Durch Fasten das Vertrauen zu seinem Körper stärken: Andwilerin Irène Eggimann organisiert eine begleitete Fastenwoche

Irène Eggimann bietet seit 20 Jahren einmal im Jahr eine begleitete Fastenwoche an. Seit ihrer ersten Erfahrung vor 25 Jahren fastet die Atemtherapeutin jedes Jahr. Für sie sei es eine körperliche, spirituelle und physische Erfahrung.

Elisabeth Fitze
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Irène Eggimann organisiert seit 20 Jahren vor Ostern eine Fastenwoche.

Irène Eggimann organisiert seit 20 Jahren vor Ostern eine Fastenwoche.

Elisabeth Fitze

Das Wort «Fasten» leitet bei vielen Leuten die Gedanken Richtung Hungern, Leiden und Abnehmen. Nicht aber bei Irène Eggimann. Sie verbindet es mit einer Reinigung von Körper und Geist. Seit 20 Jahren organisiert sie ein- bis zweimal im Jahr eine begleitete Fastenwoche, die mit dem Alltag vereinbar ist. Die Frühlingswoche findet vom 28.März bis 4.April statt.

Die Andwilerin führt ihre eigene Praxis am Bachweg 8, in der sie verschiedene Therapien und Massagen anbietet. Eggimann ist unter anderem ausgebildete Atemtherapeutin und im Kanton St.Gallen als Naturheilpraktikerin anerkannt. Auch das Fasten hat in ihrer Praxis seinen Platz.

Ihre erste Erfahrung hat Eggimann vor 25 Jahren im Lassallehaus, ein Ort der spirituellen Begegnungen im Kanton Zug, gemacht. Dort hat sie zwölf Tage nicht nur fastend, sondern auch schweigend verbracht. «Das war eine sehr wichtige Erfahrung für mich», sagt Irène Eggimann. Seitdem faste sie jedes Jahr.

Der Fastenboom sei vorbei

Zehn Jahre lang hat Eggimann mit der katholischen Frauengemeinschaft Gossau ihre Fastenwochen in Gossau angeboten. Jetzt tut sie dies in ihrer Praxis. In den Anfängen lagen die Besucherzahlen bei rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, heute handelt es sich um rund zehn. «Das liegt daran, dass der Fastenboom um die 2000er-Wende stattfand», sagt sie.

Ausserdem würden viele Besucherinnen und Besucher nach ein paar Jahren die Unterstützung nicht mehr benötigen und eigenständig das Fasten weiterführen. Solange die Nachfrage da ist, will Eggimann die Woche weiterhin durchführen. Für sie geht es um eine körperliche, psychische und spirituelle Erfahrung.

«Diese drei Ebenen verschmelzen für mich beim Fasten.»

Ihr Körper regeneriere und ihre Sinne und Wahrnehmung würden geschärft. Nach der richtigen Vorbereitung und zwei, drei Tagen Anpassungszeit habe sich der Köper an das Fasten gewöhnt. Dann stelle sich der Hunger ein.

Beim Fasten würden viele mehr Energie verspüren, sagt sie. Dieses Phänomen rühre daher, dass die 30 Prozent, die sonst für die Verdauung benötigt werden, nun frei zur Verfügung stehen. Eggimann versteht aber auch, dass ein kompletter Nahrungsverzicht für einige etwas zu extrem ist.

Auch Verzichtende sind eingeladen mitzumachen

Deswegen seien auch diejenigen willkommen, die in der Fastenwoche beispielsweise auf Süssigkeiten verzichten. Oder in dieser Woche kein Fernsehen schauen. «Ich möchte, dass alle mitmachen und sich auch mal entschlacken können.»

Das Angebot richte sich an jeden mit Interesse und guter gesundheitlicher Verfassung. Die Woche kostet inklusive Unterlagen hundert Franken. Sie soll den Teilnehmern eine «Grenzerfahrung» und vor allem eine «Grenzerweiterung» bieten.

Für Eggimann ist es das Schönste, nach der Fastenwoche zu sehen, wie die Teilnehmer eine «Vertrauensstärkung zu ihrem Körper» empfinden. Sie höre oft: «Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe.» Eggimann begleitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Fasten durch regelmässige Treffen. Zu ihrer «Impuls Woche» gehören auch unter anderem Shibashi-Bewegungsmeditationen und Klangbegleitung. «Auch das Gefühl des Zusammenseins ist wichtig.»

Anmeldung bis 10.März unter: www.schonraum.ch