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Der Gossauer Stadtmelder bewährt sich: Jux- und Frustmeldungen sind seltener geworden

Seit rund zweieinhalb Jahren können Mängel an der Gossauer Infrastruktur per App gemeldet werden.
Johannes Wey
Mängel an der Infrastruktur können Gossauer per App melden. (Bild: Ralph Ribi)

Mängel an der Infrastruktur können Gossauer per App melden. (Bild: Ralph Ribi)

Herrenlose Velos, Schmierereien und vor allem kaputte Strassenlampen: Gossauerinnen und Gossauer können Mängel im öffentlichen Raum unterwegs mit dem Smartphone oder zu Hause am Computer der Stadtverwaltung melden. Diesen «Stadtmelder» hat die Stadt im November 2015 eingeführt. Auslöser war eine Einfache Anfrage von Flig-Stadtparlamentarier Alfred Zahner, der in der Nachbarstadt St. Gallen Inspiration gefunden hatte.

Seither sind über den Stadtmelder 208 Meldungen eingegangen, sagt der Gossauer Kommunikationsbeauftragte und «Mr. Stadtmelder» Urs Salzmann. War es zu Beginn noch durchschnittlich eine Meldung pro Tag, ist die Quote mittlerweile auf drei Meldungen in zwei Wochen gesunken. «Jux- und Frustmeldungen sind seltener geworden», sagt Salzmann.

Die Verwaltung erlaubt sich auch einmal ein Spässchen

Trotzdem gibt es noch immer Meldungen wie jene von Anfang Juli, als ein Anwohner einen Flecken auf dem Trottoir meldete. «Sieht unschön aus und passt nicht in die ansonsten gepflegte Umgebung.» Salzmanns Antwort: «Diese Urinspur eines Vierbeiners ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Auf eine aufwendige Reinigung mit Hochdruck-Reiniger wird verzichtet.» In diesem Fall habe er sich eine Spur Ironie erlaubt. «Auf einer solchen Plattform kann man die Sätze etwas anders formulieren, als in einem formellen Brief.»

Ein andermal machte sich hingegen ein Nutzer einen Spass mit dem Stadtmelder. Bemängelt wurde ein schlecht sichtbares Verkehrsschild. Salzmann leitete die Nachricht ans Tiefbauamt weiter. Erst den Fachleuten fiel auf, dass es sich um das Links-Abbiege-Verbot auf der Kinder-Autobahn im Walter-Zoo handelte. Das Datum der Meldung: der 1. April. «Sofern die Verkehrsteilnehmer auf diesen Strassen den Einfränkler für die Benutzung der Fahrzeuge bezahlt haben, dürfen sie auch links abbiegen», antwortete Salzmann.

Bei den gemeldeten Mängeln gibt es einen klaren Spitzenreiter: «Ein Drittel der Meldungen betreffen defekte Strassenleuchten». Das habe man bereits vor der Einführung vorausgesehen. Denn seit dem Sparprogramm 2013 werden die Leuchten nicht mehr periodisch ausgetauscht, sondern erst, wenn sie defekt sind. Herrenlose Velos oder Schmierereien sind ebenfalls häufig. Für solche Fälle hat sich die Stadtverwaltung deshalb standardisierte Antworten und automatische Weiterleitungen eingerichtet. «Der Mangel ist behoben. Die Meldung war ein wertvoller Beitrag dazu, die städtische Infrastruktur in gutem Zustand zu halten», heisst es dann oft. Auch ein veralteter Stadtplan am Bahnhof wurde dank des Stadtmelders ersetzt.

App als Instrument der Partizipation

Aus Sicht von Salzmann hat sich der Stadtmelder in den rund zweieinhalb Jahren bewährt. «Der grosse Vorteil gegenüber einem Anruf ist, dass die Nutzer gleich auch ein Foto und die Koordinaten des Mangels in die Meldung integrieren können.» Für Salzmann gehört auch das Melden von Mängeln zur Partizipation. «Die Bürgerinnen und Bürger übernehmen damit Verantwortung für ihr Gemeinwesen.»

Die Vorgabe der Stadtverwaltung ist, jede Meldung innerhalb von zwei Arbeitstagen zu bearbeiten. Das schränkt aber auch die Art der Mängel ein, für die eine Meldung Sinn ergibt. «Immer wieder melden sich Leute, weil ein Abfallsack nicht abgeholt wurde.» Auch Glatteis wurde schon gemeldet. In solchen Fällen sei das althergebrachte Telefonat eindeutig besser geeignet.

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