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Halbzeit im Amt: Die Gemeindepräsidenten von Andwil, Waldkirch und Berg ziehen Zwischenbilanz

Die Gemeindepräsidenten von Andwil, Waldkirch und Berg haben die Hälfte der ersten Legislatur hinter sich. Sie sprechen über die ideale Dorfgrösse, Bürgernähe und ihre Pläne für die nächsten Jahre.
Adrian Lemmenmeier
Toni Thoma (SVP) hofft, dass in Andwil das Wir-Gefühl nicht verloren geht. (Bild: Urs Bucher (07. April 2017))

Toni Thoma (SVP) hofft, dass in Andwil das Wir-Gefühl nicht verloren geht. (Bild: Urs Bucher (07. April 2017))

Andwils Gemeindepräsident Toni Thoma spricht von einer «historischen Marke». Die Rede ist von der Einwohnerzahl, die dieser Tage die 2000er-Grenze knackt. «Für eine Gemeinde wie Andwil ist das eine gesunde Grösse», sagt Thoma. Eine Grösse, die auch in Zukunft die Eigenständigkeit sichere. Und das Wachstum reisse vorerst nicht ab. «Bei der Überbauung Augarten/Ebnet kommen noch einige Häuser dazu.» Unter anderem deshalb rechne man in den nächsten zwei Jahren mit weiteren Neuzuzügern.

Die Nachfrage nach Wohnungen und nach Boden in Andwil sei sehr gross, sagt Thoma. «Das ländliche Leben in Kombination mit der Nähe zur Stadt spricht viele Leute an.» Das zeige sich etwa am tiefen Leerwohnungsbestand und den hohen Bodenpreisen. «Mit dem Nachteil, dass junge Leute aus Andwil Mühe haben, eine Wohnung zu finden.» Mit einer aktiven Bodenpolitik günstigen Wohnraum zu fördern, komme für den Gemeinderat aber nicht in Frage.

Über die Zukunft des Ortsbildes entscheiden

Bau und Planung beschäftigen den Gemeinderat auch in der zweiten Hälfte der Legislatur. «Bis zur Fusionsabstimmung 2016 war in Andwil in Sachen Ortsplanung vieles stehen geblieben», sagt Thoma. Nun habe man Nachholbedarf. «Richtplan, Zonenplan, Baureglement und die Schutzverordnungen werden komplett überarbeitet.» Wie will man nach innen verdichten? Und wo? «Diese Fragen gilt es zu klären», so Thoma. Dabei wird auch die Bevölkerung mitreden. «Mehrere Informationsveranstaltungen sind geplant.»

Auch wolle man auf die Parteien und andere Interessengruppen zugehen. Daneben ist für 2019 die Sanierung von Abwasserkanälen in Gewässerschutzzonen geplant, auch weitere Strassensanierung stehen an.

Mit städtischen Ansprüchen auf dem Land

So wichtig das Wachstum für Andwil sei, er hoffe, dass dadurch das dörfliche Wir-Gefühl nicht verloren gehe, sagt Thoma. Viele Leute zögen aufs Land, ohne sich am Dorfleben zu beteiligen. Gleichzeitig hätten manche ähnliche Ansprüche an eine kleine Gemeinde wie an eine Stadt. «Das gibt mir zu denken», sagt Toni Thoma. «Ich hoffe, dass Andwil ein Dorf bleibt, in dem man sich auf der Strasse Grüezi sagt.»

Aurelio Zaccari (FDP) präsidiert Waldkirch im neuen Jahr im 100-Prozent-Pensum. (Bild: Benjamin Manser (28. Oktober 2016))

Aurelio Zaccari (FDP) präsidiert Waldkirch im neuen Jahr im 100-Prozent-Pensum. (Bild: Benjamin Manser (28. Oktober 2016))

«Kommunikation ist das A und O.» Aus dem Munde Aurelio Zaccaris ist dieser Satz keine Plattitüde. Und zwar im doppelten Sinn: Erstens bemüht sich der Waldkircher Gemeindepräsident mittels Kontaktstunde, Gemeinde-App, Informationsveranstaltungen oder mit einem Glühweinstand vor dem Gemeindehaus sichtlich um Austausch mit der Bevölkerung. Zweitens setzt er sich seit seiner Wahl dafür ein, endlich allen Waldkirchern das Telefonieren zu ermöglichen. Ist doch die Gemeinde berüchtigt für das Funkloch, das über den Wäldern und Weilern klafft. Was nützt die Push-Nachricht mit Gemeinde-News, wenn man keinen Empfang hat?

Doch damit soll bald Schluss sein. Die erste Funkantenne wird 2019 im Waldkircher Gebiet Neubrunn gebaut. Und auch in Bernhardzell seien Verbesserungen geplant, sagt Zaccari. Seit November kann man dank Gratis-WLAN in der Mehrzweckhalle immerhin übers Internet kommunizieren. Passwort: Turnhalle.

