Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Warten aufs Umweltkonzept: St.Gallen ist weniger grün als andere Städte

Im Vergleich mit anderen Schweizer Städten hat St. Gallen wenig Erholungsflächen. Die Belastung durch Luftschadstoffe ist in der Gallusstadt dennoch tiefer als in anderen Zentren.
Daniel Wirth
Begrünte Flachdächer in St. Gallen-Winkeln. (Bild: Hanspeter Schiess)

Begrünte Flachdächer in St. Gallen-Winkeln. (Bild: Hanspeter Schiess)

In diesem Sommer ist das Thermometer in der St. Galler Innenstadt, in St. Fiden und in St. Gallen-West in der Nacht regelmässig nicht unter 25 Grad gefallen. Fachleute sprechen von «Urban Heating Islands». Das sind Stadtgebiete, die stark versiegelt sind mit Beton und Asphalt, Wärmeinseln, die die Hitze des Tages die Nacht hindurch speichern, was bei temperaturempfindlichen Menschen zu Schlaflosigkeit und Unwohlsein führen kann.

Der Urban-Heating-Effekt ist den Stadtplanern nicht neu. Eine mögliche Massnahme, die überhitzten Städten Abkühlung bringt, sind der Erhalt und die Schaffung von Grünflächen.

Hier schneidet St. Gallen in einem Vergleich des Bundesamts für Statistik (BFS) mit den sieben Städten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern und Zürich nicht besonders gut ab: Mit einem Anteil von über 60 Prozent an bestockten und Grünflächen an der Gesamtfläche belegt Lugano den Spitzenplatz. Allerdings ist hier zu erwähnen: Lugano fusionierte vor sechs Jahren mit sieben Gemeinden und wuchs auf einen Schlag um 4400 Hektaren oder satte 137 Prozent.

Ein Drittel der Fläche ist Erholungsgebiet

St. Gallen belegt in diesem Ranking den fünften Platz mit einem Grün- und Waldflächenanteil von rund einem Drittel der Gesamtfläche. Noch weniger Erholungsgebiete haben nur Luzern, Genf und Basel. Neben Lugano schneiden auch Lausanne, Bern und Zürich besser ab als die Gallusstadt.

Angesichts dieser Zahlen ist bemerkenswert, dass St. Gallen bei der Langzeitbelastung durch Luftschadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffoxid und Ozon am besten abschneidet von den acht verglichenen Städten. Gemäss einem Index des BFS von der Stufe 1 (gering) bis Stufe 6 (sehr hoch) liegt St. Gallen auf Stufe 3, einzig Lausanne erzielt hier einen gleich guten Wert. Lugano hat einen Indexwert von 5, alle anderen Städte stehen auf Level 4.

Im Bericht «Lebensqualität in den Städten» des BFS heisst es dazu: «Die chronische Belastung durch die Luftschadstoffe Feinstaub, Stickstoffdioxide und Ozon haben direkte Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit wie auch auf die Umwelt.» Weil St. Gallen in einem Hochtal liegt, bläst hier häufig die Bise oder der Föhn; darum zirkuliert hier auch im Sommer die Luft besser als beispielsweise in Zürich.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) befasst sich ebenfalls mit Wärmeinseln und hat das Projekt «Anpassung an den Klimawandel in Schweizer Städten» auf den Weg gebracht. Es soll aufzeigen, wo Handlungsbedarf besteht und die Entwicklung von Lösungsansätzen unterstützen. In erster Linie sollen in Schweizer Städten begrünte Räume entstehen, welche die Versiegelung durchbrechen, Schatten bieten und die Durchlüftung begünstigen.

Die Dienststellen «Umwelt und Energie» und «Stadtplanung» erarbeiten gegenwärtig ein Umweltkonzept, das Handlungsfelder aufzeigen soll zu den Themen des Klimawandels wie Biodiversität, Boden, Klima, Lärm, Luft, Suffizienz, Strahlung und Wasser.

St. Gallen soll Label «Grünstadt» erlangen

Weil ein im August von drei Grünen im Stadtparlament eingereichter Vorstoss hängig ist, gibt es von den Dienststellen keine Auskunft zum Umweltkonzept. In ihrer Einfachen Anfrage erkundigen sich Andreas Hobi, Clemens Müller und Veronika Meyer auch danach, ob die Stadt St. Gallen sich um das Label «Grünstadt» bemühen wird. Bis jetzt sind drei Städte zertifiziert: Winterthur, Luzern und Ecublens.

«Grünstadt» ist eine Initiative des Verbands Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter (VSSG) mit dem Ziel, Städte und Gemeinden anzuregen, sich für urbanes Grün und damit eine hohe urbane Lebensqualität einzusetzen.

Um der Überhitzung der Städte entgegenzuwirken, kann eine Baubewilligungsbehörde eine Dachbegrünung vorschreiben. «In St. Gallen müssen Flachdächer mit mehr als 100 Quadratmeter Fläche begründet werden», sagt Ivan Furlan, Leiter Amt für Baubewilligungen. In Lausanne wird derzeit über ein Programm zur Förderung von Dachbegrünungen nachgedacht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.