Diese Künstlerin will Unsichtbares sichtbar machen: Jetzt stellt sie in St.Gallen aus

Doris Schnell will mit ihrer Kunst nicht bekehren, sondern Denkanstösse geben.

Elisabeth Fitze
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Doris Schnell vor ihrem Werk «Altarbild».

Doris Schnell vor ihrem Werk «Altarbild».

Bild: Elisabeth Fitze

Wer gerne kreativ ist, kann heute ab 14.30 Uhr einen «kreativen Nachmittag» mit Doris Schnell in der evangelisch-methodistischen Kirche an der Kapellenstrasse 6 besuchen. Nach einer Führung der Künstlerin kann man unter ihrer Leitung ein eigenes Kunstwerk erschaffen.

Doris Schnell arbeitet als Grafikdesignerin und lebt mit ihrer Familie in Bregenz. Die 59-Jährige ist schon lange künstlerisch tätig, kann sich aber erst jetzt wieder mehr darauf konzentrieren. Die ausgestellten Werke sind eine Sammlung der letzten 17 Jahre. Unter den Werken finden sich Skulpturen, Gipsarbeiten und Grafik-Digitaldrucke. Anfänglich wollte Schnell den kahlen Wänden der reformierten Kirchen mehr Leben einhauchen. Ihre Kunstwerke erschafft sie jedoch hauptsächlich, weil es ihr Freude bereite. Inspiration finde sie vor allem in der Natur und über den «Schöpfergott». Schnell sagt:

«Als Grafikdesignerin weiss ich, was es für gutes Design braucht. Ich sehe in der Natur das Werk des Schöpfers.»

«Für mich ist Kunst ein geeignetes Mittel, das Unsichtbare ein Stück weit sichtbar zu machen.» Mit unsichtbar meint sie nicht nur den Glauben und Gott, sondern auch Gefühle und Stimmungen. In ihrer Kunst finden sich oft versteckt Bibeltexte. «Diese stehen nicht im Mittelpunkt, sondern sind ein Teil der Collage.» Nur wenn man sich damit befasse, sehe man sie wirklich. «Meine Kunst soll nicht bekehren, sondern einen Denkanstoss geben.»

Am Donnerstag ist Paul Rechsteiner zu Gast

Die deutsche Künstlerin stellt bis 8. März ihre Werke aus. Unter der Woche hat die Ausstellung von 16 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende von 13 bis 16 Uhr. Parallel zur Ausstellung finden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen statt. Am Donnerstag ab 19.30 Uhr spricht Ständerat Paul Rechsteiner über Glaubensfreiheit, Lebensfreude und mehr. Am 5. März macht Regula Schönwetter Essstörungen zum Thema.

Hinweis: «Unsichtbar»: Kapellenstrasse 6, Mo-Fr: 16-20 Uhr, Sa/So: 13-16 Uhr