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Dominik Gemperli hofft die Verkehrssituation in Goldach bald entschärft zu haben

Dominik Gemperli ist gespannt auf die Abstimmung zum Autobahnanschluss, glaubt aber nicht an eine Realisierung in zehn Jahren.
Ines Biedenkapp
Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli wünscht sich Bürger, die lokal einkaufen. (Bild: Ralph Ribi)

Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli wünscht sich Bürger, die lokal einkaufen. (Bild: Ralph Ribi)

Goldachs Gemeindepräsident, Dominik Gemperli, ist seit zweieinhalb Jahren im Amt. Bevor es für ihn in die Sommerferien geht, zieht er eine erste Bilanz der laufenden Projekte und gibt einen Einblick, was die Gemeinde in den vergangenen Monaten besonders bewegt hat.

Haben Sie nach dem Velo-Klau eigentlich herausgefunden, wie Sie jetzt zur Arbeit fahren wollen?

Dominik Gemperli: Nein, mein Velo ist nicht wiedergefunden worden. Zu meinem Glück habe ich noch ein Ersatzvelo. Nach wie vor lege ich daher meistens den Weg mit dem Velo – oder auch mit dem E-Bike – zurück. Der Schock hat sich in Grenzen gehalten, weil es wirklich ein älteres Modell war. Daher ist der Verlust verkraftbar gewesen (lacht).

Bleiben wir beim Thema. Wie legen eigentlich die Goldacher Kinder ihren Schulweg zurück? Hat sich die Situation um die Elterntaxis entschärft?

Elterntaxis sind immer noch aktuell. In welcher Ausprägung, kann ich nicht genau sagen. Die Lehrer machen es aber sehr gut, indem immer wieder auf die Wichtigkeit des Schulweges hingewiesen wird. Und ich hoffe auch, dass mit der Zeit ein gewisses Umdenken stattfindet. Mir würde es nicht im Traum einfallen, meine Kinder morgens zur Schule zu fahren und andersherum würden sie das auch nicht goutieren. Meine Kinder finden den Schulweg morgens wirklich lässig, treffen sich. Das ist ein Erlebnis. Daher finde ich die Situation mit den Elterntaxis in erster Linie schade für die Kinder.

Am Spatenstich des Projekts Zentrumsentwicklung durften Sie Bagger fahren – ein Bubentraum. Was hat die Goldacher in letzter Zeit besonders bewegt?

Für uns bleibt das Projekt der Zentrumsentwicklung entscheidend. Damit werden wir das Verkehrsregime im Dorfinnern massgebend verändern. Es gab eine Einsprache, die aber schnell erledigt werden konnte. Wir haben viel Aufwand betrieben, um für das Projekt zu werben und Lösungen mit den Direktbetroffenen zu finden. Daraus resultiert die gute Situation, dass wir uns mit dem Vorhaben bereits in der Ausführungsphase befinden. Darauf sind wir natürlich stolz. Ich denke, dieses Projekt ist für die Gemeinde und in ihre künftige Perspektive wegweisend. Die aktuelle Verkehrssituation mit einer Bahnschranke mitten im Zentrum ist ein Trauerspiel. Mit dem Projekt erzielen wir wirksame Verbesserungen und steigern zudem die Attraktivität des Dorfkerns.

Welche Projekte werden Goldach in nächster Zeit beschäftigen?

Das sind mehrere. Ein nächstes Ziel ist die Verlängerung der Thannäckerstrasse, mit welcher die letzte Industriefläche optimal erschlossen werden soll. Damit sind auch Neuansiedlungen von wertschöpfenden Gewerbe- und Industriebetrieben möglich. Zusätzlich wird das Gebiet der Rietbergstrassse eine Entlastung vom Schwerverkehr erfahren. Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Autobahnanschluss A1 mit neuer Kantonsstrasse zum See.

Sind Sie gespannt auf die Abstimmung zum Autobahnanschluss?

Ja sehr. Im Moment sind vor allem die Gegner des Autobahnanschlusses aktiv. Der Abstimmungskampf wird nach den Sommerferien so richtig starten. Es handelt sich um ein grosses und wichtiges Projekt für die ganze Region. Ich finde es wichtig, dass der Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung umfassend stattfindet. So werden Bund, Kanton und Gemeinden eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung durchführen. Diese ist für den 17. September geplant.

Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli (Bild: Ralph Ribi)

Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli (Bild: Ralph Ribi)

Warum ist der Autobahnanschluss gerade für Goldach ein Vorteil? Was ist daran so wichtig?

Als Behörden müssen wir einen langfristigen Fokus behalten und Planungen initiieren, welche den veränderten Rahmenbedingungen der Zukunft genügen können. Mit dem Autobahnanschluss und neuer Kantonsstrasse zum See können wir das Zentrum von Goldach massiv vom Verkehr entlasten. Wir ermöglichen neue Siedlungsentwicklungen im Gebiet Froheim und schliessen die Siedlungslücke zwischen dem Bahnhof Goldach und Rorschach. Zusätzlich sind auch gewerbliche Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich vom Frohheim und der Blumenfeldstrasse denkbar.

