Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Die Stadtwerke Gossau rechnen neu - Wechsel des Rechnungsmodells

An der kommenden Sitzung liegt dem Gossauer Stadtparlament der «Bilanzanpassungsbericht Stadtwerke» vor. Neu hat die Legislative zur Verwendung der Reserven nur noch eine Option. Das neue Rechnungsmodell als Auslöser der Veränderungen bezeichnet die zuständige Stadträtin Claudia Martin aus verschiedenen Gründen als sinnvoll.
Roger Fuchs
Die Rechnung der Stadtwerke Gossau kommt fortan in einem neuen Kleid daher. (Bild: Urs Bucher (20.12.2018))

Die Rechnung der Stadtwerke Gossau kommt fortan in einem neuen Kleid daher. (Bild: Urs Bucher (20.12.2018))

Nein, die Stadtwerke sind nicht über Nacht um viele Millionen reicher geworden. Auch dann nicht, wenn die Eigenkapitaldecke am 1. Januar 2018 bei 58 Millionen lag im Vergleich zum letzten Tag des Jahres 2017 mit 3,6 Millionen Franken. Hintergrund dieser Veränderung ist das neue Rechnungslegungsmodell der St. Galler Gemeinden (RMSG), aufgrund dessen Anpassungen in der Bilanz der Stadtwerke notwendig wurden. Diese Veränderungen werden im sogenannten «Bilanzanpassungsbericht Stadtwerke» ausgewiesen. Der Bericht liegt an der nächsten Sitzung dem Stadtparlament vor.

Konkret hat der Stadtrat für die Stadtwerke den sogenannten Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER festgelegt. Dieser erfüllt die Anforderungen ans RMSG. Gemäss der zuständigen Stadträtin Claudia Martin macht es aus verschiedenen Gründen Sinn, auf dieses neue Rechnungsmodell umzustellen. Es könne eine möglichst realistische Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sichergestellt werden, sagt sie.

«Dies ist eine wichtige Grundlage für unternehmerische Entscheide.»

Zudem weise dieses Modell eine hohe Akzeptanz aus. Auch erwähnt Martin die Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Energieversorgern und den Wegfall von separaten Kostenrechnungen für den Bund und die Branchenverbände.

Verwaltungsvermögen aufgewertet

Zu dem eingangs erwähnten höheren Eigenkapital haben die Aufwertungen von Verwaltungsvermögen geführt. Dies beinhaltet Neubewertungen im Umlaufvermögen, im Anlagevermögen sowie bei kurzfristigen und langfristigen Verbindlichkeiten. Im Grundsatz werden, wie es im Bilanzanpassungsbericht heisst, historische Wertansätze gewählt. Dabei werde das Umlaufvermögen zum Anschaffungswert oder zum tieferen Marktwert bewertet. Das Sachanlagevermögen werde zu Anschaffungswerten abzüglich der betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen bilanziert.

Für das Grundstück des Werkhofs waren zum Zeitpunkt der Umstellung keine Angaben zum historischen Anschaffungswert vorhanden. Daher wurde ein realistischer Schätzwert pro Quadratmeter angenommen. Überdies hat man eine betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer von 42 Jahren angenommen. Somit bleibt ab dem Zeitpunkt der Anwendung von Swiss GAAP FER eine Restnutzungsdauer von 20 Jahren.

Nur noch eine statt zwei Optionen für das Parlament

Der neue Rechnungslegungsstandard hat auch zur Folge, dass der buchhalterische Spielraum kleiner wird. Beispielsweise dürfen keine höheren Abschreibungen getätigt werden als die betriebswirtschaftlich begründeten. Zudem sei die lineare Auflösung der Aufwertungsreserven innert 10 bis 15 Jahren nicht mehr möglich, so Claudia Martin. Dies hat auch Konsequenzen für das Stadtparlament. Diesem stehen beim Entscheid über die Verwendung der Aufwertungsreserven nicht mehr zwei, sondern nur noch eine Option zur Verfügung. Die lineare Auflösung der Aufwertungsreserve fällt weg. Es verbleibt die Überführung der Reserven per Ende Jahr in den Bilanzüberschuss.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.