Jury entscheidet erst im Frühling 2021: Drei Projekte für den 140-Millionen-HSG-Campus Platztor in St.Gallen werden nachgebessert

Auswirkungen auf den Zeitplan sollte diese Verzögerung nicht haben: Im Jahr 2027 soll der Campus am Rand der Altstadt eröffnet werden.

Daniel Wirth
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Hier am Platztor am Rand der Altstadt entsteht für 160 Millionen Franken der neue Campus der Universität.

Hier am Platztor am Rand der Altstadt entsteht für 160 Millionen Franken der neue Campus der Universität.

Bild: Hanspeter Schiess

Eigentlich wollte die Wettbewerbsjury in diesen Tagen entscheiden, welches Projekt beim Bau des Campus Platztor bis ins Jahr 2027 verwirklicht wird. Jetzt kommt es zu einer Verzögerung im Verfahren, wie das kantonale Baudepartement am Donnerstag mitgeteilt hat.

Drei Architekturbüros sollen ihr eingereichtes Projekt in einem anonymen Bereinigungsverfahren nachbessern. «Das ist nichts Spezielles bei einem Grossprojekt», sagt Kantonsbaumeister Michael Fischer auf Anfrage.

Bei den drei Arbeiten, die nun bis Frühling 2021 nachgebessert werden, handelt es sich gemäss Fischer um diejenigen, welche die Wettbewerbsjury bislang am meisten überzeugten.

Michael Fischer,Kantonsbaumeister St. Gallen

Michael Fischer,
Kantonsbaumeister St. Gallen

Adriano-Biondo

In einem offenen Verfahren seien auf die Ausschreibung vergangenes Jahr 60 Projekte eingereicht worden, sagt Fischer. In welchen Punkten die drei Projekte überarbeitet werden sollen, lässt der Kantonsbaumeister offen.

Wettbewerb verläuft weiterhin anonym

Er sagt, die nun eingeleitete Bereinigungsstufe werde anonym durchgeführt. Die Jury wisse nicht, von wem die drei Arbeiten eingereicht wurden. Die drei Planerteams seien von einem Notar informiert und eingeladen worden, ihre Projekte für den HSG-Campus Platztor am Rand der Altstadt zu überarbeiten.

Die Wettbewerbsjury wird in rund einem halben Jahr über das Siegerprojekt entscheiden. Gemäss Fischer hat diese Verzögerung keine Auswirkungen auf den übergeordneten Zeitplan: 2027 soll der Campus fertiggestellt sein. Dabei geht es gemäss Communiqué des Kantons um ein «wirtschaftlich und funktional wie auch städtebaulich und architektonisch überzeugendes Projekt.»

Es soll sich durch ein vielfältiges innovatives Angebot für Lehre und Forschung auszeichnen. Das Projekt soll das Areal aufwerten und stärker an die Altstadt, das Museumsquartier, den Stadtpark und die St.-Jakob-Strasse anbinden. Zudem sehe die Aufgabenstellung vor, Freiräume auf dem Areal zu schaffen. Der HSG-Campus soll einen wesentlichen Beitrag zur Quartierentwicklung leisten.

Klares Ja zum 160-Millionen-Kredit

Die Stimmberechtigten des Kantons St.Gallen winkten 2019 mit 62,9 Prozent Ja-Stimmen einen 160-Millionen-Kredit durch für den Bau des Campus. Die Universität St.Gallen platzt aus allen Nähten. Sie ist für 5000 Studierende konzipiert, eingeschrieben sind über 8000.

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