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Rorschacher Bibliothekar empfiehlt Bücher, die zum Sommer passen

Richard Lehner, Leiter der Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg empfiehlt drei Neuerscheinungen als sommerlichen Zeitvertreib. Dabei verrät er, worauf es beim perfekten Lesestoff ankommt und was im Trend liegt.
Richard Lehner stellt seine Sommerempfehlungen im Leseraum der Bibliothek vor. (Bild: Vivien Huber)

Richard Lehner stellt seine Sommerempfehlungen im Leseraum der Bibliothek vor. (Bild: Vivien Huber)

Der Bibliothekar und Autor Richard Lehner hat drei Werke herausgepickt, die sich besonders für Erwachsene und interessierte Jugendliche ab 16 Jahren als Sommerlektüre eignen. «Was mir am meisten am Lesen gefällt, ist die Neugier, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Was ich auch spannend finde, ist, dass jedes Buch, das ich lese, mir einen Hinweis auf ein anderes Buch gibt– sei es in Bezug auf den Ort oder das Thema», sagt Lehner. «Ich sammle also keine Bücher, die Bücher sammeln mich», sagt er schmunzelnd. Während des Lesens könne auch die heutige Technik genutzt werden, was sehr spannend sei. So könnten bestimmte Orte oder Begriffe unmittelbar gegoogelt werden, um sich zu informieren, oder einen Ort im Bild zu sehen.

Ein Buch, das facettenreich ist, wie das Leben selbst

Lehners erste Empfehlung von Christine Féret- Fleury trägt den Titel «Das Mädchen, das in der Metro las». Das Mädchen, um das es im Roman geht, liest selbst in der Metro und beobachtet, was andere Leute lesen. Später wird sie Bücherkurierin. Sie sucht Bücher aus, die zur Persönlichkeit ihrer Kunden passen, und bringt sie ihnen. Lehner erklärt: «Die Bücher, die das Mädchen liest, gibt es wirklich, die Geschichte ist erfunden. So findet eine Verflechtung zwischen der Bücherwelt und der realen Welt statt».

Im zweiten Buch «Töchter» von Lucy Fricke fahren zwei Frauen mit einem todkranken Mann in die Schweiz. «Das bedeutet meistens, dass jemand ‹Exit› oder ‹Dignitas› aufsucht», erklärt Lehner. In diesem Fall kommt es aber anders, denn die Frauen fahren durch die Schweiz hindurch nach Süden. Das Buch dreht sich vor allem um die Gespräche der Frauen. Es geht dabei nicht nur um die Krankheit, sondern auch um unbeschwerte Themen wie Eltern oder Beziehungen, die witzig geschildert werden. Der Roman beschreibe viele Facetten des Lebens, so der Bi-bliothekar.

Das dritte Buch «Warum wir unseren Eltern nichts schulden», ist ein Sachbuch der Philosophin Barbara Bleisch. Es geht um Fragen wie, ob wir ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn wir die Eltern im Altersheim nicht oft besuchen, oder ob wir ihnen überhaupt etwas schuldig sind. «Auf den ersten Blick erscheint das Buch etwas ungeeignet als Ferienlektüre. Man hat aber in den Ferien mehr Zeit, sich bewusst mit einem bestimmten Thema auseinanderzusetzen», sagt Lehner.

«Man muss den Sachverhalt auf den Punkt bringen»

Die Themen der drei Empfehlungen seien nicht so schwer, deshalb eignen sie sich als Sommerlektüre, sagt Lehner. «In der Sommerzeit lesen unsere Kunden auch gerne Krimis, Thriller, Liebes- oder Familienromane und populäre Sachbücher, aber auch Klassiker», sagt Lehner. Ausserdem sei es generell wichtig, den Einstieg in ein Buch zu finden. Man sollte etwa 50 Seiten lesen, bis man sich orientieren könne. Wenn das Buch dann nicht überzeuge, sollte man es lieber lassen. «Das Leben ist zu kurz, um ein Buch zu lesen, das einen nicht fesselt», sagt der Bibliothekar. Seiner Meinung nach sei dies aber bei den vorliegenden Büchern gelungen. «Alle drei wurden sorgfältig und in guter Sprache geschrieben», sagt er. Damit dies gelinge, brauche es einen unkomplizierten Satzbau und einen gut beschriebenen Sachverhalt, sodass der Leser verstehe, was der Autor meine. Dafür müsse man Dinge gut beobachten und beschreiben können. «Wenn ein Buch gut ist, ist es egal, ob es hundert oder tausend Seiten hat, solange es einen fesselt», erklärt Lehner. Der Lesetrend liege aber bei dünneren Büchern wie den vorliegenden. «Heute muss man den Sachverhalt schneller auf den Punkt bringen, um die Aufmerksamkeit der Leser zu bekommen», sagt Richard Lehner.

Sommerpause

Die Bibliothek ist vom 27. Juli bis 5. August geschlossen.Geöffnet hat die Digitale Bibliothek: www.dibiost.ch.

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