Die Seestrasse in Horn wird für zwei Jahre zur Baustelle

Für den Verkehr wird es Einschränkungen geben.

Martin Rechsteiner
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Es ist ein grosses Projekt, das in Horn seinen Anfang nimmt. Bis ins Jahr 2022 wird in der Seegemeinde die Hauptstrasse auf 1,1 Kilometern Länge saniert und umgestaltet. Gestern Montag begannen die Bauarbeiten auf der Höhe der Unisto AG und «wandern» jetzt im Laufe der Zeit westwärts.

Der Umbau bedeutet, dass die Hauptstrasse in den kommenden beiden Jahren permanent etappenweise auf einer Spur gesperrt bleibt. «Wir bearbeiten pro Etappe etwa 200 Meter Strasse, erst auf der einen, dann auf der anderen Seite», sagt Patrick Haltner, Projektleiter des Thurgauer Tiefbauamts.

Für eine Woche bleibt die Strasse zu

Im Jahr 2022 steht allerdings eine Totalsperrung des kilometerlangen Strassenstücks bevor. «Während einer Woche machen wir den Deckbelag neu und bringen die Bodenmarkierungen an. Da darf kein Verkehr rollen.», sagt Haltner. Wann genau das passiert ist jedoch noch nicht klar. Das Tiefbauamt will zu gegebener Zeit informieren und Umleitungen bekannt geben.

Beim Projekt geht es aber nicht nur um die Sanierung und Umgestaltung der Strasse. «Gleichzeitig werden die Werkleitungen erneuert.» Deshalb rechnet das Tiefbauamt für jede der fünf bis sechs Etappen rund drei bis vier Monate Bauzeit ein. «Es dauert so zwar länger als wenn wir nur den Belag machen würden aber es lohnt sich. Denn sonst müsste man die Strasse zweimal aufreissen.»

Ingenieure messen Erschütterungen

Die Zufahrt zu den privaten Häusern entlang der Strasse bleibt laut dem Tiefbauamt durchgehend gewährleistet. «Es könnte aber kurze Wartezeiten geben. Und es kann sein, dass die Zufahrt zeitweise erschwert ist», sagt Haltner. Und natürlich sei während der Bauzeit mit einem gewissen Lärmpegel sowie mit Erschütterungen zu rechnen. «Externe Ingenieure messen und dokumentieren alle baubedingten Erdstösse und schlagen Alarm, falls diese zu heftig ausfallen.»

Ausrichtung auf den Langsamverkehr

Nebst der Sanierung erfährt die Seestrasse zwischen der Bahnhofstrasse und Zollstrasse eine Umgestaltung zugunsten des Langsamverkehrs: Fussgängerstreifen erhalten Mittelinseln, die Fahrbahn wird auf 6,3 Meter verschmälert, es entstehen durchgängige, zwei Meter breite Trottoirs. Beim Bad Horn und dem Fussgängerstreifen bei der Badi wird die Fahrbahn ausgeweitet und ebenfalls mit Mittelinseln bestückt. Und bei der evangelischen Kirche entsteht eine Mittelinsel mit kombinierter Fussgänger- und Veloüberquerung.

Die Sanierung und Umgestaltung kosten zusammen rund 4,5 Millionen Franken, wovon die Gemeinde Horn rund eine Million übernimmt. Falls sich der Bund, wie angekündigt, ebenfalls mit gut einer Million Franken an dem Projekt beteiligt, reduzieren sich die Kosten für die Gemeinde auf knapp 900'000 Franken.

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Jolanda Riedener