Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Doppeltes Pech für die St.Galler Stadtwerke: Zwei Rohrbrüche in vier Stunden

Am Montag kam es in St.Gallen zu zwei Wasserrohrbrüchen. Während derjenige am Unteren Graben schnell behoben werden konnte, war der Verkehr an der Teufener Strasse den ganzen Tag eingeschränkt.
Laura Widmer
5 Bilder

Wasserrohrbruch in der Stadt St.Gallen

Doppeltes Pech für die St. Galler Stadtwerke: Nächstes Jahr hätte die Leitung saniert werden sollen, in der Nacht auf Montag ist sie geborsten und sorgte für Ärger. Kurz nach drei Uhr nachts stand die Kreuzung zwischen Kornhausstrasse und Teufener Strasse wegen des Rohrbruchs unter Wasser.

Der Verkehr wurde durch den Leitungsbruch stark beeinträchtigt: Die Kreuzung musste für den Verkehr gesperrt werden. Die Stadtbusse wurden über die St.Leonhard-Strasse – Davidstrasse – Geltenwilenstrasse in Richtung Teufener Strasse umgeleitet.

Die Haltestellen Bleicheli und Oberstrasse konnten stadtauswärts mehrere Stunden nicht bedient werden. Auch die Haltestelle Einstein war am frühen Morgen betroffen.

Doch damit nicht genug: Um 7.20 Uhr barst eine zweite Wasserleitung am Unteren Graben in der Höhe des Restaurants Baratella. Wie die Stadtpolizei in einer Mitteilung schreibt, konnte die Wasserzufuhr aber schnell gestoppt werden. Florian Kohler von der Stadtpolizei erklärt:

«Das Rohr ist neben einer Baustelle geborsten, deshalb hatte man schnell Zugriff auf die richtigen Leitungen.»

Wie gross der Schaden ist, konnte die Stadtpolizei gestern noch nicht beziffern.

Alte Leitungen als Hauptgrund

Ein Rohrbruch kann normalerweise innert einiger Stunden behoben werden. Dabei wird das Rohr nicht ausgetauscht, sondern wieder geflickt. Die Aufräumarbeiten an der Teufener Strasse sollten jedoch bis am Dienstagmorgen dauern, wie Ulrich Häfliger, Abteilungsleiter Netz Gas und Wasser bei den Stadtwerken, sagt.

«Es handelt sich um einen gröberen Rohrbruch», sagt Häfliger. Das geborstene Rohr wurde am auf einer Länge von sechs Metern ausgewechselt. Das Graugussrohr stammt aus den dem Jahre 1956 – diese Art von Rohren ist überdurchschnittlich häufig von Rohrbrüchen betroffen.

Alte Leitungen seien denn auch der Hauptgrund für Rohrbrüche. Sie können wegen Steinen oder schlechter Installation korrodieren. Heute würden deshalb immer häufiger PE-Leitungen verlegt. Die Stadtwerke saniert jedes Jahr ganze Strassenzüge auf einer Länge von mehreren Hundert Metern. Diese Bauarbeiten werden in Koordination mit dem Tiefbauamt geplant.

Bitter: Die geborstene Leitung steht im kommenden Jahr auf dem Sanierungsprogramm. Häfliger sagt:

«Da waren wir leider ein bisschen zu spät dran.»

Der Schaden ist überschaubar

Obwohl die Einschränkung durch die Rohrbrüche gross war, hält sich der Schaden in Grenzen. Am Unteren Graben wurde ein Keller überflutet, in vier Liegenschaften sassen die Bewohner einige Stunden auf dem Trockenen. Um 17 Uhr hatten sie wieder Wasser.

Schneller ging es an der Teufener Strasse: Um 13.30 Uhr hätten alle betroffenen Liegenschaften wieder Wasseranschluss gehabt, sagt Häfliger. Wie viele Parteien betroffen waren, kann er jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Rohrbrüchen von gestern schliesst Häfliger aus.

«Möglich wäre allenfalls eine Umlagerung des Drucks, weil man nach dem Vorfall an der Teufener Strasse einen Schieber zugedreht hat. Das ist jedoch unwahrscheinlich.»

2018 war ein «Rekordjahr»

Die St.Galler Stadtwerke führen eine Rohrbruch-Statistik. Darin werden alle Vorfälle aufgeführt. Der Notfall-Picketdienst rückt aus, wenn einen Schadensmeldung eintrifft. Bricht ein Rohr, fahren zwei Rohrnetz-Monteure auf den Schadenplatz nehmen allenfalls Leitungsabschnitte vom Netz.

Im vergangenen Jahr rückte der Notfall-Picketdienst nur 60 Mal aus – ein Rekordwert, wie Häfliger sagt. 2017 hatte es noch 83 Einsätze wegen Rohrbrüchen gegeben, 2016 nur 78 Einsätze. Die Tendenz ist klar sinkend. Zufrieden zeigt sich auch Häfliger: «Schön, wenn es in diese Richtung weiter geht.»

Grössere Rohrbrüche in den vergangenen Jahren

Im vergangenen Jahr war es relativ ruhig um die Wasserleitungen in der Stadt St.Gallen. Anders im April und Mai 2016, als die Wasserrohre im Osten der Stadt gleich serienweise brachen, unter anderem an der Kesselhaldenstrasse. Grund dafür war ein Fehler in der Steuerung, der zu einem Überdruck führte. Im selben Jahr war die Fürstenlandstrasse mehrfach von Rohrbrüchen betroffen. Eine gusseiserne Leitung aus dem Jahr 1910 hatte das Lebensende erreicht. Am 4. April barst sie bei der Fürstenlandstrasse 96 zum ersten Mal, drei Tage später kam es rund 40 Meter weiter zu einem zweiten Rohrbruch. Statt wie üblich das Loch in der Leitung lokal zu flicken, wurde das Rohr auf einer Länge von 100 Meter vorsorglich saniert. Im September 2015 brachen innert drei Tagen fünf Rohre, unter anderem an der Tempelacker- und Kolumbanstrasse. In diesem Fall handelte es sich um alte Leitungen aus den 1950er- und 1960er- Jahren.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.