Kommentar
Doppelmandat ist überholt – der Kommentar zur Olma-Rettung

Die Olma-Messen investieren für eine neue Halle 160 Millionen Franken. Stadt und Kanton, die grössten Genossenschafter, mussten ein Hilfspaket schnüren. Das ist nicht verwerflich, hat aber einen schalen Beigeschmack.

Daniel Wirth
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Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Bild: Ralph Ribi

Die Olma-Messen sind für die Stadt und die Region St.Gallen wichtig – wirtschaftlich und gesellschaftlich. Das schleckt kein Rennsäuli weg. Das war am Dienstag auch im Stadtparlament unbestritten. Genauso unbestritten war, dass die Olma-Messen für ihre arge finanzielle Schieflage nichts können. Die Coronapandemie und der Lockdown trafen das gesunde Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Die Olma-Messen investieren in ihr «Neuland» über der Stadtautobahn und für eine neue Halle 160 Millionen Franken. Eine höhere Verschuldung geht nicht, die Hilfe der Banken ist ausgeschöpft. Es droht der Kollaps. Stadt und Kanton, die grössten Genossenschafter, mussten rasch handeln und ein Hilfspaket schnüren. Das ist nicht verwerflich, hat aber einen schalen Beigeschmack.

Weil der Stadtpräsident aus Tradition gleichzeitig Präsident der Olma-Messen ist, kann der Eindruck entstehen, es könnte hinter verschlossenen Türen gemischt worden sein. Die zwei Mandate gehören getrennt. Der Rücktritt des Stadtpräsidenten Ende Jahr ist der richtige Zeitpunkt dafür.