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Die Uferweg-Vorlage löst in Rorschacherberg Emotionen aus

Die Gemeinde Rorschacherberg und Vertreter des Planungsbüros haben am Mittwochabend über das Projekt Seeuferweg informiert. Die Meinungen der Anwesenden waren grösstenteils bereits gemacht. Wortmeldungen fielen feurig aus.
Jolanda Riedener
Soll eine Aufschüttung mit Fussweg gebaut werden oder bleibt das Ufer am Neuseeland, wie es ist? Die Meinungen in der Bevölkerung gehen auseinander. Abgestimmt wird am 10. Februar. (Bild: Jolanda Riedener)

Soll eine Aufschüttung mit Fussweg gebaut werden oder bleibt das Ufer am Neuseeland, wie es ist? Die Meinungen in der Bevölkerung gehen auseinander. Abgestimmt wird am 10. Februar. (Bild: Jolanda Riedener)

Beim vorliegenden Projekt handelt es sich um eine Variante, die umsetzbar und mehrheitsfähig sei, sowie den Rechtsmitteln standhalte, sagt Rorschacherbergs Gemeindepräsident Beat Hirs. Gut hundert Bürgerinnen und Bürger versammelten sich am Mittwochabend in der Mehrzweckhalle. Die Infoveranstaltung soll Fragen klären.

Die Debatte im Vorfeld der Abstimmung sei emotional, hält Hirs fest. Gegner und Befürworter machen mit Flugblättern auf ihre Anliegen aufmerksam, neben der Mehrzweckhalle sind Plakate angebracht. Auf ein Abstimmungspodium verzichte die Gemeinde, stattdessen kommen Vertreter des Planungsbüro Oeplan aus Balgach zu Wort. Die Geschäftsführer Kenneth Dietsche und Andreas Rotach sind Spezialisten in ihrem Metier. «Noch befinden wir uns im Stadium Projektierung», sagt Hirs. Uferweg und Renaturierung werden daher erst detailliert ausgearbeitet, wenn die Bürgschaft am 10. Februar ein Ja in die Urne legten.

Andreas Rotach, Umweltnaturwissenschafter und Geschäftsführer Oeplan. (Bild: Jolanda Riedener)

Andreas Rotach, Umweltnaturwissenschafter und Geschäftsführer Oeplan. (Bild: Jolanda Riedener)

Dietsche und Rotach erläutern den Anwesenden Schritt für Schritt, warum das Projekt Revitalisierung Neuseeland mit Uferweg genau so geplant ist. In Zusammenarbeit mit Andreas Huber, Professor an der ETH Zürich, untersuchten sie Wellengang, Geologie und Lebewesen, sowie die Seewasserstände. «Die Untersuchungen haben gezeigt, dass der Untergrund zum Teil sehr felsig ist», sagt Andreas Rotach, Geschäftsführer Oeplan.

Der Seegrund wird ökologisch aufgewertet

Es seien übliche Pflanzen und Tierarten, einige invasive Muscheln und Jungfischbestände, gezählt worden. «Die Schüttungen sind nur auf felsigem Seegrund geplant, wo wenig Wasserpflanzen angesiedelt sind», sagt Rotach. Schüttungen werden ausserdem nur bewilligt, wenn dadurch eine ökologische Aufwertung erfolgt.

Im vorliegenden Projekt sei dies gemäss den beiden Fachmännern von Oeplan der Fall. Die Veränderung durch die Aufschüttung sei mittels einer Methode des Bundesamts für Umwelt berechnet worden: Das Ergebnis sei eine Verbesserung des Lebensraums um 40 Prozent. Bei anderen Projekten der Firma Oeplan habe man zum Beispiel das seltene Bodenseevergissmeinnicht wieder ansiedeln können.
Reserven von 700000 Franken gerechtfertigt

Reserven von 700 000 Franken gerechtfertigt

Einiges sei beim jetzigen Projektstand noch offen. Zum Beispiel, wie sich der Anschluss an den Uferweg im Gebiet Kopp und Hörnlibuck gestaltet. Oder welchen Belag der Steg erhält sowie wasserbauliche Details um den Lincolnbach, der bei der Villa Mang in den See mündet.

Kenneth Dietsche, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer Oeplan. (Bild: Jolanda Riedener)

Kenneth Dietsche, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer Oeplan. (Bild: Jolanda Riedener)

Eine grosse Unbekannte ist das Material, das für die Aufschüttung verwendet werden soll. «Aktuell erhält Geld, wer sauberen Aushub bezieht», sagt Dietsche. Würde zum Beispiel die Unterführung beim Rorschacher Stadtbahnhof oder der Autobahnzubringer gebaut, wäre Material in der Nähe verfügbar.

Allerdings können sich Preise rasch ändern, deshalb sind 700000 Franken Reserve eingeplant. «Wir haben diesen Reserveposten mehrfach genau geprüft, damit er weder zu hoch noch zu tief ausfällt», sagt Hirs.

Mehr Lärm und Abfall befürchtet

Eine weitere Unsicherheit ist der Bootssteg bei der Villa Mang, dort können sich die Planer mobile Stegelemente vorstellen, sollte das Bootshaus weiterhin betrieben werden. Ob Verweilzonen vorgesehen sind, wollte ein Anwesender wissen: «Nein, allenfalls eine Steinkante, auf der man sich hinsetzen kann», sagt Dietsche. Bänkli, Feuerstellen oder Ähnliches gebe es nicht. Auch sei der steinige Strand nicht geeignet, um sich hinzulegen.

Zu Fragen aus dem Publikum führten die Kosten, die mit der Umgestaltung der Churerstrasse total acht Millionen Franken betragen. «Der Velo- und Gehweg entlang der Churerstrasse ist nicht Teil der Abstimmung», sagt Hirs. Ausserdem sei die Planung des Velo- und Fusswegs dort noch nicht weit vorangeschritten. Die Aufschüttung und Steg kosten die Gemeinde 3,5 Millionen Franken.

Ein Votant wollte wissen, wie sich das Projekt auf den Fischbestand auswirkt. Im Flyer des Nein-Komitees seien besorgte Fischer zu Wort gekommen. «Gemäss dem Fischereiaufseher soll die Renaturierung zu einer Aufwertung der Bestände führen», sagt Dietsche. Weiter befürchten Bürger, es komme vermehrt zu Abfall und Lärm. In der Nachbargemeinde Thal seien solche Befürchtungen nach dem Stegbau nicht eingetreten. Sinn des Uferwegs sei es aber selbstverständlich, dass er genutzt werde.

Einsicht in alle Unterlagen

Alle Berichte und Dokumente zum Projekt sind auf der Webseite der Gemeinde Rorschacherberg einzusehen.

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