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Wer wird in Mörschwil Paul Bühler beerben?

Paul Bühler tritt Ende 2020 als Gemeindepräsident von Mörschwil zurück. Wer nach 29 Jahren auf ihn folgen wird, ist im Dorf längst ein Thema. Und bereits nehmen sich erste Favoriten aus dem Rennen.
Daniel Wirth
Hat den Durchblick: Gemeindepräsident Paul Bühler. (Bild: Michel Canonica (Mörschwil, 30. September 2016))

Hat den Durchblick: Gemeindepräsident Paul Bühler. (Bild: Michel Canonica (Mörschwil, 30. September 2016))

Franz Würth, CVP, 1. Januar 1958 bis 30. September 1991; Paul Bühler, CVP, 1. Oktober 1991 bis 31. Dezember 2020: Seit über 60 Jahren ist das Gemeindepräsidium der 3566-Seelen-Gemeinde Mörschwil in der Hand von Christlichdemokraten – und offensichtlich ist dieses Amt eines für mehrere Dekaden.

Der amtierende Paul Bühler gab im vergangenen Sommer bekannt, er werde Ende der laufenden Legislatur zurücktreten. Die Gesamterneuerungswahlen finden am 20. September 2020 statt. Bis dahin geht noch viel Wasser den Näppenschwiler Bach hinunter. Dennoch:

Die Nachfolge Paul Bühlers ist in der steuergünstigsten der 77 St.Galler
Gemeinden bereits heute ein Thema.

Nicht nur bei der CVP-Ortspartei. Deren Co-Präsidentin Bernadette Sätteli sagt auf Anfrage, die Spitzen von CVP, FDP und SVP hätten schon im vergangenen Jahr die Köpfe zusammengesteckt mit dem Ziel, eine Findungskommission zu bilden. Bestellt sei eine solche noch nicht. Gemäss Sätteli wollen die drei Parteien Grabenkämpfe verhindern und gemeinsam nach der am besten geeigneten Nachfolge suchen. Das bestätigen Marco Huwiler, Präsident der FDP, und Walter Mäder, Präsident der SVP.

Unter Beizug einer fachlichen Begleitung

Marco Huwiler sagt, seiner Meinung nach sollte die noch zu bildende Findungskommission eine fachliche Begleitung bei der Suche einer Nachfolge Paul Bühlers beiziehen. Auch Bernadette Sätteli verschliesst sich dem nicht, gibt aber zu bedenken, dass der Beizug einer fachlichen Begleitung Kosten verursachte und geregelt werden müsse, nach welchem Schlüssel diese gedeckt würden. Sätteli, Huwiler und Mäder sind sich einig:

Bei der Nachfolge Bühlers ist das Parteibüchlein nicht das Wichtigste. Vor allen Dingen eines zählt: die Eignung.

Beste Eignung sagt man in Mörschwil Thomas Oesch nach. Der 51-jährige Gemeinderat und Vizegemeindepräsident gehört wie Bühler der CVP an. Er ist Vermögensverwalter. «Ich werde sehr häufig angesprochen, ob ich Gemeindepräsident von Mörschwil werden will», sagt Oesch. Festlegen tut er sich indes nicht. Er führe sein eigenes erfolgreiches Unternehmen, schätze die damit verbundenen Freiheiten, sei grundsätzlich zufrieden mit seiner momentanen Lebenssituation und gestalte gerne als Gemeinderat an der Zukunft Mörschwils mit, sagt Oesch.

Kandidat nimmt sich aus dem Rennen

Ebenfalls oft genannt als möglicher Nachfolger Paul Bühlers: Andi Schmal. Er ist 52 Jahre alt, gehört der FDP an und ist seit zwei Jahren Mitglied des Mörschwiler Gemeinderates. Schmal ist Geschäftsführer der Frifag Märwil AG. Die Geflügelfleischproduzentin beschäftigt an drei Produktionsstandorten in der Schweiz gemäss Homepage rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

«Ich stehe nicht als Kandidat für das Gemeindepräsidium zur Verfügung», sagt Schmal im Wissen, ein Papabile zu sein. Er habe das seine Partei bereits unmissverständlich wissen lassen, sagt Schmal. Auch er betont, als Gemeinderat im Milizsystem gerne weiter an der Zukunft der prosperierenden Agglomerationsgemeinde der Stadt St. Gallen mitarbeiten zu wollen.

Marco Huwiler gehört ebenfalls zu denen, die in Mörschwil als mögliche Nachfolger Bühlers genannt werden. Der 45-jährige Leiter der Technischen Betriebe der Stadt Wil sagt, er habe grundsätzlich Interesse an einem Exekutivamt, wenn die Konstellation stimme. Huwiler wollte 2014 Nachfolger von Fredy Brunner im St. Galler Stadtrat werden, scheiterte aber an der Nominationsversammlung der FDP hauchdünn an Barbara Frei.

Christina Schönenberger will nicht kandidieren

Ins Spiel gebracht wird auch Gallus Rieger, parteilos. Der 50-jährige Leiter der Volksschule Oberuzwil, der 2006 Stadtpräsident von Altstätten werden wollte, aber scheiterte, sagt:

«Aus heutiger Sicht steht eine Kandidatur nicht im Vordergrund.»

Dies nicht zuletzt, weil die Wahlen erst im Herbst 2020 stattfänden und weil er sich im aktuellen beruflichen Umfeld wohlfühle. Sein Engagement in Mörschwil konzentriere sich derzeit auf die Stiftung Generationenkreis, die wie viele andere Interessierte aktiv am Prozess der Dorfzentrumsentwicklung mitwirke. Zudem sei der Stiftungsrat einer der Geburtshelfer für den Verein «s’alt Sprözähüsli» gewesen. Er freue sich über die gut besuchten Anlässe und die positive Ausstrahlung, die generationenübergreifende Begegnungen fördere, sagt Rieger.

Ebenfalls nicht zur Verfügung steht Christina Schönenberger. Die 36-jährige Juristin leitet die Steuer- und Rechtsabteilung der in der Zulieferindustrie tätigen SFS-Gruppe mit Sitz in Heerbrugg. Sie verfolgt andere berufliche Ziele, wie sie auf Anfrage des «Tagblatts» sagt. Dass sie als mögliche Nachfolgerin von Gemeindepräsident Paul Bühlers genannt werde, ehre sie, sagt Schönenberger, die für die CVP schon für den Kantons- und den Nationalrat kandidierte und dabei in der Gemeinde Mörschwil viele Stimmen geholt hat.

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