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Die Thuja muss weg: In Wittenbach soll 2020 die erste Tempo-30-Zone umgesetzt werden

Im kommenden Jahr soll im Gebiet Oberwiesen in Wittenbach die erste von 13 Tempo-30-Zonen eingeführt werden. Davon sind auch Grundeigentümer betroffen.
Perrine Woodtli
In der Tempo-30-Zone spielt die Sichtzone eine wichtige Rolle. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

In der Tempo-30-Zone spielt die Sichtzone eine wichtige Rolle. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Freiwilligkeit reicht nicht aus, wenn es um Tempo 30 geht. Zu diesem Schluss kam der Wittenbacher Gemeinderat. Er will deshalb nach und nach auf den Gemeindestrassen flächendeckend Tempo-30-Zonen einführen. Die Infrastrukturkommission hat 2018 ein entsprechendes Konzept verabschiedet.

Schon länger ist bekannt, dass zuerst die Quartiere Oberwiesen und Bruggwald an der Reihe sind. Am Montag hat der Gemeinderat die Bürger eingeladen, um diese weiter über das Vorhaben und die beiden Vorprojekte zu informieren.

Gemeinderat Christophe Wäspi zählt zu Beginn die Gründe für Tempo 30 auf. Zum einen wünschten sich viele Bürger eine Temporeduktion. Zum anderen erhöhten die Zonen die Sicherheit und Wohnqualität. «Es ist belegt, dass die Anzahl und Schwere der Unfälle abnimmt», sagt Wäspi. Auch wenn es in Wittenbach nicht viele Unfälle gebe, sei das ein wichtiger Punkt. Und: «Gemeindestrassen sollen für den Durchgangsverkehr nicht attraktiv sein.»

Begrünte Elemente statt graue Betonklötze

Attraktiv sollen aber die Tempo-30-Zonen werden. Bauliche Elemente seien unerlässlich, sagt Wäspi. «Bei diesen legen wir den Schwerpunkt auf Qualität und Ästhetik.» Es sollen nicht bloss Betonklötze aufgestellt werden. Grüner soll es sein.

Man habe die Arbeitsgruppe Grünes Wittenbach damit beauftragt, Vorschläge für bepflanzte Elemente auszuarbeiten. Pro Element rechnet die Gemeinde mit 3000 bis 13000 Franken.

Im Konzept sind 13 Tempo-30-Zonen in Wittenbach vorgesehen. Die Einführung in den einzelnen Gebieten erfolgt jeweils im Rahmen der ohnehin geplanten Strassensanierungen. Läuft alles nach Plan, soll die Tempo-30-Zone im Gebiet Oberwiesen 2020 eingeführt werden, im Bruggwald 2020 und 2021.

Das Quartier Bruggwald ist ein Spezialfall, weil es sich über Wittenbach und St.Gallen ausbreitet. Auf St.Galler Boden gilt heute schon Tempo 30, Wittenbach will an die bestehende Zone anknöpfen.

Mit der Umsetzung müssen in den Quartieren einige Defizite bereinigt werden. Ein wichtiger Punkt ist die Sichtzone, also der Bereich, der für die freie Sicht offenzuhalten ist. Um die Sichtzone zu garantieren, sind nebst der Gemeinde auch einzelne Grundeigentümer gefragt. An einigen Orten wird derzeit die Sicht behindert, etwa durch Bepflanzungen

«Mir ist bewusst, dass niemand seine Thujahecke schneiden möchte», sagt Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik bei der Kantonspolizei. Doch hohe Bepflanzungen in Gärten oder Mauern, die die Sichtzone behinderten, seien nicht erlaubt.

«Bei der Sicherheit dürfen keine Kompromisse gemacht werden.»

Er zeigt Bilder von Unfällen, bei der die Sichtzone behindert war.

Auf den Plänen der Gebiete Oberwiesen und Bruggwald ist eingezeichnet, wo die Sichtzonen in Ordnung oder mangelhaft sind. Die Grundeigentümer werden periodisch angeschrieben und dazu aufgefordert, ihre Bepflanzungen zu schneiden. Falls dies nicht der Fall ist, greife die Gemeinde durch, sagt Gemeindepräsident Oliver Gröble.

In Wittenbach gilt heute noch «Freiwillig Tempo 30». Das soll sich in den kommenden zehn Jahren nach und nach ändern. (Bild: Sabrina Stübi (21. März 2018))

In Wittenbach gilt heute noch «Freiwillig Tempo 30». Das soll sich in den kommenden zehn Jahren nach und nach ändern. (Bild: Sabrina Stübi (21. März 2018))

Projekte liegen frühestens im Dezember auf

Am Montag haben sich auch einige Bürger zu Wort gemeldet. Für die meisten ist das Tempo 30 unbestritten. Nur ein Bruggwald-Bewohner moniert, dass man damit Zeit verliere. Jemand schlägt vor, statt teuren Massnahmen mehr Radarfallen aufzustellen. Laut Werner Lendenmann ist permanentes Messen aber nicht möglich und nicht sachdienlich.

«Das Ziel von Tempo 30 ist es, dass der Lenker gar nicht schneller fahren kann wegen der Hindernisse.»

Die rund 100 Anwesenden hatten schliesslich die Möglichkeit, Anregungen zu den Projekten einzureichen. Laut Daniel Worni, Leiter Tiefbau, gingen 45 Formulare ein. Man werde prüfen, ob man gewisse Inputs in die Planung einfliessen lasse. Frühestens im Dezember sollen die Projekte für die Quartiere Oberwiesen und Bruggwald aufgelegt werden.

Gehen keine Einsprachen ein, kann 2020 die erste Tempo-30-Zone umgesetzt werden. Zu Beginn gibt es Messungen. «85 Prozent des Verkehrs muss die Geschwindigkeit von 35 Stundenkilometern einhalten. Das gilt für jede Tempo-30-Zone», sagt Worni. Ist dies nicht der Fall, müssen weitere Elemente eingebaut werden – solange, bis das Geschwindigkeitsniveau erreicht wird.

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