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Dieser Andwiler dreht im Toggenburg einen Kurzfilm

Der Andwiler Simon Helbling studiert seit zwei Jahren an der London Film School. Für seinen Abschlusskurzfilm kommt er in die Ostschweiz zurück.
Urs-Peter Zwingli
Regisseur Simon Helbling (Mitte) bei der Arbeit auf einem Filmset. (Bild: PD)

Regisseur Simon Helbling (Mitte) bei der Arbeit auf einem Filmset. (Bild: PD)

Ein abgeschiedener Bauernhof im Toggenburg, eine Bäuerin, die täglich auf sich alleine gestellt ist und hart arbeitet. Grüne Hügel, schroffe Berge, schwierige Menschen. Aus diesem Material erschafft der Andwiler Regisseur Simon Helbling seinen neusten Film «The Weight of The Land». Der Kontrast zu Helblings Wohnort könnte nicht grösser sein: Er lebt seit 2017 in der pulsierenden Metropole London. Hier studiert der 33-jährige an der renommierten London Film School im Lehrgang «Filmmaking».

Als Abschlussarbeit seiner Ausbildung will Helbling im September «The Weight of The Land» im Toggenburg drehen. Geplant ist ein Kurzfilm von rund 15 Minuten. «Wir werden dafür mit einer Filmcrew von 20 bis 25 Mitarbeitern vor Ort sein», sagt er. Die Crew ist international bestückt: Die Hauptdarstellerin Barbara Terpoorten (bekannt als Anna-Maria Giovanoli aus «Der Bestatter») kommt aus der Schweiz, der Kameramann aus dem Iran, der Tontechniker aus Argentinien, die Cutterin aus den USA. Das Team ist ein Abbild der international durchmischten Filmszene in London.

Erste Theaterstücke als 20-Jähriger realisiert

Um sein Filmprojekt zu finanzieren, hat Helbling eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter lanciert: Dort können normale Internetnutzer kleine Beiträge an das geplante Gesamtbudget von rund 11500 Franken leisten. «Wir sind aber flexibel und können uns je nach verfügbaren Mitteln anpassen», sagt Helbling. Er will beispielsweise einige Szenen mit einer Drohne filmen. «Diese kann man aber auch weglassen, falls das Budget zu klein sein sollte.»

Der Andwiler gibt Anweisungen.

Der Andwiler gibt Anweisungen.

Der gebürtige Andwiler ist in der freien Zürcher Theaterszene gross geworden, wo er bereits als 20-Jähriger etwa am Theater am Neumarkt mithalf, Stücke zu realisieren. «Nach der Matura am Gymnasium Friedberg bin ich nach Zürich gezogen, wo ich einige Semester Philosophie und Germanistik studierte. Aber eigentlich wusste ich schon immer, dass ich als Regisseur zum Film will», sagt Helbling. Dass er die ersten zehn Jahre seines Schaffens vor allem für die Theaterbühne tätig war, sei für seine Arbeit als Filmregisseur ein Vorteil.

«Ich lasse den Schauspielern eher den Freiraum, etwas zu entwickeln. Regisseure, die schon immer beim Film waren, haben dagegen oft einengende Vorstellungen, wie eine Szene gespielt werden muss.»

Sein Studium ist eine breit angelegte Ausbildung im Handwerk Film: Neben klassischer Regiearbeit lernt Helbling in London auch die Tätigkeiten als Kameramann, Tontechniker und Cutter kennen. «Da ich vom Theater komme, ist die umfassende Ausbildung im Filmbereich für mich ideal.» Ende Jahr soll das Studium mit seinem Abschlussfilm beendet sein, danach will Helbling zurück in die Schweiz. «Ich habe es in London gemerkt: Egal, wie gut ich die Sprache beherrsche und mich in die Kultur einlebe, es gibt immer kleine kulturelle und sprachliche Codes, die man als Aussenstehender nicht begreift.»

Es reize ihn darum, Geschichten in seinem Heimatland zu erzählen – wie nun eben «The Weight of The Land». Das Toggenburg kenne er von früheren Wanderungen und Schulreisen. «Es hat dort noch immer viele, relativ isoliert stehende Bauernhöfe. So entstehen kleine Welten mit eigenen Regeln.»

Viele Themen in der Schweiz

Mit dem Film möchte Helbling international an möglichst vielen Festivals präsent sein. «Kurzfilme sind für ein breites Publikum nicht wichtig, in der Filmszene haben sie aber grosse Aufmerksamkeit: Mit ihnen können neue Erzählstile und Techniken ausprobiert werden.» In der Zukunft möchte er einen längeren Spielfilm drehen.

«Die Schweiz ist ein spannendes Land mit vielen möglichen Geschichten.»

Ihn interessierten etwa Themen wie der Umbruch in der Arbeitswelt, die Entstehung neuer männlicher Rollenbilder sowie das Asyl- und Flüchtlingswesen.

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