Die Stadt allein kann die Rettungskette nicht verbessern

Parlamentarier Thomas Brunner sieht Verbesserungsbedarf in der Notfallversorgung auf Stadtgebiet. Nun will der Stadtrat den Kanton davon überzeugen, etwas zu unternehmen.

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Die Rettung ist im Schnitt in acht Minuten vor Ort. (Bild: Ralph Ribi)

Die Rettung ist im Schnitt in acht Minuten vor Ort. (Bild: Ralph Ribi)

(seh) Ist die Rettungskette auf Stadtgebiet optimierbar? Das fragt Stadtparlamentarier Thomas Brunner den Stadtrat im Namen der Gürnliberalen-Fraktion. Er vermutet Verbesserungsbedarf – und hat gemeinsam mit 29 Mitunterzeichnenden im Februar eine Interpellation eingereicht.

Nun hat der Stadtrat auf den Vorstoss geantwortet. Die Rettung St. Gallen mit Stützpunkt am Kantonsspital sei verpflichtet, in 90 Prozent der Notfalleinsätze in 15 Minuten vor Ort zu sein. Tatsächlich gelingt dies in 96 Prozent. 2018 wurden sogar 90 Prozent der dringlichen Notfälle innert 13 Minuten nach Alarmierung des Rettungsdienstes erreicht. Der Durchschnitt aller Einsätze beträgt acht Minuten.

First-Responder-System durchaus hilfreich

Nicht beantworten kann der Stadtrat, wie viele Todesfälle in der Stadt vermieden werden könnten, würde die hiesige Rettungskette nach den «derzeit bestorganisierten Vorbildern» optimiert. Zu unklar sei, wer dazu zählte. Der Stadtrat anerkennt aber ein sogenanntes First-Responder-System als durchaus sinnvoll. First Responder sind geschulte Ersthelfende, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Die in Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) ausgebildeten Laien werden durch eine App alarmiert, wenn sich ein Notfall in der Nähe befindet. Das System findet unter anderem im Kanton Bern Anwendung.

Der Interpellant fragt auch nach der Alarmierungs-Einbindung von CPR-ausgebildetem Personal wie Bademeistern und Ordnungskräften. Darauf werde derzeit verzichtet, schreibt der Stadtrat, und ergänzt: «Eine diesbezügliche Optimierung wäre denkbar, indem eine kantonsweite App zum Einsatz käme».

In öffentlichen Einrichtungen der Stadt stünden Defibrillatoren bereit. In Sicherheit oder als sogenannte Stockwerkhelfer ausgebildetes Personal werde regelmässig geschult. Es existiere zwar eine Übersicht der Laiendefibrillatoren auf Stadtgebiet, allerdings ohne Gewähr auf Vollständigkeit. Um die Lücken zu schliessen und die Standorte auf einer verfügbaren Onlinekarte festzuhalten, sei ein einheitliches, koordiniertes und den ganzen Kanton betreffendes Vorgehen erforderlich – zumal die sanitätsdienstliche Rettung Aufgabe des Kantons sei.

Der Stadtrat schreibt weiter, den Kanton für ein einheitliches, koordiniertes und den ganzen Kanton betreffendes Vorgehen gewinnen zu wollen. So sollen nötige Massnahmen in die Wege geleitet werden.