Die SVP ist im Gossauer Stadtparlament erstmals die wählerstärkste Partei – an den Kräfteverhältnissen ändert sich jedoch nichts

Die SVP und die CVP haben im Gossauer Stadtparlament wie bis anhin je neun Sitze. Auch FDP, Flig und SP stellen weiterhin je vier Vertreter. Vier Personen wurden neu in Parlament gewählt.

Michel Burtscher
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Die Ergebnisse wurden am Wahlsonntag im Fürstenlandsaal verkündet.

Die Ergebnisse wurden am Wahlsonntag im Fürstenlandsaal verkündet.

Benjamin Manser

Im Gossauer Stadtparlament bleibt nach den gestrigen Wahlen alles beim alten: CVP und SVP sind auch in der nächsten Legislatur stärkste Kraft mit je neun Sitzen. Dahinter folgen FDP, Flig und SP mit – wie bis anhin – vier Sitzen. Trotzdem ist das Resultat bemerkenswert, denn die SVP hat die CVP beim Wähleranteil überholt und ist damit bei Parlamentswahlen erstmals stärkste Partei. Die SVP machte 36'666 Stimmen, die CVP 35'784. Der Unterschied ist aber zu klein, um einen Einfluss auf die Sitzverteilung zu haben. Bei den letzten Wahlen 2016 holte die CVP noch knapp 400 Stimmen mehr als die SVP.

Die Sitzverteilung im Stadtparlament Gossau

Bei den Gesamterneuerungswahlen gibt es zwar Ab- und Neuwahlen, aber keine Sitzverschiebungen.
30 Sitze
SP
4
Sitze
FLIG
4
Sitze
CVP
9
Sitze
FDP
4
Sitze
SVP
9
Sitze

Auch wenn es bei der Sitzverteilung keine Verschiebungen gibt, werden in der nächsten Legislatur einige neue Gesichter im Stadtparlament sitzen: Neu gewählt wurden Ruth Lehner und Roger Pfister (beide CVP), Kurt Jau und Thomas Jung (beide SVP) sowie Martina Uffer (Flig). Noch ist unklar, wer im Parlament sitzen wird 29 der 30 bisherigen Stadtparlamentarierinnen und -parlamentarier traten bei den Wahlen wieder an. Einzige Ausnahme war Reto Mock von der CVP. Das bedeutet, dass mehrere Bisherige abgewählt wurden.

Noch ist unklar, ob alle die Wahl annehmen

Nicht mehr gereicht hat es für CVP-Parlamentarier und -Fraktionspräsident Andreas Zingg. Bei der Flig wurde David Mathis nicht wiedergewählt, der dafür aber neu im Schulrat sitzt. Auch SVP-Parteipräsident Andreas Oberholzer holte nicht genügend Stimmen und ist auf dem ersten Ersatzplatz. Er dürfte aber nachrücken und damit auch in der neuen Legislatur im Parlament sitzen, weil sein Parteikollege Thomas Jung nicht nur wieder ins Parlament, sondern neu auch in den Schulrat gewählt wurde.

Unklar ist derzeit auch, ob Lehner künftig tatsächlich im Parlament sitzen wird. «Für die Frauenvertretung müsste ich eigentlich», sagte sie am Sonntag an der Wahlfeier. Sicher ist sie sich aber noch nicht. Sie wolle nun zuerst ihre private und berufliche Situation analysieren und werde dann entscheiden. Nimmt sie die Wahl nicht an, würde Andreas Zingg nachrutschen.