Neues Jahr, neue Schule

Ein Meilenstein in seiner bisherigen Amtszeit sei sicher der Bau des Schulhauses, sagt Zaccari. «Es war meine erste Urnenabstimmung als Gemeindepräsident.» 67 Prozent sagten Ja im Frühling 2017. Im kommenden Herbst soll das Schulhaus eingeweiht werden. Zur gleichen Zeit ungefähr sollen die Waldkircherinnen und Waldkircher über neue Sportanlagen in der Breite abstimmen. Ebenso oben auf der Liste stehe die Raumplanung. «Wir wollen den Zonenplan im kommenden Jahr auflegen.»

Ab 2019 zu 100 Prozent

Nach den ersten zwei Amtsjahren stockt der Gemeinderat Zaccaris Pensum auf, von 80 auf 100 Prozent. Bei einigen Bürgern habe das zu Diskussionen geführt, sagt Zaccari. «Es ist wichtig, dass die Leute das Pensum des Gemeindepräsidenten hinterfragen. Deshalb haben wir die Gründe ausführlich kommuniziert.» Der Aufwand für den Präsidenten sei mit der neuen Organisation der Gemeinde gewachsen, weil dieser sowohl in der Geschäftsleitung als auch im Gemeinderat tätig sei.

Auch die vermehrte Kommunikation erfordere Zeit und Vorbereitung. Für das kommende Jahr wünscht sich Zaccari deshalb, dass die Waldkircher Offenheit und Vertrauen gegenüber der Verwaltung bewahren. «Dabei darf man auch kritisch sein.»

Sandro Parissenti, Gemeindepräsident in Berg, will 2020 für die CVP in den Kantonsrat. (Bild: Benjamin Manser (23. September 2016))

Sandro Parissenti, Gemeindepräsident in Berg, will 2020 für die CVP in den Kantonsrat. (Bild: Benjamin Manser (23. September 2016))

Sechsmal habe er sich bis jetzt auf das neue Mitfahrbänkli an der Dorfstrasse gesetzt, sagt Bergs Gemeindepräsident Sandro Parissenti. Und jedes Mal habe ihn jemand mitgenommen. «Auch Leute aus dem Thurgau», hält er der Feststellung entgegen, dem Gemeindepräsidenten könne man in einem 800-Seelendorf schlecht eine Mitfahrgelegenheit verwehren. Mit den Mitfahrbänkli machte die Gemeinde Berg dieses Jahr Schlagzeilen. «Das langfristige Ziel ist aber, eine bessere ÖV-Verbindung zu erhalten», sagt Parissenti. Denn beim Mitfahren bleibe eben eine gewisse Unsicherheit.

Das grosse Wachstum steht an

Berg steht an einem demografischen Wendepunkt. Seit 1986 beträgt die ständige Wohnbevölkerung etwas mehr als 800 Einwohner. In den nächsten fünf Jahren sollten etwa 250 dazukommen. Der Grundstein für dieses Wachstum wird derzeit gelegt. «Die Überbauung Dorfwiese ist erschlossen», sagt Parissenti. Jene im Mattenhof ist gar in der letzten Bauetappe. «Ziel ist es, zu wachsen, ohne die Fixkosten in der Verwaltung zu erhöhen.»Damit will die kleinste Gemeinde der Region ihre Autonomie halten: Wachsen statt Fusionieren, lautet die Devise. Dabei soll auch Bergs Charakter bewahrt werden. «Ich hoffe, dass die dörfliche Nähe trotz dieses Wachstums erhalten bleibt.»

Mattenhof und Dorfwiese sind nicht die einzigen Baustellen in Berg. Im Juli begann die Erweiterung des Primarschulhauses. Nächsten Herbst soll es eröffnet werden. Weil Bauen auch Lärm, Staub und Verkehr bringt, legt der Gemeinderat 2019 besonderes Augenmerk auf Emissionen und Verkehrssicherheit. Dazu gehört, dass man die Anzahl Lastwagen reduzieren will, die vor allem wegen der Baustellen in Wittenbach durchs Dorf brettern. «Wir führen derzeit Gespräche mit dem Kanton über die regionale Verteilung des Bauverkehrs.»

Ebenso will der Gemeinderat bis Ende der Legislatur unter anderem die Ortsplanungsrevision abschliessen, Begegnungsorte schaffen und Tagesstrukturen für die Primarschule prüfen.

Ambitionen für den Kantonsrat

2020 sind Wahlen. Parissentis Name dürfte nicht nur auf dem Berger Wahlzettel stehen: Das CVP-Mitglied stellt sich auch für die Wahl in den Kantonsrat zur Verfügung.

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