Vor allem können wir mit dem Verkehrskonzept eine Lösung präsentieren, mit der das gemäss Prognosen des Bundesamtes für Raumentwicklung in Zukunft steigende Verkehrsaufkommen bewältigt werden kann.

Die zusätzlichen Unterführungen in Rorschach und Goldach reichen nach unserer Beurteilung nicht. Das Projekt ist letztlich ein Mobilitätskonzept, das auch Aspekte des Langsamverkehrs berücksichtigt und eine massvolle Siedlungsentwicklung erlaubt. Aber letztlich entscheidet hingegen einzig der Stimmbürger über die Realisierung eines Vorhabens. Mit Ausfertigung der Abstimmungsunterlagen haben wir unsere Hausaufgaben vorerst gemacht.

In Goldach wird derzeit sehr viel gebaut. Warum?

Goldach bietet eine attraktive Lage und ist als Wohnort beliebt. Die derzeitige rege Bautätigkeit hat zusätzlich damit zu tun, dass neben Neubauprojekten auch ältere Liegenschaften saniert werden. Natürlich tragen die übergeordneten Vorschriften zur Innenverdichtung auch ihren Teil zur baulichen Entwicklung bei.

Gab es in den vergangenen zwei Jahren auch etwas in ihrem Amt, das Sie besonders überraschte?

Eigentlich weniger. Da ich die gleiche Funktion bereits acht Jahre in Andwil ausführen durfte, blieb mir vieles bekannt. Es freut mich aber immer wieder, wie lösungsorientiert der Austausch mit der Bevölkerung stattfinden kann. Vor allem wenn die Bevölkerung das Gefühl hat, sie wird ernst genommen und gut informiert. Und ich hoffe, wir werden diesem Anspruch gerecht.

Vermissen Sie es, nicht mehr als Rechtsanwalt tätig zu sein?

Nein, eigentlich nicht. (lacht) Es ist eine schöne Zeit gewesen. Aber vorbei ist vorbei. Und in der jetzigen Funktion erhalte ich sehr viel Gestaltungsmöglichkeiten, was mir gefällt. Genauso befriedigend empfinde ich den Kontakt mit der Bevölkerung.

Wo sehen Sie Goldach in etwa zehn Jahren?

Ich hoffe einfach, dass wir dann in Goldach die Verkehrsprobleme entschärft haben. Ich bin sicher, dass wir mit der Zentrumsentwicklung eine Entlastung erzielen können. Die Zentrumsüberbauung ist leider noch immer im Rechtsmittelverfahren blockiert. Es ist schade und unverständlich, dass wir keine Einigung mit dem Einsprecher gefunden haben.

Der Autobahnanschluss mit neuer Kantonsstrasse zum See wird in zehn Jahren kaum realisiert sein.

Das sind Grossprojekte mit extrem komplexen Verfahren. Eine ganz grosse Hoffnung für mich ist natürlich auch, dass wir die Anbindung an den See verbessern können. Das ist ebenfalls ein Projekt, mit welchem wir beschäftigt sind. Wir möchten für den Langsamverkehr und die Fussgänger eine direkte Verbindung vom Rietli zum See schaffen.

Seit kurzem sitzen Sie im Kantonsrat. Können Sie sich auch einen Sprung aus der lokalen Politik heraus vorstellen?

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meinem Mandat in Goldach. Ich fühle mich hier wohl. Die Aufgaben sind sehr spannend. Wir haben ausserdem ein gutes Team im Gemeinderat und der Gemeindeverwaltung. Für mich steht das im Vordergrund. Was die Zukunft bringt, weiss sowieso keiner.

Wie gut kennen Sie Röbi Raths? Sind sie auf die Zusammenarbeit gespannt?

Röbi Raths kenne ich mittlerweile seit über zehn Jahren. Seit ich in der Region bin, haben wir einen intensiveren Kontakt. Ich schätze Röbi Raths. Er ist kollegial und ich bin gespannt auf die Zusammenarbeit. Ich bin überzeugt, wir werden persönlich einen guten Umgang miteinander finden können. Das wäre sicher auch mit Guido Etterlin der Fall gewesen.

Wie sieht es im lokalen Gewerbe aus? Spüren diese den Einkaufstourismus oder vermehrten Onlinehandel?

Die heimischen Dienstleister bieten Gewähr für Qualität. Die Nähe zur Grenze ist Teil der Realität für den ganzen Bodenseeraum. Einkaufstourismus ist die eine Sache, der Online-Handel ist aber wahrscheinlich das grössere Thema. Ich hoffe, dass die Menschen im Regelfall lokal einkaufen, aus einer ökologischen und gesamtökonomischen Betrachtung.

Freuen Sie sich auf die neue Hängebrücke über Goldach?

Ja. Ich hoffe, dass wir dieses Projekt auch tatsächlich realisieren können. Die Naherholung ist ein wichtiger Standortfaktor, und mit diesem Projekt wird diesen Bedürfnis Rechnung getragen. Die attraktive Wegführung im Rantelwald schafft nämlich eine attraktive Verbindung für die Fussgänger von Goldach nach Mörschwil und Untereggen.

Wohin geht es für Sie als nächstes?

Wie letztes Jahr nach Südfrankreich. In die Nähe von Montpellier. Die Gegend ist einfach wunderschön.

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