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Ein echter Olma-Veteran: Peter Schlauri arbeitet schon seit 31 Jahren im Olma-Stall

Wer schon einmal in der Olma-Halle 7 war, kennt Peter Schraulis Gesicht. Dieses Jahr arbeitet auch sein Sohn im Stall mit.
Miguel Lo Bartolo
Peter Schlauri und sein Sohn Manuel arbeiten bei der diesjährigen Olma wieder zusammen im Stallteam der Halle 7. (Bild: Hanspeter Schiess)

Peter Schlauri und sein Sohn Manuel arbeiten bei der diesjährigen Olma wieder zusammen im Stallteam der Halle 7. (Bild: Hanspeter Schiess)

«Wir sind im Olma-Fieber», sagt Peter Schlauri, der seit über 30 Jahren als Stallarbeiter in der Olma-Halle 7 arbeitet. Die Publikumsmesse ist für den 49-jährigen Landwirt alle Jahre wieder etwas Besonderes.

«Es ist eine Ehre, dieser Arbeit schon so lange nachgehen zu dürfen.»

Dieses Jahr ist auch sein Sohn, Manuel Schlauri, mit von der Partie. Der 22-Jährige hatte schon 2017 im Stall gearbeitet. Vergangenes Jahr pausierte er, weil er eine Weiterbildung zum Landwirt begonnen hatte.

Vater und Sohn sind sich einig: Wenn Olma-Zeit ist, machen Schlauris Freudensprünge. Für die Familie hat die Messe Tradition. Schon Peter Schlauris Vater arbeitete während zehn Jahren als Stallchef. Dass auch Manuel eines Tages in die Fussstapfen seines Vaters tritt, scheint absehbar.

Der Job des Stallarbeiters ist vielseitig

14 Tage lang arbeiten rund 20 Landwirte in der Olma-Halle 7. Jeder hat seinen Aufgabenbereich. Der Job ist vielseitig. «Wir futtern, melken, waschen und misten. Ausserdem sprechen wir mit den Besucherinnen und Besuchern über die Tiere und unsere Arbeit», sagt Peter Schlauri. «Futter ist ein gutes Stichwort», sagt sein Sohn. Manuel müsse noch die Jungtiere füttern – Eine Aufgabe, die er an der Olma besonders schätzt. Die beiden haben viel um die Ohren und kaum Zeit für Verschnaufpausen.

«Es ist ein strenger Job. Man muss ihn gerne machen, sonst ist man hier am falschen Ort.»

Im Stall stehen Elite-Kühe von Bauern aus der ganzen Schweiz. Der Nutzen einer Kuh für den Bauern entscheidet über ihre Eignung zur Elite-Kuh. «Für gewöhnlich geben diese Kühe mehr Milch oder haben ein speziell schönes Erscheinungsbild», sagt der Stallwärter. Eine davon wird am Freitag zur «Miss Olma» gekürt. Diesen Anlass lassen sich die Kuhbesitzer nicht entgehen. Die Bauern reisen von nah und fern an, um zu sehen, wie ihre Kühe abschneiden. Vor dem Wettbewerb werden die Kühe gewaschen und die Euter geschert.

«Wir sind dafür zuständig, dass die Kandidatinnen im Sonntagskleid zum Wettbewerb erscheinen.»

Seine Verantwortung den Bauern gegenüber nimmt der Stallwärter sehr ernst. «Diese Kühe sind für die Bauern äusserst wertvoll. Wir schauen gut zu ihnen.» Weisen die Kühe Krankheitssymptome auf, müssen die Landwirte blitzschnell reagieren. Da Schlauris auf ihrem Hof in Gossau selbst Kühe halten, wissen sie das Vertrauen der Bauern, die ihre Lieblinge in fremde Obhut geben, zu schätzen.

«Unser Ziel ist es, die Landwirtschaft von ihrer besten Seite zu zeigen», sagt Manuel. Schlauris sind der Meinung, dass ihnen dies gelinge. Bei Tier- und Umweltschützern komme ihre Arbeit aber nicht sonderlich gut an. Das merken die beiden vor allem dann, wenn sich die Politik mit landwirtschaftlichen Fragen auseinandersetzt.

«Immer wenn eine Initiative im Gange ist, wie dies damals beispielsweise bei der Hornkuh-Initiative der Fall war, bekommen wir das zu spüren.»

Es komme zwar nicht oft vor, dass sie bei ihrer Arbeit an der Olma mit Fragen bedrängt werden. «Aber wenn es passiert, ist es wirklich unangenehm.»

Ein besonders junges Team von Landwirten

«Die Atmosphäre an der Olma ist aussergewöhnlich. Mit wenigen Ausnahmen sind die Leute gut gelaunt», sagt Manuel. Das sei wichtig, weil sich das Gemüt der Festbesucher sich auf die Arbeitsmoral auswirke. Die Stallarbeiter kommen aus der ganzen Schweiz. «Wir sind dieses Jahr ein besonders junges Team», sagt der Vater. «Die meisten kommen frisch aus der Lehre, sind also noch Teenies oder Anfang 20.»

Die jungen Landwirte sammeln hier erste Erfahrungen über die Arbeit ausserhalb des Hofes. Früher seien ab und zu auch Frauen im Team gewesen. Sie kamen meist aus dem Gastkanton, wie Peter Schlauri erklärt. Dieses Jahr hat die Olma das Konzept des Gastkantons zum zweiten Mal in Folge nicht umgesetzt.

Die Arbeitsmoral der diesjährigen Landwirte ist laut Manuel vorbildlich. «Hier gehen alle mit Herzblut und Seriosität an die Arbeit.» Das sei auch schon anders gewesen, wie Peter erklärt. Es habe jeder eine eigene Vorstellung davon, wie gewisse Dinge erledigt werden müssen. «Bei uns müssen sich die Landwirte fügen», sagt Peter.

«Wenn es die Zusammenarbeit nicht tut, schweisst das Bierchen nach getaner Arbeit die Gruppe zusammen.»

Der Vater stimmt Manuel zu: Ein Feierabendbier dürfe man den Jungen – gerade zu Olma-Zeiten – nicht verwehren.

Manuel geht noch seinen eigenen Weg

Für Peter liegt der Abschied von der Olma zwar noch nicht in absehbarer Zukunft, aber für seine Nachfolge hat er schon einen Wunschkandidaten. «Natürlich würde es mich freuen, wenn mein Sohn eines Tages die Zügel übernehmen dürfte.» Schlauri Junior scheint zwar prädestiniert für den Job des Stallwärters, der junge Landwirt zeigt sich aber geduldig.

«Es war schon immer ein Jugendtraum von mir, irgendwann an der Olma zu arbeiten. Ich will aber nichts überstürzen.» Jetzt ruft die Pflicht: Sein Telefon klingelt. Ein Kollege erinnert ihn wieder daran, die Jungtiere zu füttern.

Die Vier-Rassen-Eliteschau

In der Arena neben der Halle 7 findet morgen Freitag, 12 Uhr, die Rangierung der Vier-Rassen-Eliteschau statt. Gut 50 Milchkühe aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein nehmen an diesem Wettbewerb teil. Sie werden in die Rassen Braunvieh, Fleckvieh, Holstein und Jersey eingeteilt. Die Kuhbesitzer legen für diesen Anlass teils weite Strecken zurück, wie Stallwärter Peter Schlauri erklärt. Die Siegerin wird zur «Miss Olma 2019» ernannt.

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