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Eggersriet lässt seine Strassen mit einer Drohne untersuchen – und spart damit Kosten

In Eggersriet wird der Strassenzustand mit einer Drohne erfasst. Das ist selbst für die Spezialisten neu.
Urs-Peter Zwingli
Eggersriet von oben. (Bild: Ralph Ribi)

Eggersriet von oben. (Bild: Ralph Ribi)

Mehrmals sind in den vergangenen Wochen Drohnen über die Haupt- und Nebenstrassen von Eggersriet geflogen. Das hat bei den Anwohnern für Aufsehen gesorgt: «Wir wurden in Quartieren einige Male angesprochen und gefragt, wieso wir eine Drohne fliegen lassen», sagt Daniel Frischknecht von der Bauingenieur- und Planungsfirma Huber und Partner Wattwil AG. Das Unternehmen ist damit beauftragt, den Zustand des Eggersrieter Strassennetzes zu erheben.

Dafür fliegen die Bautechniker alle Gemeindestrassen ab, die mit Hartbelag ausgestattet sind. «Es geht dabei um ein Strassennetz von etwa 30 Kilometern Länge. Eine Kamera, die an der Drohne befestigt ist, fertigt von jedem Strassenstück Bilder an», erklärt Frischknecht. Diese Bilder werden analysiert. Daraus und aus Begehungen wird dann der Zustand der Gemeindestrassen festgestellt. Anschliessend stellen die Bautechniker einen Strassenunterhaltsplan inklusive angenommener Kosten aus, der an die Gemeinde weitergeleitet wird.

40'000 statt 100'000 Franken

«Wir wollen bei der Planung des Strassenbaus systematisch vorgehen», sagt Roger Hochreutener, Gemeindepräsident von Eggersriet. Eine Strasse mit Hartbelag habe eine Lebensdauer von höchstens 25 Jahren. «Wenn Fehler früh erkannt werden, können wir durch rechtzeitiges Eingreifen teure Folgeschäden verhindern.»

Auch der Einsatz der Drohnen spare Zeit und Kosten, betont Hochreutener. «Die letzte Zustandserfassung der Gemeindestrassen vor etwa 15 Jahren hat über 100000 Franken gekostet. Mit der Drohne bezahlt die Gemeinde für die gleichen Erkenntnisse um die 40000 Franken», sagt er. Die Zustandserfassung wurde damals noch von Ingenieuren gemacht, welche die Strassen langsam abfuhren. Dabei stoppten sie immer wieder und fertigten Bilder und Skizzen an.

Flugsicherung und Polizei wurden informiert


Obwohl Drohnen weltweit in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, sind sie bei der Zustandserfassung der Strassen noch eher selten. «Es ist für uns das erste Mal, dass wir diese Methode anwenden», sagt Frischknecht. Er habe bei ähnlichen Aufträgen schon vor Jahren begonnen, tragbare «GoPro»-Kameras vorne und hinten am Auto zu befestigen. Der Einsatz der Drohne – übrigens ein handelsübliches Modell – sei nun eine Erweiterung davon.

Dabei mussten die Spezialisten im Vorfeld Abklärungen treffen: So wurde das Gespräch mit der Flugsicherung des Flughafens Altenrhein gesucht. «Weil unsere Drohne aber kaum höher fliegt als die Strassenlaternen hoch sind, haben sie problemlos in den Betrieb eingewilligt», sagt Frischknecht. Auch die Polizei wurde vorgängig informiert, um allfällige Meldungen über Drohnen einordnen zu können. Damit die Bilder von guter Qualität sind, fliegt die Drohne nur mit fünf bis zehn Kilometern pro Stunde. Der Pilot sitzt auf dem Beifahrersitz eines Autos, das der Drohne folgt. Für deren Betrieb darf der Wind übrigens nicht zu stark sein.

Hauptstrasse muss saniert werden

Die Erfassungsarbeiten sollen diese Woche abgeschlossen werden. «Nach Verarbeitung der Daten können wir die Planung für den Strassenbau aufstellen», sagt Gemeindepräsident Hochreutener. Projekte, die in den nächsten fünf Jahren anstehen, müssten frühzeitig mit Partnern wie etwa den Technischen Betrieben koordiniert werden. «So können Sanierungen im Untergrund mit den Belagsarbeiten zusammen erledigt werden.»

Aktuell sei die Spitzenstrasse in schlechtem Zustand, deren Sanierung laufe aber bereits und werde insgesamt 2,5 Millionen Franken kosten. «Auch die Hauptstrasse durch das Dorf hat Sanierungsmassnahmen nötig. Weil es sich dabei um eine Kantonsstrasse handelt, kann die Gemeinde aber nichts machen, ausser ihr Anliegen zu deponieren», sagt Hochreutener.

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