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Zu Gast in St.Gallen: Chris Krenger tourte sein ganzes Berufsleben mit dem Circus Knie durch die Schweiz

Chris Krenger war rund 35 Jahre lang Pressechef beim Circus Knie. In dieser Zeit erlebte er schräge, schöne und schreckliche Momente. Auch in St.Gallen.
Marlen Hämmerli
Chris Krenger reiste 40 Jahre mit dem Circus Knie durch die Schweiz. (Bild: Ralph Ribi - 17. April 2019, Rapperswil)

Chris Krenger reiste 40 Jahre mit dem Circus Knie durch die Schweiz. (Bild: Ralph Ribi - 17. April 2019, Rapperswil)

Ein Elefant büxte in St.Gallen nie aus, doch einmal brannte im Zirkuszelt ein Feuer. Absichtlich. Chris Krenger, von 1968 bis 2001 Pressechef des Circus Knie, erinnert sich gut. «Es war kalt in St.Gallen und so viel Schnee bedeckte das Zelt, dass wir fürchteten, es breche zusammen.» Während der Vorstellungen war das Zelt beheizt, der Schnee schmolz. Anders in der Nacht: «Aus Sicherheitsgründen errichteten wir in der Manege einen Scheiterhaufen. So blieb es warm und das Zeltdach war geschützt.» Über das Feuer informierte Krenger natürlich auch die Presse und machte so aus einer Notlage eine Werbemöglichkeit.

Im Normalfall inszenierte Krenger die Werbemöglichkeiten jedoch. Etwa in Genf. 1977 füllte Emil Steinberger Abend für Abend das Zelt. Der selbst ernannte Nationalzirkus warb gar mit «Kniemil». Doch im Welschland war der Kabarettist unbekannt. Mit einem Genfer Journalisten heckte Krenger deshalb einen Plan aus, informierte Presse und Polizei – und setzen Emil auf dem Genfersee aus. Mit Schwimmflügeli stand dieser dann auf einem Felsen und schrie um Hilfe. Der Journalist hatte Krenger erzählt, dass es absolut verboten war, auf den Felsen zu steigen. «Also schickten wir Emil dorthin.» Wie vereinbart kam die Polizei, um Emil zu «verhaften». «Natürlich war das total inszeniert. Aber wir mussten schliesslich sicher sein, dass die Polizei kommt. Das tat sie dann auch – dem Knie zuliebe.»

Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Die Familie Knie während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Die Familie Knie während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Viktor Kee während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Viktor Kee während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Geraldine Knie und Saengerin Nubya während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Geraldine Knie und Saengerin Nubya während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Chanel Marie Knie während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Chanel Marie Knie während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Clown Davis Vassallo während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Clown Davis Vassallo während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Chanel Marie Knie und Fredy Knie Jun. während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Chanel Marie Knie und Fredy Knie Jun. während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Fredy Knie Jun. während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Fredy Knie Jun. während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Ivan Frederic Knie während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Ivan Frederic Knie während seinem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Giacobbo / Müller während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
Duo "Ballance" während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)Duo "Ballance" während ihrem Auftritt an der Premiere zur 100-Jahre-Jubiläumstournee des Circus Knie in Rapperswil (SG), am Donnerstag, 21. März 2019. (Bild: Keystone/Melanie Duchene)
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100 Jahre Zirkus Knie – die Bilder der Premiere

Ein betrunkener Journalist im Raubtierkäfig

Krenger war ein Pressechef, der sich bemühte, die Wünsche der Journalisten zu erfüllen, seien sie noch so ausgefallen. So viel wird schnell klar. «Zu den Raubtieren haben wir aber nie jemanden reingelassen. Ausser einmal, als wir einen etwas verrückten Dompteur hatten.» Ein Journalist wollte unbedingt in den Käfig. Der Dompteur war überzeugt, dass nichts passieren werde. «Der Reporter bekam dann aber doch Angst, begann Grappa zu trinken und wurde plötzlich ganz fröhlich.» So kam es, dass ein betrunkener Journalist während der Vorstellung mit dem Dompteur im Käfig stand und berichtete, wie er sich dabei fühlte.

«Freddy Knie war über die Aktion ziemlich wütend.»

3000 Kilometer kreuz und quer durch die Schweiz

Mit dem Zirkus besuchte Krenger pro Saison 55 bis 60 Gastspielorte und legte eine Strecke von rund 3000 Kilometern zurück. «Wenn man die Schweiz kennen lernen will, gibt es nichts Besseres», sagt der 80-Jährige und schmunzelt.

Trotz der vielen Jahre auf Tournee hat sich Krenger den Berner Dialekt bewahrt. Vom Zirkus träumte der spätere Pressechef schon in der Schule. Als Sechsjähriger hat Krenger im Knie die spanische Clown-Familie Rivel gesehen. Kleine Kinder, die als Clowns auftraten – das hinterliess offenbar Eindruck. «Ich wusste aber, dass es Wunschdenken ist, später für den Zirkus zu arbeiten.»

Erst die Lehre fertig, dann zum Zirkus

Trotzdem bat Krenger Rolf Knie senior um eine Stelle, als er den Direktor zufällig im Zoo traf. Kurz darauf sass Krenger im Wagen 52. «Dort empfahl mir Herr Keller, erst die KV-Lehre zu beenden und Sprachen zu lernen.» Das tat Krenger und bewarb sich Jahre später wieder. «Ich versandte etwa zehn Schreiben und rechnete damit, zuletzt vom Knie Bescheid zu bekommen. Ich wusste ja nicht, wo sich der Zirkus gerade befand.» Den Brief hatte er deshalb an «Circus Knie auf Tournee» adressiert – und erhielt rasch Antwort. Zufällig war eine Stelle als Sekretär des Pressechefs frei.

Noch heute erledigt Krenger Pressearbeit. Zufällig lernte er Presseleute des «JazzAscona» kennen. Doch damit wird er nun wohl auch aufhören.

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