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Doch nicht im St.Galler Stadtpark: Theater-Provisorium kommt auf den Unteren Brühl

Wenn das Theater St.Gallen saniert wird, ist eine provisorische Bühne nötig. Stadt und Kanton haben für diesen Bau nun plötzlich einen anderen Standort im Auge: Das Provisorium soll auf dem Unteren Brühl stehen.
Roger Berhalter
Neu soll das Theater-Provisorium auf dem Unteren Brühl errichtet werden. (Bild: Ralph Ribi)

Neu soll das Theater-Provisorium auf dem Unteren Brühl errichtet werden. (Bild: Ralph Ribi)

Nun also doch der Untere Brühl. Am Freitag teilte das kantonale Baudepartement mit, dass man bei der Planung eines provisorischen Theaterbetriebs den Standort gewechselt habe. Der bis jetzt bevorzugte Platz befand sich im Stadtpark, zwischen dem Kunstmuseum und dem Historischen und Völkerkundemuseum. Nun aber soll das Provisorium auf dem Unteren Brühl stehen, im Park neben der Tonhalle. Die provisorische Bühne ist nötig, weil das in die Jahre gekommene Theaterhaus saniert wird.

Im vergangenen März hat das kantonale Stimmvolk Ja zu einem Kredit über 48,6 Millionen Franken gesagt. Davon sind 4,5 Millionen für das Provisorium vorgesehen. Zwei Saisons lang wird es dem Theater als grosse Bühne dienen.

Die Kulturhäuser kämen sich in die Quere

Begründet wird der Standortentscheid mit «betrieblichen Problemen». Diese seien grösser als ursprünglich angenommen. «Wir müssten im Stadtpark mit grösseren Friktionen rechnen», sagt Kantonsbaumeister Werner Binotto. Die beiden Museen und das Theaterprovisorium kämen sich im Betrieb zu stark in die Quere. Dies habe eine vertiefte Prüfung ergeben.

Der Untere Brühl war von Anfang an als möglicher Standort für das Theaterprovisorium im Gespräch. Doch wollte die Stadt den Platz nicht zur Verfügung stellen. Der Park sei erst vor wenigen Jahren neu gestaltet worden und ein beliebter Aufenthaltsort für die Bevölkerung. Ein Theaterbau komme dort nicht in Frage, zumal man dafür mehrere Bäume hätte fällen müssen.

Doch auch gegen den anderen Standort zwischen den beiden Museen gab es Widerstand, namentlich von Naturschützern und Anwohnern. War es diese Kritik, die Kanton und Stadt dazu bewogen haben, nun doch wieder auf dem Unteren Brühl zu planen? Kantonsbaumeister Binotto verneint. Entscheidend sei vielmehr, dass das Provisorium im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen geschrumpft sei.

Vieleck statt Rechteck: Das Theaterprovisorium (Mitte, zwischen den Bäumen) neben der Tonhalle. Rechts im Bild ist das sanierungsbedürftige Theater zu sehen. (Bild: PD)

Vieleck statt Rechteck: Das Theaterprovisorium (Mitte, zwischen den Bäumen) neben der Tonhalle. Rechts im Bild ist das sanierungsbedürftige Theater zu sehen. (Bild: PD)

Statt 700 haben nur noch 500 Zuschauer Platz. «Das verschafft uns mehr Spielraum, der Park wird weniger tangiert», sagt Binotto. Kein Baum müsse gefällt werden, auch die Fussgängerwege blieben frei. Auf dem Modellfoto ist dies ersichtlich: Die Planer haben den Theaterbau so zugeschnitten, dass er zwischen die Bäume passt. Billiger wird das Provisorium laut Binotto aber nicht: «Wir rechnen nicht mit Einsparungen.»

Die Wiese bleibt öffentlich nutzbar

Angesichts dieser neuen Ausgangslage ist auch die Stadt bereit, den Platz zur Verfügung zu stellen. Dafür ist eine Ausnahmebewilligung der Baubewilligungskommission nötig, da der Untere Brühl – ebenso wie der Stadtpark – in der Grünzone A liegt. «So ist es verkraftbar», beurteilt Baudirektorin Maria Pappa die neuen Pläne. Der Park werde dank des verkleinerten Provisoriums weniger beansprucht, ein grosser Teil der Wiese bleibe weiterhin öffentlich nutzbar. Zudem störe die Theaterbühne auf dem Unteren Brühl weniger Anwohner. Kantonsbaumeister Binotto bestätigt, dass er an einem ersten Infoanlass für Anwohner diese Woche keine schlechten Rückmeldungen erhalten habe. Statisch sei das Provisorium auf dem Unteren Brühl möglich, obwohl sich unter der Wiese eine Parkgarage befindet. «Es sind keine zusätzlichen Stützen nötig», sagt Binotto. Mit speziellen Bodenplatten werde man aber das Gewicht des Baus verteilen. «Technisch ist dies bei beiden Standortvarianten gleich.»

Keine Aufführungen während der Olma

Wie aber kommt der Theaterbetrieb auf dem Unteren Brühl an der Olma vorbei? «Gar nicht», sagt Binotto. Während der Olma werde das Theater eine Pause einlegen müssen. Der Jahrmarkt-Lärm würde die Aufführungen zu stark stören. Gewisse Zugeständnisse müsse man auch bei den Festzelten machen: Nicht mehr alle werden neben dem Provisorium Platz finden. Noch im März möchte das kantonale Baudepartement bei der Stadt die nötigen Baugesuche einreichen. Wenn die Bewilligungen erteilt und keine Rechtsmittel ergriffen werden, sollen die Sanierungsarbeiten am Theater im Sommer 2020 starten.

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