Dieser Wittenbacher Hobby-DJ bringt die Zürcher an der Streetparade zum Tanzen

Raphael Schlegels zweiter Name ist seit drei Jahren DJ Räff de Cheff. Am Samstag legt er an der Streetparade auf.

Laura Manser
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Raphael Schlegel übt mindestens fünf Stunden pro Woche. (Bild: Laura Manser)

Raphael Schlegel übt mindestens fünf Stunden pro Woche. (Bild: Laura Manser)

Raphael Schlegel sitzt ruhig auf der Bank. Er kann aber auch anders. Der Wittenbacher ist seit drei Jahren Hobby-DJ. Unter dem Namen Räff de Cheff darf er am Samstag an der Afterparty der Zürcher Streetparade im Club «Labor5» auflegen. Dafür hat er die neusten Hits heruntergeladen und die Liederübergänge geübt. Das Mixen — für den 17-Jährigen längst Routine — improvisiere er dann vor Ort.

Angefangen hat die Begeisterung zum Mixen in der Oberstufe. Bei einer Party sorgte Schlegel mit einem Freund und einem DJ-Programm auf dem Laptop für musikalische Unterhaltung. «Das war ein voller Erfolg. Wir bekamen nur positives Feedback», sagt Schlegel, der noch in der Ausbildung zum Informatiker ist. Später kaufte er sich das technische Equipment und begann zu üben, mit Youtube-Videos und einem kleinen Einführungskurs bei Jugendarbeiter und Hobby-DJ Jeremias Frei. Vor drei Jahren stand Schlegel das erste Mal am Wittenbacher Jugend-Open-Air hinter den Platten.

Er lässt sich nicht bestechen

Techno, House sowie Hip-Hop, Trap und Latin: Schlegel hat für jeden Geschmack etwas dabei und orientiert sich jeweils an den Wünschen der Veranstalter. «Mir ist es egal, welchen Musikstil ich spiele. Hauptsache ich darf auflegen und die Leute zum Tanzen animieren», sagt DJ Räff de Cheff. Dieser Künstlername ist von seinem Spitznamen aus der Schule hervorgegangen.

Was Schlegel stört sind Gäste, die ihn nach einem Handyladekabel fragen oder es gleich neben ihm einstecken. Manche benutzen das Disc-Jockey-Pult auch als Garderobe oder sie haben Liederwünsche, die Schlegel nicht erfüllen kann. 

«Einmal wollte mir ein Gast 50 Franken geben, wenn ich seinen Liederwunsch spiele. Ich lasse mich aber nicht bestechen.»

Seit gut zehn Jahren besucht Schlegel zudem den Schlagzeugunterricht, bei dem er sein Taktgefühl erlernt hat. Als Schlagzeuger spielt er auch in der Wittenbacher Band «Scrum», die einmal in der Woche probt und etwa vier Gigs pro Jahr spielt. Für sein Hobby als DJ investiert er deutlich mehr Zeit: «Pro Woche mixe ich mindestens fünf Stunden. Dann kommen noch die Liedersuche und Setvorbereitungen dazu», sagt Schlegel.

Mit vielen Leuten zum grössten Event

Normalerweise kann er zweimal pro Monat auflegen, beispielsweise an Schulpartys in Wittenbach und Abtwil, in der Brühlhof-Bar und im O’Five Pub in St.Gallen oder in den Züricher Clubs «Sektor 11» und «Labor5». Auch wenn Schlegel bei seinen Auftritten eine Gage bekommt, gehe es ihm dabei nicht ums Finanzielle, sondern um den Spass. Die Locations seien zwar nicht die grössten, «aber mit vielen Leuten wird auch der kleinste Club zum grössten Event», sagt Schlegel.