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Jeder Dritte im Gossauer Stadtparlament ist Hauseigentümer

Der Hauseigentümerverband Region Gossau ist der am besten vertretene Verein in der Gossauer Politik. Im Kantonsrat ist der Anteil von Eigentümervertretern gar noch höher. In der Ortssektion zählt ohnehin nicht nur die Politik.
Johannes Wey
Ein Drittel im Gossauer Stadtparlament, 85 Prozent im St.Galler Kantonsrat: Die Interessengruppe Haus- und Grundeigentum ist gut vertreten. (Bild: Urs Bucher (5. März 2019))

Ein Drittel im Gossauer Stadtparlament, 85 Prozent im St.Galler Kantonsrat: Die Interessengruppe Haus- und Grundeigentum ist gut vertreten. (Bild: Urs Bucher (5. März 2019))

Nimmt man die Zahl der Mitglieder in Stadtrat und -parlament zum Massstab, ist der Hauseigentümerverband (HEV) der mächtigste Verein in der Gossauer Lokalpolitik. Sowohl im Parlament als auch in der Stadtregierung vereinigt er mehr Mitglieder auf sich, als die grössten beiden Parteien, die CVP und die SVP. Im Parlament sind es zehn, hinzu kommen die beiden FDP-Stadtratsmitglieder Urs Blaser und Gaby Krapf-Gubser. Stadträtin Claudia Martin (SVP) ist Mitglied im kantonalen HEV («Tagblatt» vom 25. März).

Der Verein hat sich der Erhaltung und Förderung des privaten Wohn- und Grundeigentums sowie der Interessen der Eigentümer verschrieben. Diesbezüglich würden die wichtigsten politischen Entscheide aber nicht auf kommunaler Ebene gefällt, sagt Martin Looser, Präsident des HEV Region Gossau. Die Abschaffung des Eigenmietwerts sei beispielsweise ein nationales Thema, die Revision des Feuerschutzgesetzes ein kantonales.

Die Ortsplanung beschäftigt den HEV

In politischer Hinsicht beschäftige den Verein auf kommunaler Ebene momentan insbesondere die Revision der Ortsplanungen sowie der Baureglemente, die im Zug des neuen Planungs- und Baugesetzes nötig wird. Und das nicht nur in Gossau, sondern auch in Gaiserwald, Waldkirch, Andwil und Niederwil, die ebenfalls zum Vereinsgebiet zählen.

Auch zum Stadtentwicklungskonzept hat sich der HEV geäussert. Mit der Abteilung Stadtentwicklung findet laut Looser ein- bis zweimal im Jahr ein Austausch statt, bei dem nebst dem HEV beispielsweise auch die Quartiervereine dabei sind. Keinen institutionalisierten Austausch gebe es hingegen mit den Vereinsmitgliedern, die auch in der Lokalpolitik tätig sind.

«Wenn wir uns mit Mitgliedern austauschen, richtet sich der Anlass immer an alle», sagt Looser. Nur mit FDP-Stadtparlamentarierin Silvia Galli Aepli hat Looser von Amtes wegen mehr Berührungspunkte: Galli sitzt als Aktuarin ebenfalls im HEV-Vorstand.

Im Gossauer Stadtparlament ist jeder dritte Politiker HEV-Mitglied. Zum Vergleich: Im Kantonsrat gehören 85 Parlamentarierinnen und Parlamentarier und damit über zwei Drittel der Interessengruppe Haus- und Grundeigentum an. Darin sind alle Fraktionen vertreten. «Das zeigt, dass wir überparteiliche Anliegen vertreten», sagt Looser. Im Gossauer Stadtparlament weist nur die SP-Fraktion keine HEV-Mitglieder auf.

Hilfestellung für die Mitglieder

Der HEV Region Gossau hat gegenwärtig knapp 1900 Mitglieder. Nicht alle von ihnen sind Liegenschaftsbesitzer. Einzelne seien auch aus rein ideellen Gründen dabei. In der Ortssektion des Hauseigentümerverbands geht es nicht nur um die Politik.

Vielmehr nutzen die Mitglieder die Dienstleistungen, die ihnen der Verein bietet: Auskünfte in Rechts- oder Steuerfragen, Hilfe bei der Wohnungsabnahme, Vermittlung von Immobilienschätzern. Und eine Reihe standardisierter Formulare, wie den St.Galler Mietervertrag, für den der kantonale HEV mit dem Mieterinnen- und Mieterverband zusammengearbeitet hat.

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