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Die Velospur ins Nirgendwo

Auf dem Velowegnetz der Stadt St.Gallen gibt es immer noch Hausaufgaben für die Verwaltung. Die Velospur zwischen Blumenbergplatz und Unterem Graben macht keinen Sinn und ist erst noch gefährlich. Und auch Teile des neuen Vadianplatzes wurden durch die Umgestaltung nicht besser. Aber: Es gibt in der Stadt auch gute Beispiele dafür, wie man's machen könnte. Eine kleine Auswahl.
Reto Voneschen

Die Velospur zwischen dem Blumenbergplatz und dem Unteren Graben ist der direkte Weg in eine der gefährlichsten Velofallen der Stadt. Weil sich diese Spur vor dem Fussgängerstreifen bei der August-Bar in Luft auflöst. Vermutlich, weil es hier eng wird. Womit der Abstand zwischen dem Velofahrer, der sich rechts dicht an den Zaun schmiegt, und überholenden Autos klein und kleiner wird.

Eingeklemmt zwischen den Autos

Dann wird die Strasse zweispurig: Eine Spur kommt vom Blumenbergplatz, die andere vom Schibenertor. Autos fahren hier «speditiv bis rasant», wie ein Radler beschreibt. Und der Velofahrer rollt mittendrin talwärts, wobei er von hinten links und rechts überholt wird. Die beim Blumenbergplatz sogar ausdrücklich markierte Velospur eignet sich hervorragend für Mutproben. Ein sicherer Veloweg sieht allerdings ganz anders aus.

Die Velospur zwischen Blumenbergplatz und Unterem Graben (rechts) löst sich kurz vor dem Fussgängerstreifen bei der August-Bar in Luft auf. Und nach dem Fussgängerstreifen flitzen Autos von hinten links und rechts am wagemutigen Velofahrer vorbei, der sich hierher wagt. (Bild: Reto Voneschen)

Die Velospur zwischen Blumenbergplatz und Unterem Graben (rechts) löst sich kurz vor dem Fussgängerstreifen bei der August-Bar in Luft auf. Und nach dem Fussgängerstreifen flitzen Autos von hinten links und rechts am wagemutigen Velofahrer vorbei, der sich hierher wagt. (Bild: Reto Voneschen)

Die Einheimischen, die per Velo via Rosenbergstrasse und Blumenbergplatz ins Zentrum und weiter nach Osten wollen, umfahren das Problem meist. Das ist einfach: Man biegt vom Blumenbergplatz zum Schibenertor ab, fährt bis ans Lichtsignal vor dem «News» und absolviert davor die erlaubte Spitzkehre zum Marktplatz. Und wer weiter nach Osten will, fährt am Waaghaus vorbei übers Velo-Lichtsignal am Brühltor.

Der verschlimmbesserte Vadianplatz

Öffentliche Freiräume sind fürs Leben in einer Stadt wichtig. Diese Erkenntnis hat sich in St. Gallen durchgesetzt. So wurde auch der Vadianplatz zwischen den Gebäuden des Neumarkts umgestaltet. Was man von der neuen Form und der Möblierung hält, ist Geschmacksache. Velofahrern passt in der Regel ihr neuer gedeckter Parkplatz.

Für die Veloroute vom Westen ins St.Galler Stadtzentrum sind Teile des neuen Platzes allerdings ein klarer Rückschritt. Das gilt für den Teil zwischen der Kornhausstrasse und der Einfahrt in die Neumarkt-Parkgarage. Hier war die Vadianstrasse für Velofahrerinnen und Velofahrer früher kein spezielles Problem. Heute ist das anders.

Kreuzen wird zum akrobatischen Akt

Das kurze Strassenstück wurde verengt. Sein Eingang in die Kornhausstrasse ist zudem mit Hinweisschildern verstellt. Das sind keine günstigen Voraussetzungen dafür, dass sich hier jetzt Velofahrer, die auf ihrer Hauptroute ins Stadtzentrum wollen, auf entgegenkommende Autofahrer treffen, deren Ziel die Neumarkt-Tiefgarage ist.

Kreuzen ist mangels Platz ein akrobatischer Akt. Gefährlich wird's, wenn der Autofahrer abgelenkt ist: durch die für ihn noch unbekannte Situation, durch andere Autos oder durch Fussgänger, die die Strasse queren. Erschwerend kommt dazu, dass die Zufahrt zur Tiefgarage von vielen Autos benutzt wird. Hier laufen aber offenbar Überlegungen, wie man die Situation entschärfen könnte.

Es gibt auch Vieles, das funktioniert

Viele Verkehrsteilnehmer, die Unzulänglichkeiten der Infrastruktur kritisieren, malen gerne komplett in Schwarz. Dabei gehen meist jene Dinge vergessen, die gut klappen oder sogar Verbesserungen gebracht haben. Solche gibt es natürlich auch für Velofahrerinnen und Velofahrer in der St.Galler Innenstadt. Eine kleine Auswahl.

Die Velofurt an der Geltenwilenstrasse. (Bild: Reto Voneschen)

Die Velofurt an der Geltenwilenstrasse. (Bild: Reto Voneschen)

Der Übergang für die Drahtesel über die Geltenwilenstrasse wurde durch den Bau einer sogenannten Velofurt sicherheitsmässig entschärft. Am Eingang der Vadianstrasse und damit der Veloroute ins Stadtzentrum gelegen, ist dieser Übergang eine Schlüsselstelle im städtischen Velonetz von und nach Westen.

Die Velofurt wird zusammen mit dem Fussgängerstreifen per Lichtsignal gesteuert. Die Verkehrsregeln sind für alle Verkehrsteilnehmer glasklar, was vorher nicht immer der Fall war. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die auf die Velofurt stadteinwärts folgende Vadianstrasse bald einmal zur Velostrasse umfunktioniert wird.

Das Konzept der Velostrasse im Test

Das Konzept der Velostrasse wird derzeit vom Bund getestet - auch in St.Gallen. Dafür ausgewählt wurde die Lindenstrasse. Auf einem längeren Abschnitt dieser Quartierstrasse, die St.Fiden für Velofahrer ideal mit dem Verkehrsknoten Saturn im Neudorf verbindet, gelten versuchsweise Regeln, die die Drahtesel gegenüber dem querenden Autoverkehr bevorzugen.

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