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Ein Bus durchs Dorf: Berg will sein ÖV-Angebot mit einer zusätzlichen Linie verbessern

Um die ÖV-Situation zu verbessern, will der Berger Gemeinderat eine Buslinie zwischen Arbon, Berg und Wittenbach. Testfahrten haben gezeigt, dass diese zusätzliche Linie grundsätzlich möglich ist.
Perrine Woodtli
Die Berger können heute nur an der Haltestelle Seeblick in den Bus steigen. (Bild: Urs Bucher (29. April 2019))

Die Berger können heute nur an der Haltestelle Seeblick in den Bus steigen. (Bild: Urs Bucher (29. April 2019))

Wer in Berg wohnt und den Bus nehmen will, muss jeweils einen kleinen Marsch auf sich nehmen, wenn er zur Bushaltestelle will. Zumindest einem Teil der Bergerinnen und Berger geht es so. Denn das 850-Seelen-Dorf ist eher bescheiden mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Die Gemeinde verfügt einzig über die Bushaltestelle Seeblick an der St. Gallerstrasse. Diese befindet sich oberhalb des Dorfs. Alle halbe Stunde fährt dort je ein Bus in Richtung Arbon und St. Gallen. Das ist zu wenig, findet der Gemeinderat.

Weil vor allem der nördliche, untere Teil des Dorfes unzureichend erschlossen ist, hat er sich schon länger vorgenommen, die ÖV-Situation zu verbessern, und beschlossen, eine zusätzliche Buslinie durchs Dorf zu prüfen.

Neue Bushaltestellen auf Berger Boden

Anfang Monat wurden nun Testfahrten der Postauto AG durchgeführt. Die potenzielle Buslinie führt von der Haltestelle Kupferwiese in Arbon, die im Süden der Stadt nahe dem Lidl und McDonald’s liegt, über die Dorfstrasse nach Berg und von dort nach Wittenbach. Zwischen Arbon und Berg sollen folgende neue Haltestellen entstehen: an den Standorten Landquart und Mattenhof je eine in jede Fahrtrichtung, im Berger Zentrum die Haltestellen Kirche und Dorfstrasse sowie eine Haltestelle an der Bahnhofstrasse (siehe Karte). Nach der Haltestelle Bahnhofstrasse fährt der Bus wie die heutige Linie 200 auf der St.Gallerstrasse weiter nach Freidorf und Wittenbach.

Bergs Gemeindepräsident Sandro Parissenti ist zufrieden mit den Testfahrten. «Sie haben gezeigt, dass die Buslinie grundsätzlich möglich ist.» Unter anderem wurde getestet, ob das Postauto auf der Strecke um alle Kurven kommt, ob die Haltestellen sinnvoll platziert sind und ob der Fahrplan funktioniert. «Die Idee ist, mit der neuen Linie einen Anschluss an die S-Bahn in Wittenbach und an den Schnellbus von Arbon nach St.Gallen an der Haltestelle Kupferwiese zu generieren», sagt Parissenti.

Die Buslinie durch Berg sei zwar das Wunschziel des Gemeinderats, aber dennoch nicht «die Goldvariante», da das Postauto nur während der klassischen Pendlerzeiten morgens, mittags und abends fahren würde. Mit diesem reduzierten Fahrplan solle das Busangebot möglichst schlank gehalten werden, sagt Parissenti.

Zusätzliche Buslinie soll die bestehende entlasten

Die Testfahrten waren ein Teil der Evaluation, die zeigen soll, ob die ÖV-Verbindung realistisch ist. Nun müssen weitere Abklärungen vorgenommen werden. Der Gemeinderat werde Kontakt mit der Kantonspolizei und dem Strasseninspektorat aufnehmen. «Unter anderem muss geprüft werden, ob die notwendige Sichtweite bei den Haltestellen eingehalten wird. Dann zeigt sich, ob das Projekt auch genehmigungsfähig ist.» Danach müsse man auf eine Preisangabe vom Amt für öffentlichen Verkehr warten.

Sandro Parissenti, Gemeindepräsident Berg SG (Bild: Michel Canonica)

Sandro Parissenti, Gemeindepräsident Berg SG (Bild: Michel Canonica)

Einen genauen Zeitplan zu nennen, sei schwierig. «Wir wollen den Bürgern ein detailliertes Konzept vorlegen und eine fundierte Entscheidungsgrundlage bieten können», sagt Parissenti. «Unser Ziel ist es aber, spätestens an der nächsten Bürgerversammlung im März 2020 zu informieren und das Budget darzulegen.» Danach müssten die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, ob sie die zusätzliche Buslinie wollen oder nicht.

Parissenti ist der Meinung, dass diese einem Bedürfnis entspricht. «Berg ist eine Pendlergemeinde und die meisten nutzen heute das Auto», sagt er. Die Verkehrszunahme sei beachtlich. Ein besseres ÖV-Netz könne dem entgegenwirken. Die Linie 200 sei zudem oft stark besetzt. Eine zusätzliche Linie könnte diese entlasten und mehr Komfort bieten, sagt Parissenti. Komfort würde ein Bus durch Berg auch für die Bewohner im Dorfkern bedeuten.

«Die Distanz zur Haltestelle Seeblick ist zwar nicht sehr gross. Aber es geht steil hinauf, was vor allem für betagte Personen schwierig ist.»

Die unbefriedigende ÖV-Situation liess die Gemeinde schon kreativ werden. Seit vergangenem Herbst stehen den Bergern zwei Mitfahrbänkli im unteren Dorfteil zur Verfügung. Weitere solche Zwischenlösungen plane man aber nicht, sagt Sandro Parissenti. «Unser Fokus liegt momentan klar auf der Buslinie durchs Dorf.»

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