Ein Fall für die Taskforce Sommerau: Die Pläne für das komplexe Bauprojekt im Westen Gossaus sollen im Herbst aufgelegt werden, im November könnte die Bevölkerung über die Kredite abstimmen

Auf dem knapp 100'000 Quadratmeter grossen Bauland auf der Sommerau Nord entsteht unter anderem der neue Sitz der Aepli Metallbau AG. Der Stadtrat beantragt dem Parlament für die Erschliessung des Gebiets einen Kredit in der Höhe von rund 5,2 Millionen Franken. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.

Michel Burtscher
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Malerische Lage: das Gebiet Sommerau.

Malerische Lage: das Gebiet Sommerau.

Urs Bucher (9. Mai 2019)

Das Projekt hat eine lange und steinige Vorgeschichte: Über zehn Jahre ist es her, seit das überparteiliche Initiativkomitee «Ja zur Erschliessung des Gebietes Sommerau Nord» gegründet wurde. Danach gab es immer wieder Schlagzeilen – wegen Streit, Einsprachen oder Verzögerungen. Nun jedoch geht es zackig vorwärts: Das Stadtparlament wird an seiner nächsten Sitzung über die Millionen-Kredite für die Erschliessung des Industrie- und Gewerbegebiets abstimmen. Zudem sollen schon bald die Pläne aufgelegt werden.

Roman Aepli

Roman Aepli

Adriana Ortiz Cardozo

Fahrt aufgenommen hat die Angelegenheit seit Mai 2019. Damals kaufte Roman Aepli, der Besitzer der gleichnamigen Gossauer Metallbaufirma, das knapp 100'000 Quadratmeter grosse Bauland der Migros Ostschweiz ab. Darauf will er an die Autobahn angrenzend zwei Fabrikhallen und ein Bürogebäude bauen, um die Geschäftstätigkeiten seiner Firma an einem Ort zu konzentrieren.

Stadt und Bauherrin gründeten eine Taskforce

Für den Aepli-Neubau sind 35'000 Quadratmeter vorgesehen. 23'000 Quadratmeter sind als Freihalteflächen und Grünzonen ausgeschieden. Die restlichen rund 40'000 Quadratmeter Bauland hat Aepli verkauft. An welche Firmen, weiss die Öffentlichkeit noch nicht. Gegenüber dem «Tagblatt» sagte Aepli im Januar: «Es sind zwei weitere Gossauer Betriebe darunter. Die restlichen Käufer haben ihren Sitz alle im Umkreis von maximal zehn Kilometern.»

In den letzten Monaten wurden verschiedene Planungsverfahren teilweise nebeneinander bearbeitet. Die Aepli Invest AG möchte schon bald mit der Erschliessung beginnen. Stadtpräsident Wolfgang Giella sagt auf Anfrage: «Der Stadt Gossau ist die Bereitstellung von Industrie- und Gewerbeland seit Jahren ein Anliegen. Deshalb streben wir in Zusammenarbeit mit der Eigentümerin an, dass das Gebiet Sommerau Nord möglichst rasch für interessierte Firmen nutzbar wird.»

Überbauungs- und Teilstrassenplan sind auflagereif

Dafür wurde eigens eine Taskforce Sommerau gegründet, in der Vertreter der Stadt und der Bauherrin sowie externe Fachleute sitzen. Der Planungsprozess sei herausfordernd, es müsse viel koordiniert werden, sagt Giella. «Es ist ein sehr grosses und komplexes Projekt, das man so nicht alle Tage durchführen darf.» Die Vergangenheit habe gezeigt, dass eine solche Taskforce nützlich sein könne, um dabei zügig vorwärts zu kommen.

Taskforce Sommerau: Stadtpräsident Wolfgang Giella und Roman Aepli.

Taskforce Sommerau: Stadtpräsident Wolfgang Giella und Roman Aepli.

PD

Im Februar wurde das Mitwirkungsverfahren für den Überbauungsplan abgeschlossen. Mittlerweile ist dieser auflagereif, genauso wie der Teilstrassenplan. Die Aepli Invest AG habe auch die Detailplanung für ihren neuen Firmensitz erarbeitet und das entsprechende Baugesuch eingereicht, schreibt die Stadt. «Sobald diese Unterlagen geprüft sind und die Bauherrin allfällig offene Punkte bereinigt hat, werden sie zeitgleich mit dem Überbauungsplan und dem Teilstrassenplan aufgelegt.» Giella geht davon aus, dass dies schon im Herbst der Fall sein könnte.

Geschäft unterliegt dem obligatorischen Referendum

An seiner nächsten Sitzung am 1. September wird das Stadtparlament über Kredite für die Erschliessung des Gebiets abstimmen. An den Kosten für die Langsamverkehrserschliessung von rund 3,6 Millionen Franken beteiligt sich die Stadt gemäss der Mitteilung zur Hälfte. Das Leitungsnetz für Abwasser und Oberflächenwasser kostet rund 1,3 Millionen Franken, die Werkleitungen der Stadtwerke rund 2,1 Millionen Franken. Gesamthaft fallen für die Stadt damit Ausgaben in der Höhe von etwa 5,2 Millionen Franken an.

Das Bauland auf dem Gebiet Sommerau Nord ist rund 100'000 Quadratmeter gross.

Das Bauland auf dem Gebiet Sommerau Nord ist rund 100'000 Quadratmeter gross.

Ralph Ribi

Die Vorhaben würden aus Spezialfinanzierungen beglichen. Da diese aus Anschlussbeiträgen und Gebühren gespiesen würden, heisst es in der Mitteilung, fliesse ein Grossteil der städtischen Finanzierung im Lauf der Zeit wieder zurück. Das Geschäft untersteht dem obligatorischen Referendum, da es mehr als vier Millionen Franken kostet. Damit haben die Stimmberechtigten das letzte Wort. Laut Wolfgang Giella wird als Abstimmungstermin der 29. November angestrebt. Wann die Bauarbeiten beginnen könnten, ist unklar. Für diese Terminplanung sei die Bauherrin zuständig, so Giella. Roman Aepli war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.