Die Stadtwerke Gossau weisen laut Stadträtin Claudia Martin ein solides Budget 2021 vor

Stadträtin Claudia Martin ist zuversichtlich für das kommende Jahr: Trotz eines Ertragsrückganges können die Stadtwerke Gossau einen höheren Reingewinn als im Vorjahr budgetieren. Die Coronakrise dürfte auf die Finanzen der Stadtwerke keine grossen Auswirkungen haben. Grund dafür ist unter anderem die Lebensmittelindustrie.

Perrine Woodtli
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Die Stadtwerke Gossau.

Die Stadtwerke Gossau.

Urs Bucher (20. Dezember 2018)

Herbstzeit ist Budgetzeit. Auch bei den Stadtwerken Gossau. Wie die Stadt Gossau haben auch sie kürzlich ihr Budget für das kommende Jahr herausgegeben – erstmals unabhängig vom integrierten Aufgaben- und Finanzplan der Stadt. Ab diesem Jahr erstellen die Stadtwerke ein separates Budget mit Finanzplan, so wie es das kantonale Gemeindegesetz verlangt.

Die Stadtwerke rechnen 2021 mit einem Betriebsertrag von knapp 32 Millionen Franken und damit gegenüber dem Budget 2020 mit rund 1,5 Millionen weniger. Begründet wird dies mit tieferen Tarifen in den Bereichen Elektrizität und Gas.

Claudia Martin, Gossauer Stadträtin.

Claudia Martin, Gossauer Stadträtin.

PD

Der Ertrag ergibt sich aus dem Verbrauch von Strom, Wasser, Gas und der Nutzung des Glasfasernetzes. Das Volumen hängt vom Bedarf der Haushalte, des Gewerbes und der Industrie ab, teilt die zuständige Gossauer Stadträtin Claudia Martin auf Anfrage mit.

«Beim Strom gehen wir von einem gleichbleibenden Energieverbrauch aus, beim Gas ist mit einem Rückgang zu rechnen.»

Die Einsparungen beim Betriebsaufwand erlaubten es den Stadtwerken, die Preise für Strom und Gas für 2021 zu senken, ohne den Gewinn wesentlich zu schmälern. Die tieferen Preise und die geringere Liefermenge Gas ergeben den erwähnten Ertragsrückgang von 1,5 Millionen Franken.

Investitionen von fast sechs Millionen

Im operativen Ergebnis rechnen die Stadtwerke 2021 mit rund vier Millionen Franken Gewinn. Das sind fast 230'000 Franken mehr als im Budget 2020. Die Ablieferung an den allgemeinen Stadthaushalt wird mit 2,9 Millionen budgetiert. Damit verbleibt den Stadtwerken ein Reingewinn von 791'000 Franken – 223'000 Franken mehr im Vergleich zum Budget 2020.

Budgetiert werden 2021 zudem Nettoinvestitionen in der Höhe von knapp sechs Millionen Franken. Ein Grossteil der Investitionen sei abhängig von Projektplänen Dritter sowie Zustimmungen von Kanton und Gemeinde, heisst es im Bericht. Deshalb seien im Investitionsbudget mehr Projekte aufgeführt, als schliesslich umgesetzt würden.

Die Stadtwerke verfehlen 2021 ihre Zielgrösse im Selbstfinanzierungsgrad von 70 Prozent mit 69 Prozent knapp.

Corona dürfte keine grossen Auswirkungen haben

Die Stadtwerke weisen ein solides Budget vor, sagt Claudia Martin. Trotz eines Ertragsrückganges könne ein höherer Reingewinn als im Vorjahr budgetiert werden. Es sei äusserst erfreulich, dass der Gesamtaufwand stärker gesenkt werden könne, als der Ertrag sinke. «Das einzig Unerfreuliche im Budget 2021 ist die Tatsache, dass grosse Kunden, die Strom und Gas auf dem freien Markt beschaffen können, immer schwieriger zu halten sind, und somit der Absatz in beiden Bereichen sinkt.»

Die Coronapandemie dürfte für die Stadtwerke «zum Glück» wenig Einfluss haben, sagt die Stadträtin. In den Privathaushalten sei von einem unveränderten Energie- und Wasserbedarf auszugehen.

«Zudem ist die Industrie in Gossau stark auf die Lebensmittelproduktion ausgerichtet.»

Deshalb rechne man auch dort aufgrund der Erfahrungszahlen von 2020 nicht mit einem Rückgang.

Stadtwerke müssen sich auf geöffneten Markt vorbereiten

Die Herausforderungen 2021 liegen laut Claudia Martin in der Ausrichtung der Stadtwerke in ein «markt- und kundenorientiertes Unternehmen der Stadt im dynamischen Umfeld». Die Stadtwerke müssten bereit sein, für den Fall, dass der Strom- und Gasmarkt in ein paar Jahren vollständig geöffnet werde. Dazu gelte es jetzt schon, die notwendigen Strukturen zu schaffen, neue Dienstleistungen zu entwickeln und die Prozesse zu optimieren.