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Ein Batteriespeicher für Gossau?: Eine Einfache Anfrage regt eine Anschaffung an

Der Gossauer CVP-Stadtparlamentarier Florin Scherrer schlägt in einer Einfachen Anfrage vor, den Erwerb eines Batteriespeichers zu überprüfen. Als Inspiration diente die Bodenseegemeinde Steinach.
David Grob
Der Gross-Batteriespeicher in Volketswil liefert 18 Megawatt Maximalleistung. (Bild: PD)

Der Gross-Batteriespeicher in Volketswil liefert 18 Megawatt Maximalleistung. (Bild: PD)

«Wie steht die Stadt Gossau zur Anschaffung eines Batteriespeichers?», fragt der Gossauer CVP-Stadtparlamentarier Florin Scherrer den Stadtrat in einer Einfachen Anfrage. Hinter seinem parlamentarischen Vorstoss versteckt sich auch ein Anliegen. «Ich hoffe, dass der Stadtrat darüber nachdenkt, die Anschaffung eines solchen Batteriespeichers zu überprüfen», sagt Scherrer.

Florin Scherrer, CVP-Stadtparlamentarier (Bild: PD)

Florin Scherrer, CVP-Stadtparlamentarier (Bild: PD)

Für Scherrer besteht nämlich ein grosser Vorteil eines Batteriespeichers darin, dass der Strom zu Spitzenzeiten wieder ins Netz gespiesen werden kann. Dann nämlich, wenn der Strom teurer ist – ein grosser Vorteil, wie Scherrer betont:

«So fallen teure Stromspitzen weg und es könnte ein besseres Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht werden.»

Batteriespeicher wirken ausgleichend

Doch worin liegen die Vorteile eines Batteriespeichers? Christof Biba, Professor im Studiengang Erneuerbare Energien und Umwelttechnik am Institut für Solartechnik der Hochschule Rapperswil, beurteilt Batteriespeicher grundsätzlich positiv:

«Durch Wind- und Solarstrom speisen immer mehr sogenannte fluktuierende Quellen ihren Strom unregelmässig ins Netz. Da wirken Batteriespeicher glättend und ausgleichend.»

Allerdings gelte es zu berücksichtigen, dass Batteriespeicher nur einen kurzfristigen Ausgleich erreichen können. Biba plädiert deshalb für einen Mix aus verschiedenen Speichersystemen, insbesondere mit Blick auf die gesamte Energiemenge, von der Elektrizität gerade mal einen Viertel ausmacht. Biba spezifiziert: «Als Speichersystem bieten sich beispielsweise auch Wärmespeicher an.» Denn bei Batteriespeichern gehe viel Energie durchs Auf- und Entladen verloren.

Und doch: Biba beurteilt das Potenzial von Batteriespeichern als gross. Der Trend laufe in Richtung von Gross-Batteriespeichern. «Vor allem zentrale Batteriespeicher auf Gemeindeebene erscheinen mir sinnvoll», sagt Biba.

Steinach als Vorbild

Eine solche ist die Bodenseegemeinde Steinach, die Scherrer als Inspiration diente. Die Gemeinde führte im vergangenen Jahr eine Machbarkeitsstudie durch, die als optimale Grösse einen Batteriespeicher mit 1,25 Megawatt Leistung erachtete. Die Gemeinde beantragte an der Bürgerversammlung einen Baukredit von einer Million Franken. Die Stimmbevölkerung lehnte ab und bewilligte stattdessen einen Projektierungskredit von 75'000 Franken.

Gemäss der Machbarkeitsstudie soll der Steinacher Batteriespeicher aber durchaus wirtschaftlich betrieben werden können. 2,5 Prozent Rendite bei Anschaffungs- und Investitionskosten von rund 1,2 Millionen Franken verspricht sich der Gemeinderat. Die Erträge sollen dabei durch zwei Faktoren entstehen:

  • die Einsparung von Nettostromkosten
  • das Einspeisen von überschüssigem Strom ins Stromnetz, eine sogenannte Regelreserve.

Der finanzielle Aspekt eines möglichen Batteriespeichers in Gossau beschäftigt auch Stadtparlamentarier Florin Scherrer. «Wie wirtschaftlich kann ein solcher Batteriespeicher in Gossau betrieben werden?», schreibt er in seiner Anfrage. Und konkreter: «Wie gross sind die Anschaffungskosten und wie lange dauert die Amortisation?»

Gemeinden inspirieren sich gegenseitig

Steinach ist ein Vorreiter in der Anschaffung eines Batteriespeichers. «Im Kanton St. Gallen weiss ich nur von den Gemeinden Rapperswil-Jona und Maienfeld, dass sie solche Projekte ebenfalls prüfen», sagte der Steinacher Gemeinderat Roland Etter zu dieser Zeitung («Tagblatt», 14. März). Und auch in Arbon sei ein Batteriespeicher ein Thema. Steinach wiederum liess sich von einer Zürcher Gemeinde inspirieren. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich etwa betreiben in Volketswil ein Gross-Batteriespeicher, der eine maximale Leistung von 18 Megawatt hat.

Der Funke springt also über Kantons- und Gemeindegrenzen. Die Experten-Einschätzung von Christof Biba, dass zentrale Batteriespeicher künftig vermehrt in Gemeinden zum Einsatz kommen, scheint auch von der Lokalpolitik mehr und mehr geteilt zu werden. Scherrer sagt:

«Weil andere Gemeinden auch über die Anschaffung nachdenken, schätze ich es als realistisch ein, dass in Gossau auch ein Batteriespeicher stehen wird.»

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