben Sie reagiert, als der Film fünffach für Oscars nominiert wurde?

Ich bin ausgeflippt und habe einen regelrechten Freudentanz aufgeführt. Meine Freundin hat ein Video davon gemacht (lacht).

Und was hält Ihre Freundin von der vielen Fanpost, die Sie jetzt bestimmt erhalten?

Die Zuschriften halten sich in Grenzen. Ich bekam einige Nachrichten von Kollegen, die mir gratulieren. Und von Leuten, die sind wie ich: Schauspiel-Einsteiger. Manche schreiben mir, ich sei eine Inspiration für sie. Das hat mich natürlich gefreut.

Zurück zu «Bohemian Rhapsody»: Ihr Freudentanz in Ehren, aber Sie spielen ja nur eine sehr kurze Rolle.

Ja, meine Sequenz wurde von den Cuttern zusammengeschnitten, um die Jugendschutzfreigabe für den Film zu erhalten. Meine Szenen waren leider voll mit Fluchwörtern und die mussten raus. Natürlich war ich enttäuscht, aber das gehört zum Job. Ich finde es eine riesige Ehre, in so einem Film zu sehen zu sein.

Sehen das auch die Casting-Agenturen und Produzenten so? Haben Sie jetzt mehr Anfragen?

Rollen fliegen mir schon nicht einfach zu. Vor allem jetzt von Dezember bis Anfang Februar herrscht im Filmgeschäft tote Hose. Aber jetzt werde ich ernster genommen. Ich habe mehr Casting-Anfragen als noch vor einem Jahr. Wenn es gut läuft, sind es bis zu drei pro Woche.

Castings für welche Rollen?

Bei den spannendsten weiss ich es selbst nicht. In grösseren Produktionen herrscht zu Beginn eine ziemliche Geheimniskrämerei. Im Skript werden Handlung und Namen abgeändert, damit nichts an die Öffentlichkeit dringt. Es gibt also Castings, da gehe ich hin und habe am Schluss null Ahnung, wen oder was ich gerade gespielt habe.

Und bei welchen Castings wissen Sie es?

Namen nennen darf ich keine. Aber es waren Serien für Netflix oder BBC. Meist Dramen.

Bekannt ist allerdings, dass Sie bei der amerikanischen TV-Serie «The Spanish Princess» mitspielen.

Richtig. Die Serie, eine Nachfolge von «The White Queen», wird ab dem Frühling in den USA ausgestrahlt. Noch dieses Jahr dürfte sie auch in Europa starten.

Wovon handelt die Serie?

Es ist ein mehrteiliges Drama, das von der Spanischen Prinzessin Katharina von Aragon handelt. Sie reist als junge Frau nach England, weil ihr dort der Thron versprochen wird. Auf den Britischen Inseln erwartet sie jedoch eine vollkommen andere Welt, sie hat mit Intrigen und Schicksalsschlägen zu kämpfen.

Was ist Ihre Rolle?

Ich verkörpere den Spanischen Prinzen Philipp I. von Kastilien, er ist der Schwager der Prinzessin. In einer Folge wird es darum gehen, dass der Prinz und seine Gemahlin nach England fahren. In dieser Episode rütteln wir die Dinge auf und spielen eine grössere Rolle.

Wie spielt man einen Spanischen Prinzen?

Eigentlich ist er Habsburger, der im Burgund aufgewachsen ist. In der Serie spricht er also Englisch mit französischem Akzent. Ich musste mir diesen antrainieren. Am Set hatten wir eigens einen Akzent-Coach.

Der Schauspieler vom See

Philip Andrew Trümpi (27) ist als Sohn einer Britin und eines Schweizers in Goldach aufgewachsen. Mithilfe eines Stipendiums der Herisauer Hans & Wilma-Stutz-Stiftung absolvierte er eine Schauspielausbildung am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York. Dann zog er nach London. Nebst seiner Rolle in «Bohemian Rhapsody» an der Seite des Oscar-nominierten Rami Malek hatte der Goldacher bereits kleinere Auftritte in TV- und Netflix-Produktionen. Grössere Rollen spielt er im Britischen Kinospielfilm «The Long Way Home» und im Deutschen Film «Die Liebe deines Lebens». In der amerikanischen Serie «The Spanish Princess» wird er ab Frühling zu sehen sein. (mre)

Was mussten Sie sonst noch lernen?

Reiten. Ich habe bis dahin noch nie auf einem Pferd gesessen. Um dann im Film so majestätisch wie ein Prinz daherzukommen, ja, das hat einige Reitstunden gebraucht (lacht).

Was läuft am Set von Serien anders als bei Filmen?

Alles muss schneller gehen. Für «The Spanish Princess» war ich nur einen Monat lang beim Dreh. Zeit, um eine Szene fünfmal zu drehen, gibt es da nicht. Dafür kann es passieren, dass kurz vorher noch dein Text komplett abgeändert wird. Dann war das Üben für die Katz. Das Set bietet aber dieselben Annehmlichkeiten wie bei einem grossen Film: Du hast einen eigenen Koch und einen Chauffeur.

Nur einen Monat Dreh? Dann haben Sie zwischen Ihren Film-Einsätzen ja schön viel Freizeit.

Schön wär’s. Ich gehe an Castings und nehme laufend Schauspielkurse. Es ist ein Hundert-Prozent-Job. Mindestens.

Reicht die Zeit aber, um ab und zu nach Hause an den Bodensee zu kommen?

Zwei bis drei Mal im Jahr schaffe ich es. Mir gefällt es in London, ich habe mich eingelebt, an das Leben als Schauspieler gewöhnt und Freunde gefunden. Aber natürlich vermisse ich ab und zu die Schweiz und ihre Berge. Und natürlich auch den Bodensee.

Hinweis

Ab 17. März ist Philip Andrew Trümpi im Format «Mensche i de Ostschwiiz» auf TVO zu sehen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.