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Ob Maskenball in Mörschwil oder Turnernacht in Zihlschlacht: DJ Kaufi spielt an jedem Dorffest

Von Mörschwil bis Mosnang, von Techno bis traditionell: DJ Kaufi alias Marco Kaufmann legt an fast jedem Dorffest der Region seine CDs auf. Seinen Musikstil bezeichnet er als «querbeet». Am anspruchsvollsten findet er Hochzeiten.
Adrian Lemmenmeier
DJ Kaufi sorgte auch an der 1. August-Party in Grub SG für Stimmung im Festzelt. (Bild: Ralph Ribi)

DJ Kaufi sorgte auch an der 1. August-Party in Grub SG für Stimmung im Festzelt. (Bild: Ralph Ribi)

Ice-Cube-Party in Häggenschwil, Guggä-Flash in Mörschwil, Après-Ski-Plausch in Neukirch. Marco Kaufmann kennt diese Festivitäten bestens. Denn seit gut zehn Jahren tingelt der 27-jährige Landschaftsgärtner aus Lömmenschwil als DJ Kaufi durch die Region. Allein letztes Jahr hat er an 36 Wochenenden aufgelegt, an 17 davon freitags und samstags. Zwischen Bodensee und Toggenburg gibt es kaum ein Grümpeli, einen Maskenball oder eine Turnerunterhaltung, an der DJ Kaufi noch nie für Stimmung sorgte. So war er auch am 1. August unterwegs. Beim Fünfländerblick heizte er jenen Festzeltbesuchern ein, die trotz Unwetter auf die Anhöhe in Grub SG gekommen waren.

Tags darauf sitzt Marco Kaufmann in Shorts und Adiletten an seinem Gartentisch in Lömmenschwil. Die Sonnenbrille liegt lässig auf den blonden Locken. «Ein paar Gäste sind bis zum Schluss geblieben», sagt Kaufmann zum Auftritt vom Vorabend. «Ich war bereits um 1 Uhr zu Hause.»

Herz statt Allüren und Ambitionen

Normalerweise dauern DJ Kaufis Abende länger. Wenn er an der No-Limit-Party in Waldkirch, der Turnernacht in Zihlschlacht oder der Siebenschläfer Party in Hagenwil spielt, kommt er nicht so früh ins Bett. Seinen wohl grössten Auftritt hatte Kaufi am Open Air Frauenfeld vor einigen Jahren, wo er im Zelt der Siebenschläfer Bar seine CDs auflegte.

DJ Kaufi ist in manchen Dörfern in den Kantonen St. Gallen und Thurgau fast eine Marke. Wenn Marco Kaufmann in seinem feuerroten Dogde Nitro vorfährt, weiss der eine oder andere schon, wer drin sitzt. Da wären die djkaufi.ch-Aufkleber auf den hinteren Seitenscheiben wohl gar nicht nötig. «Ein tolles Auto», findet Kaufmann. Auch wenn ihm schon jemand an einer Dorfparty die Haube verbeulte und ihm am Seilzieh-Fest in Mosnang einer den Aufkleber von der Scheibe klaubte.

Kaufmann weiss um seine Bekanntheit auf dem Land, doch Star-Allüren liegen dem Lömmenschwiler fern. «Ich bin ein einfacher Typ, der es mit allen gut kann», sagt er. An Partys sei er immer für einen Schwatz zu haben. Er habe denn auch keine ambitionierten Ziele, geschweige denn ein Vorbild als DJ. «Ich lege einfach Musik auf, die gute Stimmung macht», sagt er. «Wichtig ist für mich, dass ich immer mit Herz dabei bin.» Das soll auch Dj Kaufis Emblem zeigen: Ein menschliches Herz, das Kopfhörer trägt. Es prangt auf seiner Homepage, seinem T-Shirt und seinem feuerroten Dodge Nitro.

Mit Bravo Hits-CDs und Mediaplayer

Als DJ zu arbeiten begann Marco Kaufmann vor zehn Jahren. «Ein Freund hat damals in Neukirch eine Party gemacht», erzählt Kaufmann bei Wasser und Nussgipfel. «Er hat mich gefragt, ob ich Musik auflegen könnte – mit Ballermann-Sound würde ich mich ja auskennen.» Kaufmann sagte zu und hatte seinen ersten Auftritt als DJ. 30 CDs hatte er im Gepäck, die Lieder spielte er von seinem Laptop auf dem Windows Mediaplayer. «Später kamen weitere Anfragen», so Kaufmann: Maskenbälle, Hochzeiten und bald auch die Siebenschläferbar, die nicht nur ein grosses Fest in Hagenwil durchführt, sondern auch häufiger Gast ist an den Open Airs St. Gallen und Frauenfeld sowie am St. Galler Fest.

Auf einen Musikstil will sich Kaufmann nicht festlegen. «Ich spiele alles querbeet», sagt er. Vom aktuellen Pop-Hit über Deep House bis hin zum Schlager; von Almklausi über die Toten Hosen bis ACDC. «Ich habe immer auch etwas für die älteren Gäste im Repertoire», sagt Kaufmann. «Das unterscheidet mich von anderen jungen DJs aus der Region, die vor allem elektronische Musik auflegen.» Kaufmanns Sammlung besteht aus über 2000 CDs und 1500 Schallplatten verschiedener Stilrichtungen. «Ich kaufe mir auf jeden Fall jedes Jahr die neue Bravo-Hits und die neuste The-Dome-Sample.» Aber auch sonst sammle er jegliche Art von Musik.

Die anspruchsvollsten Auftritte seien Hochzeiten, sagt Kaufmann. «Da sind immer Leute aus verschiedenen Generationen anwesend. Alle Geschmäcker zu bedienen, ist nicht einfach.» Genau das ist aber Kaufis Markenzeichen. «Ihr DJ für jeden Anlass», steht auf seiner Homepage. Und Marco Kaufmann hat in zehn Jahren noch nie eine Anfrage abgelehnt, weil ihm die Party nicht gepasst hätte.

Kaufmann hinter Kaufi

Weil ihm die vielen Gigs zu stressig wurden, hat Marco Kaufmann sein Pensum als Landschaftsgärtner im vergangenen Jahr auf 80 Prozent reduziert. «Es ist einfach zu viel, zwei Nächte hintereinander aufzulegen und dann wieder eine Woche zu arbeiten.» Den Erwerbsausfall macht Kaufmann aber locker mit den Einnahmen als DJ wett. Pro Abend verdient er mindestens 650 Franken Gage. «Das gilt in der Branche als wenig», sagt er.

Kaufmann kennt die meisten Partys, an denen er auftritt, auch als Gast. Als Teenager sei er nie in die Stadt in den Ausgang gegangen, sagt Kaufmann. Turnerunterhaltung im Winter, Grümpelturnier im Sommer – das waren die Feste, die er besuchte. Privat müsse er heute nicht mehr jedes Wochenende bis um 3 Uhr morgens tanzen. Da schmeisst er lieber mit Kollegen den Grill an oder besucht seine Eltern oder seine Schwester. «Die Familie ist sehr wichtig für mich», sagt er. «Sie bremst mich auch, wenn ich mir zu viel vornehme.» Und privat sei Marco Kaufmann auch nicht immer die Stimmungskanone, wie hinter dem DJ-Pult. «Marco kann auch mal schlechte Laune haben. DJ Kaufi sollte das nicht», sagt er. Und wenn doch, dann dürfte man das der Musik, die er auflegt, nicht anmerken. Im Festzelt, in der Turnhalle oder am Dorfgrümpeli.

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