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Die überraschende Absage des Teilzonenplans Betten Süd irritiert die IG Bettenwiesen

Wegen rechtlicher Mängel hat die Gemeinde Wittenbach die Abstimmung zum Teilzonenplan Betten Süd abgeblasen. Die überraschende Absage irritiert das Referendumskomitee um Tino Bentele.
Sandro Büchler
Die Bettenwiese bleibt grün. Die Abstimmung über die Einzonung der Landwirtschaftsfläche musste die Gemeinde absagen. (Bild: Urs Bucher)

Die Bettenwiese bleibt grün. Die Abstimmung über die Einzonung der Landwirtschaftsfläche musste die Gemeinde absagen. (Bild: Urs Bucher)

Die Wittenbacher Stimmbevölkerung muss am 19. Mai nicht darüber abstimmen, was mit dem Gebiet Betten Süd geschehen soll. Denn die Einzonung der grünen Wiese ist nicht mit den aktuellen Raumplanungsgesetzen und dem kantonalen Baurecht vereinbar. In einer gemeinsamen Pressekonferenz gaben die Gemeinde Wittenbach und die Investorenfirma am Montag bekannt, dass die Abstimmung deshalb abgesagt werden müsse. Zusammen mit der IG Bettenwiese hatte Tino Bentele das Referendum gegen die Umzonung ergriffen. Sie sammelten 849 Unterschriften dagegen.

Tino Bentele der Interessengemeinschaft Bettenwiese. (Bild: Benjamin Manser)

Tino Bentele der Interessengemeinschaft Bettenwiese. (Bild: Benjamin Manser)

Der Urnengang ist abgesagt. Wie haben Sie vom Entscheid erfahren?

Tino Bentele: Gemeindepräsident Oliver Gröble hat mich am Montagvormittag persönlich angerufen. Das hat mich gefreut.

Freut Sie die Absage?

Unsere Stimmung ist durchzogen. Die erste Freude wich rasch der Enttäuschung darüber, dass das Vorhaben zwar gestoppt wurde, aber damit nur auf die lange Bank geschoben wird. In erster Linie ist die IG irritiert.

Was irritiert Sie?

Ich frage mich, warum man erst jetzt merkt, dass die Einzonung nicht rechtskonform ist. Jahrelang waren Fachleute am Ball. Ich gehe davon aus, dass man es mit Profis zu tun hat, wenn es um so viel Geld geht. Ich vermisse die Professionalität. Zudem ist es für mich unverständlich, wieso der Kanton nicht bemerkt hat, dass die Gemeinde auf dem Holzweg ist, und Wittenbach zurückgepfiffen hat. Kanton und Gemeinde sollten die Rechtsgrundlagen eigentlich kennen.

Sie haben ein Komitee zusammengetrommelt, über 800 Unterschriften für ein Referendum gesammelt. War diese Arbeit nun umsonst?

Nein, im Gegenteil. Die Unterschriftensammlung war für uns ein grosser Erfolg. Wir konnten Interesse wecken und die Leute für das problematische Projekt sensibilisieren. Daher war auch unsere Arbeit nicht für die Katz. Auf dieser Vorarbeit können wir aufbauen, denn es wird zu einem neuen Vorschlag kommen, was mit der Bettenwiese passieren soll.

Wie geht es weiter mit der Interessengemeinschaft?

Wir werden den Ortsplanungsprozess aufmerksam verfolgen. Eine Mitsprache können wir uns gut vorstellen, falls wir denn eingeladen werden. Wir sind grundsätzlich bereit und interessiert daran – und stehen in den Startlöchern.

Was wünschen Sie sich von der Gemeinde?

Oliver Gröble muss nicht verantworten, was seine Vorgänger versäumt haben. Bis jetzt haben wir uns aber oft alleine und sozusagen im Regen stehen gelassen gefühlt. Da hoffen wir, dass unsere Anliegen in den Überlegungen von Oliver Gröble mehr Platz bekommen. Er bringt frischen Wind. Nichtsdestotrotz werden wir uns mit einem offenen Brief an den Gemeinderat wenden.

Welche Standpunkte wollen Sie einbringen?

Wir waren nahe am Puls der Bevölkerung. Ein grosser Unmut war spürbar. Ich denke, viele, die das Referendum unterschrieben haben, haben die Nase voll vom Bauen. In Wittenbach wird genug gebaut. Die Schmerzgrenze scheint für viele erreicht. Wittenbach verfügt über einen überdurchschnittlich hohen Leerwohnungsbestand. Ausserdem wird ausgeblendet, dass betagte Personen oftmals ihr Einfamilienhaus verlassen und Platz machen Platz für eine neue Generation. Von etlichen Personen kam zudem die Rückmeldung, dass man die qualitative Entwicklung eines Dorfes nicht aus den Augen verlieren dürfe. In Wittenbach mangelt es auch an Pärken, Grünflächen und Begegnungszonen mit Bäumen.

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