Davon können andere Gemeinden nur träumen: In Horn fliessen die Steuergelder in Strömen

Die Gemeindeversammlung in Horn hat die Rechnungen 2018 von Politischer und Schulgemeinde diskussionslos genehmigt. Kein Wunder: Sie schliessen markant besser als budgetiert. Dennoch wartet Präsident Thomas Fehr mit einer Überraschung auf.

Daniel Wirth
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Die Mehrzweckhalle in Horn: Ihre Sanierung und die Erweiterung um eine Bühne löste Kosten von 8,36 Millionen Franken aus. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Mehrzweckhalle in Horn: Ihre Sanierung und die Erweiterung um eine Bühne löste Kosten von 8,36 Millionen Franken aus. (Bild: Rudolf Hirtl)

Die Rechnung für das Jahr 2018 der Politischen Gemeinde Horn schliesst bei einem Aufwand von 7,07 Millionen mit einem Aufwandüberschuss von knapp 33000 Franken. Das ist praktisch ausgeglichen. Budgetiert hatte der Gemeinderat einen Aufwandüberschuss von gut 335000 Franken. Das heisst: Die Rechnung schliesst gut 300000 Franken besser als budgetiert.

Gemeindepräsident Thomas Fehr sagte am Montagabend vor 120 Stimmberechtigten (6,6 Prozent) in der Turnhalle, die Besserstellung sei im Wesentlichen auf höhere Steuererträge zurückzuführen. Es gingen über 400000 Franken mehr an Steuern ein als veranschlagt; dies bei einem unveränderten Steuerfuss von 32 Prozent, dem aktuell tiefsten aller Thurgauer Gemeinden.

Bademeister leistete mehr Arbeitsstunden

Gestiegen ist voriges Jahr der Personalaufwand. Fehr führte dies auf Fluktuationen in der Verwaltung und auf den sehr schönen Sommer zurück: Die Badmeister hatten 2018 eine grosse Präsenz am See, was sich in den Personalkosten niederschlug. Die Stimmberechtigten nahmen die Rechnung 2018 ohne Diskussion und Gegenstimmen ab.

Die Gemeindeversammlung stimmte auch vier Einbürgerungsgesuchen von ausländischen Mitbürgern auf Antrag des Gemeinderates diskussionslos und fast einstimmig zu.

Die Versammlung der Politischen Gemeinde dauerte gerade einmal 35 Minuten, obschon der Gemeindepräsident in der Umfrage mit einer Überraschung aufwartete:

Einheitsgemeinde unter Varia

In aller Regel teilt der Gemeindepräsident in Horn unter dem Traktandum «Allgemeine Umfrage» mit, welche Strasse demnächst aufgerissen wird. Am Montag war das anders. Quasi aus heiterem Himmel wollte Thomas Fehr von den Stimmberechtigten wissen, ob Gemeinde- und Schulrat die Grundlagen zusammentragen sollen, die für die Prüfung einer Einheitsgemeinde notwendig sind. Den Anstoss dazu gaben die politischen Parteien Horns, allen voran die SVP, im vergangenen Jahr. Renato Menegola sagte, er fände es nicht fair, dass die Stimmbürger über etwas abstimmen sollen, das nicht traktandiert sei. Fehr entgegnete, die Konsultativabstimmung sei absolut unverbindlich. Schliesslich liess er darüber abstimmen. Rund zwei Drittel der 120 anwesenden Stimmberechtigten waren dafür, das andere Drittel dagegen. Wie es nun weitergeht in Sachen «Einheitsgemeinde Horn», blieb am Montagabend offen. (dwi)

Abrechnung für renovierte Mehrzweckhalle im Soll

Der Kredit für die Erneuerung und den Ausbau der Turnhalle aus den 1970er-Jahren zu einer modernen Mehrzweckhalle, konnte mit einer Abweichung von 5,1 Prozent eingehalten werden, wie Christoph Egli, der im Schulrat für den Bau verantwortlich ist, ausführte. Die Stimmberechtigten hatten seinerzeit einen Baukredit von 7,96 Millionen Franken genehmigt, die Abrechnung liegt nun bei 8,66 Millionen.

Die Schule ist finanziell auf Rosen gebettet

Die Rechnung 2018 der Schulgemeinde schliesst bei einem Aufwand von 6,8 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 596000 Franken. Budgetiert war ein Verlust von 498000 Franken. Das heisst: Die Rechnung schliesst fast 1,1 Millionen Franken besser als budgetiert. Diese markante Besserstellung ist alleine auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen. Bei den Schulsteuern natürlicher Personen resultierte ein Plus gegenüber dem Budget von 771000 Franken, bei den Unternehmen ein Plus von 282000 Franken.

Im Januar hatten die Schulbürgerinnen und -bürger einer Steuerfusssenkung um zwei auf 80 Prozentpunkte zugestimmt. In Anbetracht der Rechnung 2018 hätte die Steuerfusssenkung ruhig höher ausfallen dürfen. Bleibt abzuwarten, ob der Schulrat für 2020 erneut eine Steuersenkung beantragen wird.

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