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Public Viewings in St.Gallen: Ein Fussballfest mit Einschränkungen

Die Stadtpolizei St. Gallen ist bei der Bewilligung von Public Viewings für Fussball-Grossanlässe im öffentlichen Raum sehr restriktiv. Dies gilt vor allem für grössere Veranstaltungen. Beizen hingegen erhalten grundsätzlich eine Bewilligung. Die Nachtruhe aber bleibt.
David Gadze
Gemeinsam jubeln, gemeinsam leiden: Public Viewings sind seit Jahren immer beliebter. (Bild: Benjamin Manser (11. Juni 2016))

Gemeinsam jubeln, gemeinsam leiden: Public Viewings sind seit Jahren immer beliebter. (Bild: Benjamin Manser (11. Juni 2016))

Wenn in zwei Wochen der Anpfiff zur Fussballweltmeisterschaft in Russland erfolgt, werden sich Fussballliebhaber an diversen Orten und in verschiedenen Beizen in der Stadt St. Gallen zum gemeinsamen Schauen der Spiele treffen. Diese sogenannten Public Viewings sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Die Polizei ist jedoch bei Bewilligungen für grössere Public Viewings im öffentlichen Raum sehr zurückhaltend. Bei der WM 2014 in Brasilien kam erschwerend die Zeitverschiebung (und die daraus resultierenden späteren Anspielzeiten) hinzu. Damals machten einige Veranstalter, welche die Spiele – im Gegensatz zu diversen Public Viewings in der Region – nicht zeigen durften, ihrem Ärger Luft.

In den Gartenbeizen wird es auch mal lauter

In der Stadt St. Gallen würden Bewilligungen für kommerzielle Veranstaltungen jeglicher Art auf öffentlichem Grund sehr restriktiv erteilt, sagt Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei.

«Der öffentliche Raum soll allen zur Verfügung stehen und kostenlos genutzt werden können.»

Zudem sei es im Interesse der Allgemeinheit, möglichst gute und nicht möglichst viele Public Viewings zu haben. Bisher habe die Polizei zwei grössere Public Viewings und vier in Aussenrestaurationen bewilligt.

Doch was fällt überhaupt unter den Begriff «Public Viewing»? Nur die grossen Veranstaltungen oder auch jede Bar oder jedes Restaurant, wo Fussballspiele zu sehen sind? Die Polizei definiere grundsätzlich jede Übertragung von Fussballspielen der WM im öffentlichen Raum und in Aussenrestaurationen als Public Viewing, sagt Kohler. Aufgrund der daraus resultierenden Immissionen sowie einer «Erweiterung des Nutzungszwecks» sind alle Public Viewings bewilligungspflichtig – also auch in Gartenbeizen, die draussen einen Fernseher aufstellen, selbst wenn es sich rein rechtlich um privaten Raum handle. «Es ist davon auszugehen, dass es während der Fussballspiele auch mal lauter werden kann», begründet Kohler die Bewilligungspflicht.

Ausnahmebewilligung bei Verlängerung

Während die Stadtpolizei Bewilligungen für Public Viewings im öffentlichen Raum sehr restriktiv erteile, würden sie bei Aussenrestaurationen grundsätzlich gewährt, sagt Kohler. Die Bewilligungen für Aussenrestaurationen enthielten jedoch keine Änderungen in Bezug auf die Grösse der Möblierungsfläche, die Betriebszeiten, die Zahl der Gäste, die gemäss Gastwirtschaftspatent zulässig sind. «Es gelten die bestehenden Gesetze und Bewilligungen.» Und während der WM gelte – wie immer – die Nachtruhe ab 22 Uhr.

Dies dürfte laut Kohler während der Vorrunde ohnehin kein Problem darstellen, da bis auf ein Spiel alle Partien spätestens um 20 Uhr angepfiffen werden und somit gegen 21.45 Uhr fertig sind. Für das eine Spiel, das um 21 Uhr beginne, erteile die Polizei eine Ausnahmebewilligung. Dasselbe gelte für alle Spiele der Finalrunde – also ab den Achtelfinals –, die um 20 Uhr beginnen und in die Verlängerung oder ins Penaltyschiessen gehen. Auch die grossen Public Viewings im Kybunpark oder am Blumenmarkt müssten sich an die Nachtruhe halten. Hup-Konzerte seien grundsätzlich nicht erlaubt. Die Stadtpolizei werde aber bis eine Stunde nach Spielende «ein Auge zudrücken können».

Stadtpolizei verhindert nicht ein Fussballfest

Die Stadtpolizei geht davon aus, dass bis zum Start der Weltmeisterschaft weitere Public Viewings hinzukommen, sagt Kohler. «Gemäss unseren Erfahrungen dürften insgesamt über 20 Bewilligungen erteilt werden.» Durch die restriktive Haltung gegenüber grossen Public Viewings im öffentlichen Raum verhindere die Polizei auch kein Fussballfest: In St. Gallen werde es ein grosses Angebot und für jeden den passenden Ort zum Schauen der Fussballspiele geben. «Es werden alle Fussballbegeisterten an einem Public Viewing die Spiele mitverfolgen können.»

Grösstes überdachtes Public Viewing der Ostschweiz beim Kybunpark

Die Spiele der Fussballweltmeisterschaft können auch dieses Jahr wieder an verschiedenen Orten in der Stadt St. Gallen ausserhalb der eigenen vier Wände geschaut werden. Im Kybunpark, bei der grossen Treppe zum Sektor D, gibt es das grösste überdachte Public Viewing der Ostschweiz. Dort kann man alle Spiele der WM auf einem 21 Quadratmeter grossen Bildschirm sowie auf weiteren kleineren Screens verfolgen.
Das zweite grosse Public Viewing in St. Gallen findet im Herzen der Altstadt statt: In einem Festzelt am Blumenmarkt gibt es alle Spiele der WM live zu sehen, ebenso in vielen Beizen in der Innenstadt
Das Kulturfestival im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums überträgt drei Achtelfinal-Partien, zwei Viertelfinals, die beiden Halbfinals, das Spiel um den dritten Platz sowie den Final. Das Openair St. Gallen zeigt ebenfalls die Partien, die während des Festivals ausgetragen werden – vier Gruppenspiele und drei Achtelfinals. (dag)

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